„Bündnis für Zivilcourage“ begrüßt geplante neue Anlaufstelle für Flüchtlinge in Halle

30. Juli 2015 | Vermischtes | 6 Kommentare

Die Pläne für eine zweite Zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge des Landes Sachsen-Anhalt in Halle (Saale) werden von der Organisation „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage“ begrüßt.

„Die Situation in der bisherigen Aufnahmestelle in Halberstadt macht die Schaffung einer weiteren unabdingbar“, so Sprecher Clemens Wagner. „Weiterhin sind wir der Ansicht, dass Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben werden muss, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Außerdem ist eine umfangreiche psychologische, soziale und medizinische Versorgung notwendig. Diesen Anforderungen ist eine größere Stadt wie Halle besser gewachsen.“ Wagner weist zudem daraufhin, dass in Halle viele Solidaritäts- und Flüchtlingsinitiativen ansässig sind. „Wir wollen mit geflüchteten Menschen zusammenleben und werden unser Möglichstes tun, um ihnen ein Leben in Halle so angenehm wie möglich zu machen. Wir werden die Flüchtlinge in Halle Willkommen heißen“, so Wagner.

Unzufrieden ist das Bündnis jedoch mit den bisherigen Überlegungen zur Wahl des Standortes. So soll die neue Zentrale Aufnahmestelle weit entfernt vom Stadtzentrum, auf dem Gebiet des Industrieparks Trotha entstehen. „Grundsätzlich fordern wir die Unterbringung von Flüchtlingen in der Innenstadt. Hier gibt es eine bessere Infrastruktur und mehr Kontaktmöglichkeiten zu anderen Menschen“, so Birgit Pasenow, Sprecherin der Arbeitsgruppe Zuwanderung im Bündnis Halle gegen Rechts. Es gelte nun, so die Sprecherin weiter, die Versorgung der geflüchteten Menschen zu gewährleisten, sowie die Anbindung öffentlicher Verkehrsmittel nach Trotha zu erweitern. Die nächste Straßenbahn-Haltestelle ist 2 Kilometer entfernt. Direkt vor der Einrichtung befindet sich jedoch eine Bushaltestelle von OBS. Hier verkehren stündlich Busse nach Trotha und zum Hauptbahnhof, vormittags und nachmittags öfter. Am Wochenende verkehren hier aber tatsächlich nur einzelne Fahrten. Die Einführung von kostenlosen Fahrausweisen für Bewohnern der ZASt wäre ein Schritt in diese Richtung. Auch sollte die Stadt ihre Bemühungen Flüchtlinge sobald wie möglich dezentral in Wohnungen unterzubringen intensivieren. „Die freie Wahl eines Wohnortes, der den Rückzug ins Private aber auch den Kontakt zu anderen Menschen in der Umgebung gewährleistet, ist ein menschenrechtlicher Mindeststandard, für den das Bündnis Halle gegen Rechts weiterhin eintreten wird“, so Pasenow abschließend.

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