Hallesche Mundart ziert Hauswand der Dreyhauptschule

2. Juli 2018 | Vereinsleben | 1 Kommentar

Worte und Redewendungen der halleschen Mundart zieren seit kurzem die Hauswand der Dreyhauptschule in unmittelbarer Nähe vom Hallmarkt. Der vielbesuchte zentrale Platz der Stadt, der insbesondere von Bustouristen gern angesteuert wird, hat damit eine Attraktion mehr. Der Förderverein Pro Halle e.V. steht hinter der Idee und deren Umsetzung.

„Die Idee, Fassaden großflächig für „Pro-Halle-Zwecke“ zu nutzen, ist nicht ganz neu“, sagt  Herr Andreas Nowak, Mitglied des Fördervereins Pro Halle und Geschäftsführer des MMZ Mitteldeutsches Multimediazentrum Halle GmbH. „Bereits im vergangenen Jahr haben wir eine Fläche in der Kleinen Ulrichstraße gestaltet. Dort ging es um „Wort-Antiquitäten“, also Wörter, die immer mehr in Vergessenheit geraten. Auf der Fassade der Dreyhauptschule sind nun hallesche Sprachschätze zu finden. Wir wollen auf den hiesigen Dialekt aufmerksam und neugierig machen.“ Der Ort für die Fassadenmalerei ist in Halle prominent: die Dreyhauptschule am Hallmarkt, jetzt das Neue Städtische Gymnasium. Herr Andreas Nowak:  „Wir haben uns sehr gefreut, dass die Aktion zur Aufwertung des Standortes durch den Schulleiter Jan Riedel  Unterstützung fand und er uns sein Einverständnis gab. Ebenfalls das Denkmalamt der Stadt unterstütze uns unter anderem durch Vororttermine tatkräftig bei der Umsetzung der Auflagen und Hinweise an diesem historischen Klinkerbau.“  Nun heißt es in großen Lettern: „Was schmust der Lubbert?“ – Für Nichthallenser ist diese Frage kaum zu beantworten. Denn hier handelt es sich um eine Redewendung, die wohl nur in der Saalestadt so gebraucht und noch verstanden wird. Aber auch andere lokale Wortschöpfungen aus der alten bis jüngeren Vergangenheit, wie „Hornske“ und „Bunabelzer“ zieren die Hauswand. Für all jene, die diese Wörter nicht deuten können, gibt es zur Übersetzung die entsprechenden Fußnoten an der Wand.

„Mundart-Wand“, noch vom Baugerüst verdeckt.

Ein Dank gilt an dieser Stelle auch der halleschen Agentur Maigrün, die das Design für die Wand entwarf. Umgesetzt wurde das Werk durch die Malerfachwerkstatt K.-P. Albrecht.

Hintergrund Pro Halle e.V.:

Der Förderverein Pro Halle e. V. besteht seit 2003 und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die wirtschaftliche, touristische und kulturelle Entwicklung der Stadt Halle (Saale) zu unterstützen und voranzutreiben. Mit mehreren Aktionen gelang ihm dies bereits: Beispielsweise im Jahr 2015 mit dem „Buch der Rekorde“, das in drei Ausgaben der Frage nachgeht, in welchen Dingen Halle Spitzenreiter war oder noch ist. Oder dem Imagefilm „This ist Halle (Saale)“, dem Gewinnerprojekt aus dem Förderwettbewerb 2014 (zu finden unter http://vimeo.com/109838984). Oder der Plakatkampagne im Polaroid-Look, deren Motive im Jahr 2014 die Saalestadt unter dem Motto „Halle ist angesagt“ augenzwinkernd mit anderen Städten verglich. Mehr Informationen unter www.pro-halle.de und auf Facebook.

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