Auch Liberale Hochschulgruppe lehnt Redner-Quotierung im Stura ab

14. August 2015 | Vermischtes | 1 Kommentar

Abwechselnd sollen Männer und Frauen zu Wort kommen, so sieht es ein Antrag im Studierendenrat der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vor. Nach dem Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) protestiert nun auch die Liberale Hochschulegruppe (LHG) dagegen.

„Offenbar scheint es an unserer Universität doch nicht so schlecht zuzugehen, wie es einige Hochschulgruppen behaupten, wenn – so suggerieren es zumindest die Tagungslisten des StuRas – eines der größten Probleme die Reihenfolge der Redebeträge dieses Gremiums ist“, so die LHG. „Wer der Auffassung ist, eine quotierte Rednerliste würde in irgendeiner Form für Gleichberechtigung sorgen, der sollte sich selbst fragen, inwieweit dadurch etwa mehr Dozentinnen eingestellt werden oder weniger diskriminierende oder sexistische Handlungen an unserer Universität an den Tag gelegt werden.“ Der Stura solle sich stattdessen „wieder mit sinnvollen und vor allem inhaltlichen Themen beschäftigen, anstatt über völlig absurde formale Regelungen innerhalb des Gremiums zu fantasieren, die keiner Debatte und keinem Bemühen nach Gleichberechtiung helfen können.“

Von den Befürwortern einer quotierten Redeliste sei der Sinn einer Debatte offenbar nicht verstanden worden. „Denn idealerweise sollte auf einen im StuRa aufgekommenen Wortbeitrag eine Reaktion folgen, die zum angesprochenen Thema passt – unabhängig davon, wer diese Reaktion vorbringt. Wenn jemand sich nun hierzu äußern möchte, aber dies nicht kann, weil er oder sie das falsche Geschlecht hat, kann keine flüssige Diskussion entstehen, wenn sich leider niemand findet, der sich vom richtigen Geschlecht zur Frage äußern möchte. Keine Debatte kann stringent oder gar verständlich sein, wenn Leute in der Rednerliste nach vorne oder hinten geschoben werden, um eine Quote zu erfüllen, anstatt in der Reihenfolge sinnvolle Beiträge liefern zu können. Offenbar war das oberste Ziel der Befürworter einer quotierten Rednerliste: Es ist völlig egal, ob eine Debatte zustande kommt – Hauptsache, diese Debatte diskriminiert niemanden.“

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