Bierdeckel gegen „Stammtisch“-Parolen: neue Kampagne in Sachsen-Anhalt

24. Oktober 2014 | Vermischtes | 6 Kommentare

„Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“, „Homosexualität ist widernatürlich“ – diese und andere Parolen hört man immer wieder an Stammtischen. Die Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt bietet deshalb Gastronomen in Sachsen-Anhalt jetzt kostenfrei Bierdeckel an, auf denen in kurzer, verständlicher Form Argumente gegen menschenfeindliche „Stammtisch“-Parolen zu finden sind.
Bierdeckel
Damit folgt die Landeszentrale der Projektidee eines jungen Freiwilligen, der nach sechs Jahren Engagement in der Arbeitsgemeinschaft ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ im Gymnasium Wolmirstedt sein ‚Freiwilliges, soziales Jahr im politischen Leben‘ in der Landeszentrale für politische Bildung absolviert und während dieser Zeit das Projekt „Parolen (be-)kommen auf den Deckel“ entwickelt und umgesetzt hat.

Auch Ministerpräsident Dr. Haseloff unterstützt die Aktion: „Es ist wichtig, dass wir uns souverän und ideenreich für das demokratische Gemeinwesen engagieren. Den Stammtischparolen müssen wir unsere Argumente entgegensetzen, um sie zu entkräften. Dazu leistet die Aktion der Landeszentrale für politische Bildung einen originellen Beitrag“.

Auf der Vorderseite der Bierdeckel ist eine „Stammtisch“-Parole aufgedruckt, welche durch ein auffälliges „Oder?“ in Frage gestellt wird. Auf der Rückseite befindet sich die Widerlegung dieser Parole. So wird z.B. der Aussage „Wir haben zu viele Ausländer hier“ entgegnet: „Vielfalt belebt Gesellschaften. … Die Ausländerquote beträgt bundesweit 8,23%, in Sachsen-Anhalt sogar nur 1,9%“.

Ein Satz Bierdeckel enthält Gegenargumente zu sechs verschiedenen Parolen mit Bezug auf Ausländerfeindlichkeit, Homophobie, Islamophobie, Politikverdrossenheit und die Todesstrafe. Hier sind die Motive zu sehen.

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