20*C+M+B*15: Sternsinger zu Gast im Ratshof

7. Januar 2015 | Vermischtes | Keine Kommentare

An vielen Türen im halleschen Ratshof prangt seit Mittwoch der Segensspruch 20*C+M+B*15. Sternsinger aus der katholischen Pfarrei Halle-Nord waren zu Gast im Behördenhauptsitz der Saalestadt. Im Volksmund steht der Segensspruch für die drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar (CMB), bedeutet aber eigentlich Christus Mansionem Benedicat (Christus segne dieses Haus).
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Begrüßt wurden die Kinder von Kulturdezernentin Judith Marquardt. Von ihr und weiteren Stadtmitarbeitern gab auch Spenden in die Spendendose. Singend ging es weiter durch die Flure des Ratshofes. “Mit Stern, Umhang und Kron´, verkünden wir Gottes Sohn. Als Kind kam er in die Welt, wovon unsere Kunde erzählt. Sein Kommen in dunkler Nacht, hat Licht in die Welt gebracht. Allen ein helles und segensreiches Jahr, wünschen Kaspar, Melchior und Balthasar”, war dabei zum Beispiel zu hören oder „Es singen die Kinder der Welt“ und „Stern über Bethlehem“.

Im Bistum Magdeburg katholischen Kirche, zu dem auch Halle gehört, beteiligen sich an der Aktion alle 44 Pfarreien. Fast tausend Kinder ziehen verkleidet als die Heiligen Drei Könige durch die Straßen des Bistums. Ihr Anliegen: Den Menschen Gottes Segen für das neue Jahr bringen und möglichst viel Geld sammeln, um Kindern in anderen, armen Ländern zu helfen. Am 4. Januar ab 12.30 Uhr sind die Kinder in ihren festlichen Gewändern in der Saalestadt unterwegs. Auch bei mehreren Firmen und im Ratshof schauen die Kids vorbei. Zudem wird am 6. Januar in den Gottesdiensten der teilnehmenden Gemeinden gesammelt, so in Heilig Kreuz, St. Norbert, Dölau, Propsteikirche, Moritzkirche und Dreieinigkeit.

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Am Ende der letzten Aktion vor einem Jahr hatten die Mädchen und Jungen aus dem Bistum Magdeburg gut 228.000 Euro weitergeben können, rund 21.000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Jede einzelne von den 44 Pfarreigruppen im Bistum hat damit gut 5181 Euro ersungen. Bundesweit waren bei der Aktion sogar mehr als 44 Millionen Euro zusammen gekommen. Das Kindermissionswerk – mit dem Bund der deutschen katholischen Jugend (BdkJ) Träger der Sternsingeraktion – konnte damit erneut 1800 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützen. Alles in allem wurden Projekte in mehr als 100 Ländern gefördert.

„Segen bringen, Segen sein. Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit!“ heißt das Leitwort der aktuellen Aktion. Im Mittelpunkt steht dieses Mal das Thema Ernährung; das Beispielland, mit dem Kindern und Erwachsenen das Thema verdeutlicht wird, sind die Philippinen. Auch dort ist eine gesunde Ernährung für Kinder nicht selbstverständlich. Mehr als fast jedes dritte Kind ist dort wegen chronischer Mangel- und Unterernährung zu klein für sein Alter. Und das, obwohl eigentlich genug gesunde Nahrungsmittel auf den Philippinen vorhanden sind. Die wenigsten Menschen bestellen ihr eigenes Land, die meisten verdingen sich als Tagelöhner. Sie ernten dann die Früchte, die sie sich selbst nicht kaufen können, und die eigentlich der gesunden Ernährung ihrer Kinder dienen würden.

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Weltweit leiden 842 Millionen Menschen Hunger. Jeder achte Mensch hat nicht genügend zu essen, um ein gesundes Leben zu führen. Zwei Milliarden Menschen weltweit sind mangelernährt. Rund 2,6 Millionen Jungen und Mädchen unter fünf Jahren sterben jedes Jahr an den Folgen von Unterernährung. Mehr als 162 Millionen Kinder sind zu klein für ihr Alter, etwa 50 Millionen sind zu dünn für ihre Größe – beides sind Zeichen von Mangelernährung.

Die Sternsinger helfen mit ihrer Aktion weltweit in den von ihnen unterstützten Projekten, dass Kinder gut ernährt werden und sich gut entwickeln können. In Indonesien zum Beispiel erhalten mangel- und unterernährte Kleinkinder ausgewogene Nahrung. Im kargen Nordosten Brasiliens lernen schon die Jüngsten, mit wenig Wasser auszukommen. Im Schulgarten bauen sie Gemüse an und tragen ihr Wissen auch nach Hause. In Brasilien, Kolumbien oder auf den Philippinen wird in Ernährungsprogrammen vor allem mit Kleinkindern, Schwangeren und Müttern gearbeitet. Mitarbeiter geben Kurse, in denen es um Stillen, ausgewogene Ernährung und Hygiene geht. Darüber hinaus stellen sie Nahrungsergänzungsmittel für mangel- oder unterernährte Kinder sowie für Schwangere her. Die Sternsinger setzen sich jedoch nicht nur in diesem Themenbereich für benachteiligte Gleichaltrige in aller Welt ein. Straßenkinder, Aids-Waisen, Flüchtlingskinder, Kindersoldaten, Mädchen und Jungen, die nicht zur Schule gehen können, denen Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung fehlen, die in Kriegs- und Krisengebieten oder ohne ein festes Dach über dem Kopf aufwachsen – Kinder in über 100 Ländern der Welt werden jedes Jahr in Projekten betreut und versorgt, die mit Mitteln der Aktion unterstützt werden.

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