Denkmal für von Nazis ermordete Roma in Halle

24. September 2014 | Vermischtes | 1 Kommentar

Zur Zeit der Nationalsozialisten wurden auch in Halle (Saale) Sinti und Roma verfolgt. Lebten 1942 in der Saalestadt noch 34 Angehörige der Volksgruppe, überlebte mit Josef Muscha Müller nur ein einziger von ihnen das dritte Reich. Er wurde von engagierten Hallensern in der Gartenanlage in der Frohen Zukunft versteckt. Alle anderen wurden vom „Zigeunerlager“ in der heutigen Geschwister-Scholl-Straße nach Auschwitz-Birkenau transportiert und dort ermordet.

Angesichts der aktuellen Ereignisse im Stadtteil Silberhöhe, wo es Hasstiraden auf Roma gibt, schlägt Rainer von Sivers von der Initiative Zivilcourage vor. Denkbar wären eine Stele oder ein Denkmal, so am Steintor oder am ehemaligen Lager in der Geschwister-Scholl-Straße, meint Sivers. Kunststudenten könnten bei der Gestaltung mit einbezogen werden. Diese Anregung will Oberbürgermeister Bernd Wiegand aufnehmen und in den Fauchausschüssen beraten lassen.

Auch das damalige Stück des Thalia Theaters „Zwangssterilisiert“, das auf Erinnerungen von Josef Muscha Müller beruht, solle wieder aufgeführt werden, schlägt Sivers vor. So könne man Schüler über die damaligen Ereignisse besser informieren. Er kritisiert aber auch die HWG, die die Roma dort unsensibel angesiedelt habe, ohne mit den Einwohnern zu reden. Laut OB Wiegand habe sich die HWG sehr ordnungsgemäß verhalten. Die Anregung zum Denkmal will Wiegand in den Fachausschüssen beraten lassen.

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