9,4 Millionen Euro: Evangelischer Kirchenkreis beschließt Haushalt

10. November 2013 | Vermischtes | Keine Kommentare

Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Halle-Saalkreis hat am Samstag bei ihrem Herbsttreffen den Haushalt für das Jahr 2014 einstimmig beschlossen. Es gab zwei Enthaltungen. Knapp 40 Vertreter des Kirchenparlaments hatten an der Sitzung im Mutterhaus der Diakonie teilgenommen.

Der Etat sieht ein Volumen von 9,4 Millionen Euro vor. Knapp die Hälfte davon sind Personalkosten, 1,2 Millionen Euro sind für den Baulastenfond bestimmt.

21.700 Euro will der Kirchenkreis für Kirchenmusik ausgeben. Hierbei soll es auch ein Sonderprojekt geben. Im Jahr 2015 sollen in den Kirchen der Region musikalische Uraufführungen stattfinden. Die Ausschreibung dazu läuft im kommenden Jahr an. 17.843,60 Euro fließen an die Arbeitsgemeinschaften Religionsunterricht. Für die Öffentlichkeitsarbeit sind 54.500 Euro vorgesehen, für die Ökumene 17.000 Euro und 12.000 Euro für die Förderung von Regionalarbeit. 10.000 Euro stellt der Kirchenkreis für überregionale Ausstellungen und Veranstaltungen in der Marktkirche bereit. 16.598,24 Euro sind für die Gehörlosenarbeit bestimmt. 15.233,07 Euro erhält die Kreisdiakonie-Pfarrstelle der Stadtmission. In die Krankenhausseelsorge werden 2.500 Euro investiert, 4.000 Euro in die Straffälligen- und Gefangenenseelsorge, 10.270 Euro in die Polizeiseelsorge und 1.000 Euro in die Notfallseelsorge. 35.000 Euro gehen in den Projektmittelfond. Für die Arbeit mit Kindern, Familien, Jugendlichen und Frauen werden 5.950 Euro bereitgestellt.

Auch zahlreiche Einrichtungen werden unterstützt. Wie im laufenden Jahr bekommt die Stadtmission 35.000 Euro. Der Zweckverband des Kirchenkreises mit Beratungsstelle erhält 39.000 Euro, 2.000 mehr als im laufenden Jahr. Für die Bahnhofsmission gibt der Kirchenkreis 30.000 Euro. Die Telefonseelsorge wird mit 15.000 Euro unterstützt, die Diakonische Begegnungsstätte mit 25.000 und die Villa Jühling mit 5.600 Euro. Mit weniger Geld müssen die Stiftung Petersberg (5.000 statt 7.500 Euro) und die Freien Schulen (15.000 statt 20.000 Euro) auskommen. Neu dabei mit einer Unterstützung von 5.000 Euro ist das FAZ Halle mit 4.000 Euro.

Beschlossen wurde zudem, dass im Rahmen der Gottesdienstkollekten im kommenden Jahr für die Klinik-, Telefon- und Gefängnisseelsorge, Dorforgeln, die Einrichtung „Schnitte“ sowie das Martha-Haus unterstützt werden. Daneben entschieden sich die Synodalen im Rahmen des Zwei-Prozent-Appells, Projekte in Indien, Tansania sowie ein Projekt zur AIDS-Prävention im Kongo zu unterstützen.

Stellenplan
Diskutiert wurde auch über den Stellenplan. Insbesondere um die Zukunft der Petrusgemeinde gab es heftige Diskussionen. Die Pfarrstelle wird mit dem Ausscheiden des derzeitigen Pfarrstelleninhabers aufgehoben, stattdessen bekommt die Bartholomäusgemeinde ab jenem Zeitpunkt eine 100-prozentige Pfarrstelle. Das gefällt den Kröllwitzern gar nicht, haben sie doch dann überhaupt kein Mitbestimmungsrecht mehr über den neuen Pfarrer. Superintendent Hans-Jürgen Kant verwies in seiner einleitenden Begründung der Erhöhung des Stellenumfangs auf die bessere, seitens der EKM prognostizierte Entwicklung der Einwohner- und Kirchgemeindemitgliederzahlen. Petrus hat derzeit 1.250, Bartholomäus 1.600 Mitglieder. Der (ursprüngliche) Stellenplan bildet die unterste Grenze und wenn es sowohl die Möglichkeiten zulassen als auch die Notwendigkeiten gebieten Stellenumfänge zu erhöhen, „so sollten wir dies auch tun.“ Kant betont weiter, dass die vorliegende Beschlussvorlage dieser Sachlage gerecht wird. Mit dem Ende der Entsendungszeit der aktuellen Pfarrstelleninhaberin würde sonst der bisherige Beschluss greifen.

