Circus Voyage kommt nach Halle, Tierschützer von PETA protestieren

29. Oktober 2014 | Vermischtes | 3 Kommentare

In den kommenden drei Wochen gastiert der Circus Voyage in Halle-Bruckdorf. Die Zelte stehen vom 30.10 bis 16.11.2014 neben dem Gartenmarkt Dehner. Vorstellungen finden Mittwoch und Donnerstag von 16 Uhr, Freitag und Samstag um 16 und 19.30 Uhr sowie Sonntag um 11 und 15 Uhr. Ruhetage sind am 06.11., 07.11., 10.11. und 11.11. Ruhetage. Versprochen wird eine Show mit Elefanten, Pferden, Nilpferden und Kamelen.

Bild 1: Vernarbtes Bein: Giraffenleid bei Circus Voyage / © PETA Bild 2: Elefantendame Mausi – Todesursache: Zirkus / © Zoo PairiDaiza

Bild 1: Vernarbtes Bein: Giraffenleid bei Circus Voyage / © PETA
Bild 2: Elefantendame Mausi – Todesursache: Zirkus / © Zoo PairiDaiza


Doch wie bei seinen vorherigen Gastspielen sieht sich der Zirkus Protesten von Tierschützern ausgesetzt. PETA Deutschland spricht von „mangelhaften Haltungsbedingungen der Elefanten, Giraffen sowie des Nashorns“. Die Haltung dieser exotischen Tierarten in einem mobilen Zirkusbetrieb sei systembedingt mit erheblichen Einschränkungen für die Tiere verbunden. Auffällig ist laut PETA beispielsweise, von wie vielen Narben eine der Giraffen regelrecht übersät ist. Das Flusspferd Jedi, eigentlich ein ein Herdentier, müsse beim Circus Voyage allein in einem kleinen Wassertank sein Dasein fristen. Die Tierrechtsorganisation bittet in einem aktuellen Schreiben die Stadtverwaltung, ein kommunales Wildtierverbot für Zirkusbetriebe zu initiieren. Vorbild dafür ist die Stadt Erding, wo ein solches Verbot vor wenigen Wochen erstinstanzlich vom Verwaltungsgericht München als rechtmäßig bestätigt wurde. „Elefanten, Giraffen oder ein Flusspferd gehören keinesfalls in einen Wanderzirkus“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland e.V. „Doch noch schlimmer ist der rücksichtslose Umgang der Zirkusverantwortlichen mit den Tieren, deren Leben größtenteils auf LKW-Transportern stattfindet.“ Auch vor dem Hintergrund mehrerer Todesfälle junger Giraffen im Jahr 2007, der Elefantendame Anja 2008 sowie der Elefantendame Mausi 2012 bittet PETA die Bürger in Halle, den Zirkus zu meiden.

Neben PETA spricht sich mittlerweile auch die Bundestierärztekammer für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus aus, ebenso wie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Einer aktuellen repräsentativen FORSA-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten 82 % der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden können. 2011 befanden zwei Drittel der Befragten einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung, dass Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß sind. 2003 und nochmals Ende November 2011 hat der Bundesrat in zwei Entschließungsanträgen ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschließungen bis heute nicht umgesetzt – im Gegensatz zu 17 anderen europäischen Ländern wie beispielsweise Belgien, Österreich und Griechenland, die bereits sämtliche oder bestimmte Tierarten im Zirkus verboten haben.

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