Chrom, knatternde Motoren, Kirchenglocken: Bikergottesdienst in Mötzlich

12. April 2014 | Vermischtes | 3 Kommentare

Der hallesche Stadtteil Mötzlich war am Samstagvormittag ganz in der Hand der Biker: hunderte Motorräder verstopften die engen Gassen. Denn es war wieder Zeit für den traditionellen Bikergottesdienst.

Es ist die mittlerweile 8. Auflage in der kleinen St. Pankratius-Kirche. Motorräder, Trikes und Quads wurden poliert aus der Garage geholt. In der Willi-Dolgner-Straße war kaum noch ein Durchkommen, röhrten die Motoren, donnerten die Endrohre.

Die Predigt hielt Pfarrerin Grietje Neugebauer. Das Gefühl auf einem Motorrad zu sitzen kennt auch sie. Vor 20 Jahren sei sie mit ihrem damaligen Freund 100 Kilometer mit dem Motorrad nach Mecklenburg-Vorpommern gefahren, dort gabs dann einen Zelturlaub. „Das habe ich als herrlichen Urlaub in Erinnerung.“

Musiker umrahmten den Gottesdienst unter anderem mit dem Klassiker „Big yellow taxi“ von Joni Mitchell. In dem Song geht es um einen Urlaub auf Hawaii. Statt Bergen ist aber nur ein mit Parkplätzen asphaltiertes ehemaliges Paradies zu sehen, mit pinkfarbenem Hotel. Und am Ende wird die Sängerin im Song noch von ihrem Freund verlassen. Ein Zeichen dafür, dass alles auf der Welt vergänglich ist. Von einem auf den anderen Tag könne sich die Welt für einen verändern, Sicherheit davor habe niemand, auch wenn es heute für alles und jeden Versicherungen gebe. Jesus dagegen habe keine Lebensversicherung und keinen Airbag gehabt, so Neugebauer. Er sei vorausgegangen, als jemand der die Richtung zeigt.

Nach dem Gottesdienst zündeten die Biker an der Osterkerze kleine Kerzen an, um sie am Taufstein aufzustellen, um so ihrer verunfallten oder gestorbenen Kameraden zu gedenken. Die Kollekte geht an den Verein zur Förderung krebskranker Kinder.

Dann ging es auf die Piste. Von Halle aus knatterten die Biker bei typischem Aprilwetter mit Sonne, Regen und Wind in die Dübener Heide.

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