Durchbrüche: neue Schau im Stadtmuseum mit Schmuck und Gefäßen

7. Juni 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Unter dem Titel „DURCHBRÜCHE“ zeigt das Stadtmuseum in Halle (Saale) eine neue Ausstellung. Zu sehen sind Schmuck und Gefäße aus Porzellan mit Arbeiten von Silke Trekel und Sylvia Kögler. Bis zum 6. Juli ist die Schau zu sehen.

„Durchbrüche“ sind oft mit etwas Radikalem und Einschneidendem verbunden. Anfänglich fremd, offenbaren sie schließlich Überraschendes, Befreiendes und nicht zuletzt etwas Neues.

Die Künstlerin Silke Trekel und die Designerin Sylvia Kögler beschäftigen sich mit Durchbrüchen in Porzellan auf vielfältige Weise. Sowohl das Thema, als auch das sensible und schwer zu bearbeitende Material sind Ausgangspunkt und Inspiration zugleich. Ihre Suche gilt neuen Ausdrucksformen, die sich dem spannenden Wechselspiel zwischen Ästhetik und Funktion widmen, wenn auch auf zwei völlig unterschiedlichen Gebieten. Da gibt es die knospenartige Vase zu sehen, oder aber hauchdünne beleuchtete Keramikkugeln. „Es gab einige Bruchstücke“, sagt Silke Trekel zum Entstehungsprozess. Erst im Februar hat sie überhaupt damit begonnen, ihre Stücke für die Schau vorzubereiten. Und da gab es einige Rückschläge. „Das Material ist sehr fragil“, sagt sie. Das wohl schwierigste Projekt war eine Schale mit vielen kleinen Löchern. Das erste Exemplar misslang, also der nächste Versuch. Allein das Stechen der Löcher hat sechs Stunden gedauert.

Der Schmuck von Silke Trekel basiert auf speziellem technischem Porzellan, das ursprünglich in der Industrie für die Herstellung keramischer Wärmetauscher verwendet wird. Das bizarre wabenförmige Ausgangsmaterial ist für die Künstlerin von großem grafischem wie auch plastischem Reiz. Durch Anschnitte, Verschiebungen und Verformungen wird das markante Raster der technologisch vorgegebenen Form in ihren Händen zum individuell gestalteten Ornament. In fein abgestimmten Kompositionen verbinden sich Porzellansegmente mit Silber und gewachsten Schnüren zu Halsschmuck und Broschen.
Mit ihren Gefäßen versucht Sylvia Kögler die Spannbreite der Interpretationsmöglichkeiten von Durchbrüchen zwischen Dekoration und Funktion auszuloten, wobei es nie das Eine ohne das Andere gibt. So findet sich unter den Ausstellungsobjekten die scheinbar rein funktionale Seifenschale ebenso, wie ein Vasenobjekt, welches eine aufbrechende Knospe verkörpert. Bei anderen Gefäßen gewähren dekorative Muster Durchblicke und verstärken zugleich die Zartheit des Materials. Oder rhythmisierte Lochstrukturen durchbrechen den Porzellanscherben, öffnen Räume und schaffen bzw. begrenzen Funktionalität.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben