Durchfallkeime: Cryptosporidien jetzt auch an der Ochsenbrücke nachgewiesen

13. September 2013 | Vermischtes | 6 Kommentare

In Halle kann noch immer keine Entwarnung vor Cryptosporidien gegeben werden. Nachdem bereits das Nordbad und das Saline-Freibad wegen der Keiminfektion geschlossen worden sind, wurden nun auch im ehemaligen Überschwemmungsgebiet nahe der Ochsenbrücke an der Ziegelwiese in Wasserproben aus der Saale Cryptosporidien nachgewiesen worden.

Blick auf die Ziegelwiese zum Juni-Hochwasser

Die Stadt Halle (Saale) empfiehlt deshalb vorsorglich, die ehemaligen Überflutungsgebiete nicht zum Spielen oder Picknicken zu nutzen. Es müsse davon ausgegangen werden, dass im gesamten Überflutungsgebiet eine Verbreitung mit Cryptosporidien vorliege, so Stadtsprecher Drago Bock. „Der Aufenthalt und das Spazieren gehen sind in dem genannten Bereich jedoch gefahrlos möglich, da eine Erkrankung nur dann auftritt, wenn die Parasiten verschluckt werden.“

Die Proben enthielten laut Stadt eine für ein natürliches Gewässer ungewöhnlich hohe Konzentration an Cryptosporidien. Experten des Robert-Koch-Instituts hatten die Proben entnommen und in einem Speziallabor in Bad Elster untersuchen lassen.

Daneben weist die Stadt daraufhin, dass bei der Nutzung der Schwimmbäder dringend auf die Einhaltung der persönlichen Hygiene geachtet werden muss. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Erreger in die Schwimmbäder eingebracht werden können. Erkrankte Personen sollten von einem Schwimmbadbesuch unbedingt absehen.

Im August war die meldepflichtige Cryptosporidien-Infektion in Halle vermehrt aufgetreten. Die Zahl der Infektionen liegt derzeit bei 126 Fällen. Die Tendenz der Neuerkrankungen ist fallend.

Was ist eine Cryptosporidien- Erkrankung?
Die Betroffenen erkranken mit Bauchschmerzen und leichten Durchfällen, manchmal auch Fieber. Meist tritt die Erkrankung bei Kindern auf. Cryptosporidien sind weltweit verbreitete sehr kleine (im Mikrometerbereich; µm) Parasiten. Infektionsmöglichkeiten bestehen bei Tierkontakt als natürliches Reservoir. Weiterhin können die Infektionen durch die Aufnahme von kontaminiertem Wasser (z. B. Trinkwasser, Eiswürfel, Wasser aus Badegewässern) und Lebensmitteln erfolgen.

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