Fünf Jahre seit dem Absturz der Germanwings Maschine

24. März 2020 | Vereinsleben | 1 Kommentar
Der Absturz der Germanwings Maschine in den französischen Alpen am 24. März 2015  jährt sich bereits zum fünften Mal, teilt uns der  Juliane Noack Fiörderverein mit und zieht gleichzeitig in Erinnerung an die junge Künstlerin Juliane Noack aus Halle (Saale) und Leipzig ein Fazit seiner Tätigkeit.
150 Personen kamen beim Absturz der Germanwings Maschine in den französischen Alpen ums Leben. Darunter war auch die junge Künstlerin Juliane Noack aus Leipzig, geboren in Halle (Saale), zu deren Erinnerung im Herbst 2015 der Juliane Noack Förderverein gegründet wurde. Mit bundesweit vergebenen Projektförderungen und Stipendien unterstützt er heute Künstler*innen vor allem in den ersten Berufsjahren, um ein Statement zur beruflichen Situation junger Künstler*innen zu setzen – und um
neben der Arbeit mit dem künstlerischen Nachlass von Juliane Noack – auch auf diese Weise an sie zu erinnern.
Am 24. März gedenkt der Förderverein der Opfer des Absturzes. Dieser Tag ist für den Juliane Noack Förderverein aber auch Anlass, ein Fazit zu ziehen:
Der Juliane Noack Förderverein hat seit seiner Gründung 34 Künstler*innen mit insgesamt ca. 41.000 Euro durch Projektförderungen unterstützt bzw. unterstützt diese aktuell. 2018-2019 wurde erstmals ein Jahresstipendium (dotiert mit 15.000 Euro) vergeben – an Anja Heymann (Leipzig). Dazu kommen noch die eigenen Projekte des Fördervereins. Man kann also sagen, „dass der Juliane Noack Förderverein in den letzten Jahren immens gewachsen ist“, so Katrin Eitner, stellvertretende Vorsitzende im Vorstand. „So ist zumindest etwas Gutes aus der Katastrophe entstanden.“ Ohne ehrenamtliche Mitarbeit oder die projektweise Begleitung durch Freiberufler*innen ist das nicht zu schaffen. Insbesondere für die ehrenamtliche Mitarbeit wird auch immer Unterstützung in Berlin oder Halle (Saale) gesucht. Doch zum Glück geht heute vieles online, so dass auch Unterstützung aus anderen Städten funktionieren kann.
Ein Blick auf die akuell laufenden Projekte des Juliane Noack Fördervereins:
Halle (Saale) ist lokaler Schwerpunkt neben der bundesweiten Künstler*innenförderung. Zu Halle (Saale) hat der Juliane Noack Förderverein immer eine besondere Beziehung gehabt. Juliane Noack ist hier geboren und hat bis 2012 die Schmuckklasse der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle besucht. Neben der bundesweiten Förderung von Künstler*innen in den ersten Berufsjahren, sollte deshalb auch ein lokaler Förderschwerpunkt in Halle (Saale) entstehen. In den vergangenen Jahren wurden Künstler*innen der Stadt wie Sophie Baumgärtner, Marcus Biesecke oder Sarah Schuschkleb sowie der hr.fleischer e.V. Kunst- und Projektraum Kiosk am Reileck durch
Ausstellungsförderungen unterstützt. Seit 2019 werden nun die Meisterschüler*innen der Schmuckklasse der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle durch Projektförderungnen begleitet.
Und mit #SCHMUCKhochburgHALLE wird der Förderverein zum Veranstalter. Im Dezember 2019 wurde diese Vortragsreihe zur Schmuckkunst in der Stadt gestartet, die sich an die interessierte Öffentlichkeit richtet. Sie wird im Herbst 2020 fortgesetzt, dann wird ein Vortrag von Ildikó Danfalvi stattfinden. In #SCHMUCKhochburgHALLE sprechen Meisterschüler*innen der Schmuckklasse der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle über zeitgenössischen Schmuck.
Den Anfang machte am 11. Dezember 2019 Sarah Schuschkleb mit ihrem Vortrag „Das Ding & ICH“. Im Lichthaus Café Halle (Saale) gab Sarah Schuschkleb Einblicke in ihr Verständnis von zeitgenössischem Schmuck und in ihr Meisterschülerstudium bei Prof. Hans Stofer, Professor der Schmuckklasse der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Ergänzt wurde der Vortragsabend von einem Gespräch der beiden. Der Gesprächsabend wurde durch die Stadt Halle (Saale) gefördert und möchte Halle (Saale) als Ort des künstlerischen Schmucks noch bekannter machen.
Seit 2019 unterstützt der Förderverein Meisterschüler*innen in ihrem Studium in der Schmuckklasse der BURG Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die Förderung umfasst verschiedene Bausteine, so wird eine erste Publikation des/der Meisterschülers*in gefördert. Zum Abschluss der Meisterschüler*innenzeit wird der Förderverein eine Arbeit des/der Künstlers*in ankaufen. Auch die Etablierung der schon genannten Vortragsreihe gehört zu diesem Förderspektrum. Sie bietet den
Meisterschüler*innen Freiräume für ein Ausprobieren von Vortrags- und Gesprächsformaten und ermöglicht Ihnen, mit dem Publikum der Veranstaltungen ins Gespräch zu kommen.
Den Anfang machte Sarah Schuschkleb. Sie ist seit 2018 Meisterschülerin in der Schmuckklasse der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bei Prof. Hans Stofer und studierte hier zuvor von 2011 bis 2017 in der Schmuckklasse im Fachbereich Plastik. Zum Sommersemester 2020 beginnt Ildikó Danfalvi ihr Meisterschülerstudium in der Schmuckklasse und wird ebenfalls vom Juliane Noack Förderverein begleitet werden.
Glücklicherweise ist der Juliane Noack Förderverein aktuell noch nicht von größeren Einschränkungen im Rahmen der Corona Krise betroffen. Unsere Arbeit erfolgt zum großen Teil ehrenamtlich oder wird projektweise von z.B. Freiberuflern getragen. Momentan passiert das vorzugsweise vom Home Office aus. Auswirkungen auf laufende Projekte wie die Meisterschüler*innenförderung oder die Veranstaltungsreihe #SCHMUCKhochburgHALLE gibt es aktuell nicht. Wir beobachten die Situation jedoch sehr genau und schauen uns die Signale an, die uns Künstler*innen gerade senden. Zahlreiche Ausstellungen oder erste Messen sind bereits ausgefallen. Dies wird in den kommenden Wochen noch weitergehen. Mit existenzbedrohenden Auswirkungen auf die Akteur*innen ist zu rechnen. Wir helfen hier in einem ersten Schritt mit der Bündelung von schon vorhandenen Informationen zu ersten Hilfsangeboten speziell für Kunst & Kultur sowie Freiberufler*innen – aktuell über unsere
Facebookseite (www.facebook.com/foerdervereinjulianenoack).
Möglich machen dies die Unterstützer*innen, die den Verein mit Spenden finanzieren, Fördermitglieder geworden sind oder sich durch ihre Mitarbeit engagieren. Eine Fördermitgliedschaft ist ab 38 Euro(Personen) bzw. 90 Euro (juristische Personen) möglich. Auch Familie Noack stellt immer wieder finanzielle Mittel zur Verfügung. Und viele Aufgaben werden ehrenamtlich erledigt. Um dieFörderungen langfristig zu sichern, ist die Gründung einer Stiftung das Ziel. Auch dafür werden weiterGeldmittel gesammelt.
2019 entstand eine erste Edition aus dem Kreise der bisher geförderten Künstler*innen. Die Einnahmen dieser ersten Edition „Contained Worlds“ die Carina Shoshtary für den Förderverein entwickelt hat, fließen zurück in die Künstler*innenförderung. (Einige Exemplare der auf 23 Stück limitierten Serie von Broschen sind noch erhältlich und direkt über den Förderverein zu beziehen).

Über Juliane Noack

Juliane Noack studierte bis 2012 in der Schmuckklasse der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bei Prof. Daniel Kruger. Nach ihrem Diplom in Freier Kunst erhielt sie 2013 ein Arbeitsstipendium der Kunststiftung Sachsen-Anhalt. Seit Ende 2013 wurde sie durch die Galerie Katrin Eitner in Berlin vertreten. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt und sind in öffentlichen und privaten Sammlungen wie dem CODA Museum Apeldoorn (NL) vertreten. Die erste Einzelausstellung
von Hauptarbeiten fand 2016 in der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt in Halle retrospektiv statt. Parallel dazu wurde eine Publikation mit ihren Hauptarbeiten veröffentlicht (gefördert durch die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt und den Juliane Noack Förderverein). Juliane Noack befand sich im März 2015 für einen Arbeitsaufenthalt in Spanien. Auf dem Rückweg nach Deutschland stürzte ihr Flug 4U9525 über den französischen Alpen ab. Weitere Informationen über Juliane Noack finden Sie auf www.galerie-eitner.com und auf www.julianenoack.de.
Eine Mitteilung des Fördervereins zum Aufbau einer Juliane Noack Künstlerförderung e.V., Fotos: 1. Förderverein, 2. ToK
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