Abu: Großes Tier – Große Kunst und Bienen: die Vervielfachung der Zootiere

16. Mai 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Ursprünglich als „kleine Privatinitiative“ der Elefantenpfleger im Bergzoo von Halle (Saale) gestartet, hat sich die Geschichte vom malenden Elefantenbullen wie ein Lauffeuer verbreitet.

2014-05-15 - abu malt 002Der 13 Jahre alte Elefantenbulle Abu hatte sich im Rahmen eines Tierbeschäftigungsprogramm als „kleiner Meister“ entpuppt, als er erst kürzlich mit seinem Rüssel insgesamt 7 Bilder malte. Die Tierpfleger des Elefantenhauses im Zoo Halle sind dabei auf die spontane Idee gekommen diese Bilder für einen guten Zweck zu versteigern. „Abu machte schon immer gerne Geräusche mit seinem Rüssel und wir dachten uns wir könnten auch mal etwas anderes ausprobieren.“, so Tierpfleger Norman Hase. Zusammen mit seinem Kollegen Ronny Peglow erklärte er gestern, wie die Werke entstehen. „Mit verdünnter Lebensmittelfarbe wird die Grundierung aufgesprüht, vergleichbar wie beim Airbrush, nur halt etwas größer. Man füllt dafür etwas Farbe in die Rüsselspitze und auf das Kommando ‚blow‘ bläst Abu die Farbe dann hinaus. Ursprünglich diente dieses Kommando dazu, Sekrete aus dem Rüssel für Gesundheitsuntersuchungen zu bekommen.“, erklärte Ronny Peglow noch vor dem Elefantenhaus.

2014-05-15 - abu malt 005Auf diese Grundierung trägt Abu dann weitere Farbkleckse auf, nachdem ein Pfleger ihm die Rüsselspitze mit Farbe betupft hat. Norman Hase betonte: „Für Abu ist das ein Spiel. Wenn er keine Lust hat, geht er einfach vom Gitter weg und dann wars das.“ Doch Abu hatte Lust und zeigte gleich nach dem Betreten wer hier der „Mann im Haus“ ist, indem er sich spielerisch leicht auf das Gitter hob und den Rüssel kreisen lies. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung, immerhin ist Abu eben kein kleines Kuscheltier, ging es dann auch schon los. Es wurde gesprüht, gepatscht, gezogen und gekleckst, nicht jedoch immer so zielsicher: auch die beiden Tierpfleger kamen in den Genuss eines neuen Anstriches.

Neben diesem wahrlich großen Künstler gab es gestern noch etwas zu feiern: die Anzahl der Zootiere hat sich schlagartig vervielfacht. Nach vorsichtigen Schätzungen liegt sie nun bei weit über
30.000. Wie das geht? Ganz einfach: Bienen!

2014-05-15 - bienenhau 006Zoodirektor Andreas Jacob eröffnete gestern das neue Bienenhaus am Südhang des Reilsberges. Der Standort wurde nicht nur zum Wohle der Bienen gewählt, die viel Sonne lieben. Auch eine Einflugschneise dicht an der Gastronomie wäre natürlich nicht von Vorteil, vor allem für die Gäste, so Andreas Jacob. Die Abteilung Umweltbildung wird nun interessierten Kindern und Jugendlichen auch das Leben von Bienen am lebenden Objekt erklären können.

Vor dem begehbaren Bienenhaus befindet sich ein sogenannter „Bannkorb“, in dem ein Volk von etwa 20.000 bis 25.000 Bienen lebt. Im Bienenhaus selber befinden sich zur Zeit vier Waben, die jedoch noch nicht voll belegt sind. Bis zu 10.000 Bienen finden hier ein zu Hause. Weiter findet man im Bienenhaus Schautafeln und interaktive Medien mit Informationen rund um die Biene. Einen eigenen Bergzoo-Honig wird es aber laut Andreas Jacob nicht geben, dafür wäre der Aufwand zu groß und der Ertrag zu niedrig.

Wenn die Abschlussarbeiten vollbracht sind, bietet sich den Besuchern ab dem kommenden Sonntag die Gelegenheit, die Welt der Bienen selber zu erkunden. Aus diesem Anlass findet am 18. Mai 2014 auch ein Fliederwochen-Spezial unter dem Motto „Faszination Bienen“ statt. Die einzelheiten zum Programm findet man hier.

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