99 Jahre Stadtbad: Geburtstagsfeier am 21. Februar

17. Februar 2015 | Vermischtes | 1 Kommentar

„Öffne dich nun du weites Haus mit deinen lichten Hallen und spende Kraft, Gesundheit und Wohlergehen all denen, die dich suchen werden.“ Mit diesen Worten weihte Oberbürgermeister Richard Robert Rive am 16.2.1916 – vor 99 Jahren – die erste hallesche Schwimm- und Badeanstalt ein – unser Stadtbad.
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Und dieses Jubiläum wird gefeiert. Der Förderverein Zukunft Stadtbad Halle (Saale) e.V. und der Böllberger Sportverein laden deshalb am 21.2.2015 ab 15.30 zu einer Diskussionsrunde und zu einer Vorführung der Kanuten ein. Eine Gesprächsrunde mit Britta Steffen (u.a. Olympiasiegerin 2008) und Karin Harzer (Beyer; u.a. Weltrekordlerin 1958), moderiert von Dr. Andreas Hahn (Sprecher der Kommission Schwimmen der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft) wird begleitet durch öffentliche Trainingseinheiten der Slalom- und Wildwasserkanuten des Böllberger Sportvereins. Im warmen Wasser des Stadtbades trainieren die Nachwuchskanuten jeden Winter das sichere Aussteigen aus dem Boot bei Kenterungen und die Kenterrolle unter Aufsicht von erfahrenen Sportlern des Vereines.

Ein weiterer Höhepunkt wird das KUNSTWIEGEN sein. Die durch den Förderverein Zukunft Stadtbad wieder instand gesetzte historische Personenwaage wird fünf weitere KUNSTWIEGEKARTEN erhalten. Für diese zweite Runde konnten wir die Künstler* Ulrike Steinke, Lucie Göpfert, Markus Färber, Alexander Schmidt und Moritz Götze gewinnen. Falls Sie noch nicht alle Wiegekarten aus der ersten Runde haben – denn es handelt sich hier um limitierte Kunstdrucke und Sammelobjekte – dann empfehlen wir noch ausreichende Wiegevorgänge bis zum Nachmittag des 21.2. UND: vergessen Sie die 20 Cent-Stückchen nicht – denn auch damit spenden Sie für den Erhalt des historische Stadtbades.

Das Stadtbad wurde zwischen 1913 bis 1916 von Wilhelm Jost erbaut, der auch für den Wasserturm Süd, die alte Minol-Tankstelle in Trotha und das Trafohaus am Stadtpark verantwortlich ist. Entstanden ist das Bad zu einer Zeit, als es kaum fließend Wasser gab. Deutschlandweit hatten die Volksbäder dank der Hygieneausstellung 1883 ihren Durchbruch. In Halle sollte es aber etwas länger dauern. Das Stadtparlament stritt lange darum, schon damals war Geld knapp. So waren die Stadtverordneten damals der Meinung, im Sommer badet man in der Saale und im Winter gar nicht. Doch letzten Endes fiel die Entscheidung für den Bau und damit auch für ein modernes und aufwendiges Gebäude, das auf dem Gelände der alten Stadtgärtnerei errichtet wurde. Neben Frauen- und Männerhalle gab es auch eine Unterteilung in Arm und Reich, eine Sauna gehörte zum Angebot und selbst eine Hundebrause war geplant. Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Sportvereinen gab es auch damals schon. In alten Zeitungen ist von einem Kampf der Vereine gegen das neue Bad zu lesen. Denn die Nutzungsgebühren sollten für sie von 80 auf 300 Mark pro Stunde steigen, für Schwimmfeste am Wochenende sogar auf 1.200 Mark. Die Männerhalle verlor 1986 ihr Tonnengewölbe und wurde durch Wellbleche ersetzt, auch die unteren Umkleidekabinen wurden abgebrochen. Auch der Jüngling auf dem Turm fehlt heute.

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