Aus Protest: Initiative besetzt leerstehendes HWG-Haus in der Hafenstraße

5. Januar 2016 | Vermischtes | 216 Kommentare

20160105_133921„Platz für alle“, so ist es seit Dienstag an einem leerstehenden Haus in der halleschen Hafenstraße zu lesen. Aktivisten der Initiative „Wir brauchen Platz“ haben ein seit Jahren leerstehendes Haus besetzt, dass sich im Eigentum des städtischen Vermieters Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG) befindet.

Hafenstr.7. Kur nach Einzug der Besetzer gg. 12.00 h

Hafenstr.7. Kur nach Einzug der Besetzer gg. 12.00 h


Die Initiative, bestehend aus sozial und politisch engagierten Menschen, wollen Projekträume zur freien und unkommerziellen Nutzung für verschiedenste Gruppen einrichten. Angedacht sind Werkstätten, Unterrichtsräume, ein Lesecafé, Infrastruktur für Geflüchtete, Büro­, Arbeits­ und Seminarräume für Initiativen, die keinen Platz haben. Auch ein breites Programm von Vorträgen, Workshops, Kunst und Musik wird nach Angaben der Initiative vorbereitet.
"Platz für alle": Hafenstrasse 7

„Platz für alle“: Hafenstrasse 7


„Die hohe Leerstandsquote in Halle sehen wir nicht als Problem, sondern als Chance. (…) Während die HWG den Rückbau verwaltet, um den Markt zu verknappen und entsprechend mieten zu kassieren, stellen wir uns gegen diese Verwertungspolitik. Leerstehende Gebäude werden als Investitions­ und Spekulationsobjekte genutzt, gleichzeitig fehlt es an gemeinschaftlich genutzten, selbst verwalteten Räumen.“ Weiter sagen sie: „In einer Zeit, in der viele staatliche Aufgaben zum Großteil von selbstorganisierten Initiativen übernommen werden, kann es nicht möglich sein, dass die notwendige Infrastruktur nicht zur Verfügung gestellt wird“, erklären die Aktivisten.
Besetztes Haus in der Hafenstr. 7

Besetztes Haus in der Hafenstr. 7


Das Haus wurde, wie die Bewohner soeben berichteten, heute Mittag gg. 12.00 h besetzt. Kontakt zum Hauseigentümer, der HWG, habe man noch nicht. Man warte einfach ab, was da komme. Man sei aber erstrebt, langfristige Nutzerverträge zu erhalten. „Bislang werden wir an der Substanz des Gabäudes auch nichts verändern, nicht einmal Anstreichen, so einer der Aktivisten gegenüber Hallespektrum. In dem Haus ist es derzeit noch kalt, und wegen der vielen vermauerten Fenstern auch noch recht dunkel. In den Räumen stapelt sich aber schon das Gepäck der etwa einem Dutzend zählenden, vorläufigen Nutzern. „Strom haben wir nicht, aber einen Generator werden wir schon auftreiben“.

wirbrauchenplatz.tumblr.com

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Dieses Thema enthält 216 Antworten und 41 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  hei-wu vor 3 Jahre, 4 Monate.

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  • #196781

    „Platz für alle“, so ist es seit Dienstag an einem leerstehenden Haus in der halleschen Hafenstraße zu lesen. Aktivisten der Initiative „Wir brauchen
    [Der komplette Artikel: Aus Protest: Initiative besetzt leerstehendes HWG-Haus in der Hafenstraße]

    #196782

    Anonym

    Aha die gemeinschaft der intullektuellen setzt sich wider mal ins rampenlicht, das teil steht schon seit jahren zum verkauf, hoffentlich rutschter nicht mit eurer künstlerbude beim nächsten hochwasser in die saale 🙂

    #196783

    Aktivisten, Initiative ?

    Das sind Kriminelle.

    #196785

    Ist das ganze Grundstück nicht belastet (Gas) und deswegen ein Verkauf vor einer Sanierung eh nicht möglich?
    Mich würde es nicht reinziehen, weder zum Wohnen noch als Besucher, aber wer´s mag…

    #196786

    Auf alle Fälle ist es grob gesetzwidrig, fremdes Eigentum ohne Erlaubnis der Eigentümers zu betreten, zu nutzen oder baulich zu verändern…
    Macht eigentlich (fast) jeder, was er will???
    Vielleicht sollte auch eine eingehende Kontaminationsprüfung gemacht werden, aber die gibt es halt nicht für lau… Schon von daher im Interesse der Gesundheit, nicht nur der eigenen, Hände weg. Das könnte sonst ein Rattenschwanz von Regressforderungen werden.

    #196787

    Etwa so kriminell, wie das Haus jahrelang leerstehenden zu lassen ?

    #196788

    oh ja, da sind sie wieder – die Empörten und Rechtschaffenen
    nix gegen, wenn Häuser leerstehen, aber Hausbesetzungen? wo komm wer denn da hin? da könnte ja jeder kommen …
    alles wie in den 90ern
    (ok, nicht ganz: die neue Generation der Hausbesetzer scheinen ziemliche Spaßbremsen zu sein – da hätt ich keine Lust drauf)

    #196789

    War grad mal da, die Leute scheinen ganz OK zu sein.

    #196790

    Was ist eigentlich daran gesellschaftschädigend, ein Wohnhaus seiner Bestimmung zuzuführen?

    #196791

    Was hindert die Aktivisten denn daran das Grundstück mit Haus zu kaufen und Ihren Traum mit eigenem Geld zu verwirklichen. Ach ja für die Träume der Aktivisten sollen ja andere zahlen nur nicht sie selbst.

    #196792

    Was hindert denn die HWG daran, ihr Eigentum seiner Bestimmung als Wohnraum zukommen zu lassen? Es ist ein Skandal, wie die HWG in der Stadt wertvolle Bausubstanz verrotten läßt.

    #196809

    Jetzt ziehen wir mit Hamburg gleich:

    „Die Hafenstraße ist ein Begriff für die als besetzte Häuser der St.Pauli-Hafenstraße und Bernhard-Nocht-Straße bekannt gewordenen Häuser in St. Pauli, Hamburg.“(wipedia Hafenstrasse)

    und haben auch eine Hausbesetzerszene in der Hafenstrasse.

    #196810

    Und in Wahrheit steckt das Stadtmarketing hinter der Aktion?

    #196812

    @horst :“Ist das ganze Grundstück nicht belastet (Gas) und deswegen ein Verkauf vor einer Sanierung eh nicht möglich?
    Mich würde es nicht reinziehen, weder zum Wohnen noch als Besucher, aber wer´s mag“

    Sumpfgas oder was jetzt?
    Habt ihr ein Gasleck eingebaut, zu besseren Beheizung?

    #196840

    „…sozial und politisch engagiert…“ das sind sehr viele in Halle. Dann wird ja wohl bald Schluss sein mit den anderen leer stehenden Häusern. Ich hofffe sehr, dass man bei dem genannten Engagement nicht Haussbesetzer werden muss.

    #196841

    „…sozial und politisch engagiert…“ das sind sehr viele in Halle. Dann wird ja wohl bald Schluss sein mit den anderen leer stehenden Häusern.

    Sozial und politisch engagiert, aber nicht finanziell!

    #196849

    Das sind und bleiben nur Kriminelle!
    Wenn jemand an einer anderen Nutzung des Gebäudes interessiert ist, so steht es demjenigen frei das Haus zu Kaufen oder entsprechend zu Mieten.

    #196853

    Anonym

    Nicht nur Kriminelle, sondern Schwerstkriminelle würde ich sagen. Sie begehen eines der schwersten Delikten, die das StGB zu bieten hat. Hausfriedensbruch!! Straferwartung: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Noch runter geht ’s nicht bei der Strafahndung.

    #196855

    Etwa so kriminell, wie das Haus jahrelang leerstehenden zu lassen ?

    was bitte ist daran „kriminell“?

    #196856

    Anonym

    Kriminell ist vor allem der staatlich geförderte Rückbau von Wohnraum zum Ziele der Erhöhung von Mietpreisen. Interessanterweise wird dabei ausschließlich kommunaler und genossenschaftlicher Wohnraum vernichtet, während private Vermieter richtig gut davon profitieren.

    Ansonsten finde ich es schwierig, wenn von einigen hier im Forum Engagement vom Geldbeutel abhängig gemacht wird. Es geht doch nicht an, dass sozial schlechter Gestellte über ihren Geldbeutel aus dem öffentlichen Raum vertrieben werden.

    Insofern halte ich eine solche Nutzung von aus spekulativen gründen leerstehenden Häusern für eine sinnvolle Sache. Übrigens gab es da doch mal die Idee von den sogenannten Wächterhäusern. Das wäre doch sicher ein sinnvoller Ansatz für eine Regelung.

    Appropos Besetzer – die Selbstdarstellung:

    http://wirbrauchenplatz.tumblr.com

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 10 Monate von  admin.
    #196869

    Wie wäre es denn mit Eigenerwirtschaftung?
    http://wirbrauchenplatz.tumblr.com/spenden

    #196870

    Anonym

    Wie wäre es denn mit Eigenerwirtschaftung?

    Fragte der Rentner.

    #196872

    Wohnraumverknappung ist wirklich witzig.
    Im Jahre standen in Ostdeutschland 1.Mio Wohnungen leer.
    Den Rückbau gab es, weil niemand wollte, dass echt gruselig wird, da wo nur noch Leerstand war.

    #196879

    Den Rückbau, der genossenschaftlichen Immobilien, gab es, weil jede Genossenschaft auf diese Weise von Altschulden befreit wurde. Unvermieteter Wohnraum bringt da keine Tilgung…

    #196887

    Herrlich! Jung müßte man sein, dann könnte man dort revoluzzen. Und wenn man F.L.T.I. (Frauen, Lesben, Trans, Inter) wäre, dann könte man sich dort auch ein Schlafplätzchen einrichten. Also ich würde mitmachen.

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