Außerdem entwickeln sich die Mitgliederzahlen in den halleschen Kirchgemeinden besser als erwartet. Aus diesem Grund veränderte die Kreissynode die Zielstellung für den Stellenplan 2025. Es erfolgt eine Erhöhung der bisher geplanten Mitarbeiterzahl im unmittelbaren Gemeindedienst um 0,25 VE von 28,65 VE auf 28,90 VE. Hinzu kommen 4,20 VE für kreiskirchliche Dienste, so dass in 12 Jahren der Kirchenkreis noch für 33,1 Stellen Geld ausgibt.

Die Gemeinden Heiland und Mötzlich kämpften erfolgreich um ihre Pfarrstelle. Denn insbesondere dieser Stadtteil weist einen enormen Zuwachs an Gemeindegliedern auf. So wurden im Kirchspiel mit Paulus insgesamt 70 Kinder im Konfirmationsunterricht betreut. „Außergewöhnliche Zahlen“, nannte dies Superintendent Kant. Die Synodale Paarsch stellte, mit Blick auf marginale Unterschiede zwischen einer Pfarrstelle mit gemeindepädagogischer Ausrichtung und einer ordinierten Gemeindepädagogenstelle den Antrag, auf Erhalt der aktuellen Pfarrstelle mit einem Stellenumfang von 50%. Gestützt wurde dieser Antrag von der Synodalen Pfarrerin Dr. Sabine Kramer. Die Kreisreferentin für die Arbeit mit Kindern, Familien und Jugendlichen im Kirchenkreis, Sabine Franz, mahnte an, die Gründe, die zur Erhöhung des Stellenumfangs geführt haben, nicht zu vernachlässigen und dem immensen gemeindepädagogischen Bedarf in der Region Mitte-Nord, insbesondere Paulus-Heiland-Mötzlich, Beachtung zu schenken.

Bericht des Superintendenten
In seinem halbjährlichen Bericht richtete Superintendent Hans-Jürgen Kant nochmals seinen Blick auf die geleistete Arbeit des Kreiskirchenrates. 176 Beschlüsse wurden seit der Frühjahrssynode von diesem Gremium gefasst. Die zu bearbeitende Bandbreite der Themen war dabei umfangreich. Personelle, kulturelle und finanzielle Fragen gehörten ebenso dazu, wie gesellschaftliche und politische Positionsklärungen (Maßnahmen im Zusammenhang mit der Flut im Juni 2013 oder Positionierung zum Erhalt der medizinischen Fakultät in Halle/S.).
Ein besonderes Anliegen des Superintendenten war es, den Synodalen für die geleistete Arbeit in den vergangenen Jahren zu danken: „Sie sind die Synodalen, die mir bei meiner Wahl ihr Vertrauen geschenkt haben. Ich möchte mich bei Ihnen als scheidende Synode sehr herzlich für den Weg bedanken, den wir seitdem gegangen sind. Und genauso danke ich Ihnen für Ihr Engagement in den schwierigen Fragen, die uns umgetrieben haben, für jedes Zeichen der Freundlichkeit und für das Miteinander, das ich mit Ihnen erleben durfte.“
Im speziellen hob er die Arbeit des Präsidiums der Kreissynode heraus. An Präses Silke Boß, Vizepräses Gudrun Naumann und Präsidiumsmitglied Peter Friedrich gerichtet sagte Kant: „Danke für Ihre umsichtige Leitung, für Ihre Ideen, für Ihr Zupacken, für all die Kleinarbeit, die notwendig ist, damit das Synodengeschäft über viele Jahre funktionieren kann.“
Abschließendes

Letzte Amtshandlung der Synode war das Einsetzen eines Wahlausschusses, der die Mitglieder für künftige Gremien, wie z.B. das neue Synodenpräsidium oder den Kreiskirchenrat, der neuen Synode vorschlägt. Einstimmig gewählt wurden die Präses der aktuellen Synode Silke Boß, Superintendent Hans-Jürgen Kant sowie der stellvertretende Superintendent Pfarrer Andreas Schuster.

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