AHA fordert wissenschaftliches Gesamtkonzept für den Hufeisensee

9. Dezember 2014 | Vermischtes | Keine Kommentare

Derzeit wird in der halleschen Politik der Verkauf von Flächen am Hufeisensee diskutiert. Ein Investor will hier einen 27-Loch-Golfplatz bauen, auch ein 100-Betten-Hotel soll entstehen. Doch der Umweltverein „Arbeitskreise Hallesche Auenwälder“ gibt noch nicht auf und fordert nun erneut ein wissenschaftliches Gesamtkonzept.

In dem Konzept sollten die Belange des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes, des Tourismus und der Naherholung, untersucht und zueinander abwägt. Vorschläge dazu gebe es seit 1983 durch den damaligen Arbeitskreis Umweltschutz Halle (AKUS) in der Gesellschaft für Natur und Umwelt der DDR im Kulturbund der DDR.

Die mit dem Bau verbundenen Einbeziehung der geschlossenen Mülldeponie Kanena und landwirtschaftlicher Flächen rufe besonders große Besorgnis hervor, so der AHA, Ebenso besorgniserregend sei die räumliche und bauliche Ausdehnung der Wassersportanlagen auf die Landzunge im Mittelbereich des Hufeisensees erfolgt, welches eine weitere Verbauung dieses bisher weitgehend unverbauten Landschaftssteiles zur Folge habe. Allerdings hat der Investor von einigen Plänen schon Abstand genommen. „Ferner sind weitere Verbauungen im Umfeld des Hufeisensees zu verhindern. Bereits mit der Errichtung der Osttangente sind massive Verbauungen und Zerschneidungen erfolgt“, so der AHA.

Die gegenwärtig bestehenden Pläne entsprechen, nach Auffassung des AHA, keinesfalls dem gegenwärtigen ökologischen und landschaftlichem Potential des Hufeisenseegebietes. Der AHA verweist stattdessen auf seine eigenen Pläne. Diese habe man im Zuge des Entwurfs für den Bebauungsplan eingereicht. So wird unter anderem die Einrichtung eines Landschaftsschutzgebietes gefordert.

Für Kritik sorgt auch, dass die Flächen unter Wert verkauft werden sollen. Im Gespräch ist eine Summe von 932.000 Euro bei einem Wert von 2,1 Millionen. „Die wirtschaftliche und regionale Bedeutung der Golfanlage als Begründung anzugeben ist zu mindestens genauso skandalös, wie das Gesamtvorhaben an sich. Das Vorhaben trägt im Falle der Umsetzung somit nicht nur zu massiven Störungen in Natur, Landschaft und Umwelt sowie zur Hebung von Umweltgefahren bei, sondern führt zu erheblichen Verlusten eines steuer- und gebührenfinanzierten öffentlichen Haushaltes bei“, so der AHA, der ein Einschreiten der Kommunalaufsicht fordert.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben