Durchfall-Serie: Stadt schließt Nordbad und Saline-Freibad

29. August 2013 | Vermischtes | 5 Kommentare

60 Erkrankungen von Kryptosporidien gibt es mittlerweile in Halle (Saale). Nachdem bislang das Trinkwasser unter Verdacht stand, richtet sich nun der Blick auf die Freibäder. Diese gelten als „wahrscheinliche Quelle“, so Stadtsprecher Drago Bock.

Aus diesem Grund habe die Stadt im Einvernehmen mit den Stadtwerken die sofortige Schließung der beiden Freibäder Nordbad und Saline angeordnet. „Wir sind am Donnerstagabend von den Befunden telefonisch in Kenntnis gesetzt worden. Im Nordbad ist das Schwimmerbecken betroffen, im Salinebad wurden die Keime im Nichtschwimmerbecken gefunden. Beide Bäder sind sofort geschlossen worden“, so Annette Waldenburger, Geschäftsführerin der Bäder Halle GmbH. „Da die Badesaison ohnehin in einer Woche zu Ende gegangen wäre, sind wir mit den Vorbereitungen für die Hallenbadesaison bereits weit fortgeschritten. Die vorgeschriebenen Wasser-Beprobungen sind fast abgeschlossen, so dass wir möglicherweise eher als geplant die Schwimmhallen öffnen können. Das Freibad Angersdorfer Teiche bleibt geöffnet.“ So wie in allen öffentlichen Bädern wird das Wasser in Frei- und Hallenbädern der Bäder Halle GmbH regelmäßig überwacht. Geregelt wird diese Überwachung durch die DIN 19643, die nicht nur Umfang und Rhythmus der Beprobungen vorschreibt, sondern auch die Grenzwerte festlegt.

Hinsichtlich des Trinkwassers könne zur Zeit noch keine Aufhebung der Abkochempfehlung ausgesprochen werden. Hierfür sei die abschließende Beurteilung der bisherigen Ergebnisse durch Bundes- und Landesexperten erforderlich. Dazu werde es am morgigen Freitag ein Expertengespräch geben.

Die Stadt empfiehlt bis auf Widerruf weiterhin folgende Maßnahmen:
* Regelmäßiges intensives Händewaschen mit Seife nach Toilettenbenutzung, sowie bei Kontakt mit Windeln, Abwasser, Gartenerde und Haustieren soll erfolgen.
* Frisches Obst und Gemüse soll vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gereinigt oder geschält verzehrt werden.
* Das Trinkwasser ist nur im abgekochten Zustand zum Verzehr, zur Nahrungszubereitung und zum Zähneputzen zu verwenden. Hierzu ist es einmalig sprudelnd aufzukochen (z.B. Wasserkocher). Eine Abkühlzeit von rund zehn Minuten ist einzuhalten, ehe das Wasser weiter verwendet wird. Zum Duschen und Baden oder zur Nutzung im Haushalt (Geschirrspüler, Waschmaschine) kann das Wasser aus dem Trinkwassernetz auch weiterhin ohne Einschränkungen verwendet werden.

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