Wie weiter mit dem Peißnitzhaus?

26. November 2012 | Vereinsleben | Keine Kommentare

Eine Zukunftswerkstatt hat sich am Wochenende mit der Weiterentwicklung des Peißnitzhauses in Halle (Saale) befasst. Im Mittelpunkt stand dabei die Gründung einer Kultur-/ Sozialgenossenschaft. In einem Workshop wurden Ideen ausgelotet und die Machbarkeit besprochen. Ziel sei es, den Eigenanteil zu erhöhen, sagte Roland Gebert vom Peißnitzhaus e.V. Man wolle die Finanzierung auf sicherere Füße stellen und mehr potentielle Interessenten anlocken.

„Spar doch mal auf Kulturdividende“, umriss Stefan Bünsow die Idee. Die Genossenschaftsmitglieder hätten zwar keine finanziellen Vorteile. Aber sie tun etwas für die Kulturlandschaft in der Stadt. Verworfen wurden dagegen Überlegungen zur Gründung einer Stiftung oder einer gemeinnützigen GmbH. Bei der nächsten Mitgliederversammlung im Frühjahr 2013 soll das Thema ausführlich diskutiert und die Gründung der Fördergenossenschaft möglicherweise bereits beschlossen werden. Für Roland Gebert ist dieser Schritt notwendig. „Für viele fängt Seriosität erst mit einer Gesellschaft an“, sagt er. Auf Vereine schaue man dagegen viel zu oft noch von Oben herab.

Das denkmalgeschützte Haus gehört der Stadt. Der Peißnitzhaus-Verein hat ein 20jähriges Nutzungsrecht mit fünfjähriger Verlängerungsoption. Auch wegen dieser Konstellation braucht der Verein Unterstützung. „Welche Bank gibt Geld, wenn sie keine Sicherheiten hat“, so Roland Gebert. Einer Sicherheit hätte da das Haus sein können – nun soll es die Genossenschaft sein. Schließlich soll die Haussanierung weitergehen, und auch soziale Projekte sollen wieder stattfinden.

Eine Spiel- und Erlebniswelt, ein kleines Restaurant/ Café, eine Erlebnisküche mit Promi-Kochkursen werden im Laufe der Zeit entstehen. Der Saal im ersten Obergeschoss soll für Tanzveranstaltungen neu gestaltet werden. Unter dem Dach sollen Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Für den ersten Bauabschnitt liegt der Bauantrag schon bei der Stadt. 1,2 Millionen Euro sollen hierbei investiert werden. Durch den Einzug von Zwischendecken könnte dann zumindest das Erdgeschoss im Rohbau genutzt werden. Vorgesehen ist im ersten Sanierungsabschnitt auch die Herrichtung von Lüftung, Abwasser und Heizungsanlage, damit die Gastronomie einziehen kann. Vorgesehen ist dabei übrigens eine integrative Einrichtung. Behinderte und nichtbehinderte Menschen sollen hier zusammenarbeiten. Dabei wird auch die Kooperation mit Trägern wie der Lebenshilfe und der Halleschen Behindertenwerkstätten angestrebt.

Ein Mammutprojekt ist auch die Instandsetzung des Dachs. Es gibt drei Sanierungsvarianten, die gerundet 200.000, 400.000, 550.000 Euro kosten sollen. Der Verein hofft dabei auf Spenden, um den nötigen Eigenanteil von 20 Prozent zu stemmen. 1500 m² Dachfläche sind herzurichten.

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