Bürgerforum zum Hufeisensee weit weg vom betroffenen Bürger

2. Dezember 2013 | Vermischtes | 4 Kommentare

Am Hufeisensee in Halle-Büschdorf soll ein Golfplatz entstehen. Seit Monaten streiten sich Befürworter und Gegner.

Nun will die Stadt den Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 158 „Freizeit- und Erholungsraum Hufeisensee“ in einem Bürgerforum mit Baudezernent Uwe Stäglin vorstellen. Und das weit weg von den direkt betroffenen Anwohnern. Denn statt in Halle-Büschdorf oder Kanena findet die Veranstaltung genau am anderen Ende der Stadt statt – am 9. Dezember um 19 Uhr im Kulturzentrum in Halle-Neustadt am Bruchsee. Dorthin gibt es nicht einmal eine direkte ÖPNV-Verbindung von Büschdorf aus.

Doch die Stadt verteidigt das Vorgehen. „Der Raum in Halle Neustadt bietet ausreichend Bestuhlung und Größe“, so Stadtsprecher Drago Bock gegenüber HalleSpektrum.de. „Er lässt genügend Flexibilität zu. Im Viertel stand kein Raum mit entsprechenden Eigenschaften zur Verfügung.“

Eine erstaunliche Argumentation. Denn das letzte große Bürgerforum der Stadt fand in der Halle-Messe statt, einen halben Kilometer vom Hufeisensee entfernt. Und auch in der Sporthalle der Büschdorfer Grundschule fand bereits ein solches Bürgerforum statt. Zudem gibt es direkt an der Endhaltestelle Büschdorf auch das „Modler“ mit einem großen Raum.

Der hallesche Stadtrat hatte in seiner Sitzung am 30. Oktober den Entwurf des Bebauungsplanes bestätigt und gemäß § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch zur öffentlichen Auslegung bestimmt. Der Entwurf kann bis zum 23. Dezember im Technischen Rathaus, Hansering 15, begutachtet werden.

Ein privater Investor will einen 27-Loch-Golfplatz bauen und diesen zu den olympischen Spielen 2016 zu eröffnen, weil in jenem Jahr Golf olympisch wird. Trotz der Anlage soll der RUndweg aber erhalten und sogar ausgebaut werden. Daneben ist eine Wakeboard-Seilzuganlage geplant. Am nordwestlichen Ufer soll ein Bootsanleger mit Wassertreterverleih errichtet werden. Am südöstlichen Zipfel ist eine Fläche für Camping und Caravaning vorgesehen, die Fläche – die zum Verkauf steht – müsste aber erst einmal erworben werden. Im nordwestlichen Bereich könnte es den Planungen zufolge eine Fußball-Golfanlage geben. Bislang ist der See kein offizielles Badegewässer. Das könnte sich ebenfalls ändern. Drei Badestellen (Südzipfel, Norden, Nordwesten) sind in den Planungen vorgesehen. Dazu soll es eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung geben, in welcher Form eine solche Betreibung der Badestellen möglich wäre.

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