Abriss in Halle geht auch 2013 weiter

26. Dezember 2012 | Vermischtes | 4 Kommentare

In Halle (Saale) werden auch im kommenden Jahr mehrere Plattenbauten abgerissen, obwohl unklare Fördermittelsituationen den Rückbau der ungeliebten und unsanierten Platten an den Stadtrandbereichen bremsen. Aus diesem Grund planen Bauverein und GWG Halle-Neustadt keinen Abriss. „In unserer Genossenschaft wird es perspektivisch keinen weiteren Wohnungsabriss geben“, erklärt auch Petra Dünnebier von der Wohnungsgenossenschaft Freiheit. Die WG Frohe Zukunft will in der Silberhöhe die Abrissfläche Erich-Weinert-Straße 3 begrünen. Weitere Abrissmaßnahmen sind auch bei dieser Genossenschaft nicht vorgesehen.

Bei der HWG soll gleich ein komplettes Hochhausviertel im Süden der Stadt verschwinden. Fünf Elfgeschosser an der Straßenbahn-Endhaltestelle der „8“ in der Elsa-Brändström-Straße/Ecke Murmansker Straße sollen verschwinden. Nach Angaben der Halleschen Wohnungsgesellschaft werden in der Murmansker Straße 6, 8, 8a, 8b, 10 und der Elsa-Brändström-Straße 99-100 insgesamt 301 Wohnungen abgerissen. Anrücken sollen die Abrissbagger im Herbst 2013. Bereits im Sommer startet der Abriss von 80 HWG-Wohnungen im Zanderweg 5 bis 12 in Heide-Nord.

Die BWG will in Halle-Neustadt einen Fünfgeschosser abreißen. Außerdem plant man hier den Teilrückbau eines 5 Geschossers auf 3 Geschosse. Aus 100 Wohnungen werden dadurch 60. Sie sollen durch Balkone aufgewertet. Zehn Wohnungen im Erdgeschoss werden nach Angaben von GWG-Sprecher Uwe Nachsel zudem barrierefrei erschlossen. 2 Millionen Euro sollen die Arbeiten kosten.

Auch die Stadt selbst plant Abrissmaßnahmen, will dafür allerdings im kommenden Jahr zunächst Fördermittel beantragen. Im Jahr 2016 sollen dann die Kitas Fischerring und Waldmeisterstraße sowie Teile der Schule im Zanderweg in Heide-Nord abgerissen werden. Etwa 700.000 Euro sollen die Arbeiten kosten. Auch für Abrissmaßnahmen in Halle-Neustadt sollen Fördermittel beantragt werden, die Umsetzung ist dann frühestens ab 2014 vorgesehen. Alte Schulgebäude in der Haflinger Straße und der Osnabrücker Straße sowie eine alte Kita in der Gellertstraße sollen für insgesamt 1,4 Millionen Euro abgerissen werden. In der Südstadt soll eine Schule in der Grenobler Straße für 250.000 Euro abgerissen werden.

Im Rahmen des Altschuldenhilfeprogramms habe man bis Ende 2011 insgesamt 2885 Wohnungen vom Markt genommen „und damit die Zielstellung erfüllt“, heißt es von der GWG. 18 Hochhäuser und 16 Fünf- bzw. Sechsgeschosser seien im Zuge dieses Programms abgerissen worden. „Da mit Auslaufen dieses Programms die Entlastung der Unternehmen von auf den Beständen liegenden Altschulden wegfällt, werden Entscheidungen zum Rückbau weiterer Gebäude auf der Grundlage aktuellen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen getroffen und bedürfen jeweils der Zustimmung des Aufsichtsrates“, so GWG-Sprecherin Doris Henning.

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