Tage des offenen Denkmals: weitere Tipps zum Erkunden

3. September 2013 | Veranstaltungen | Keine Kommentare

Am 8. September laden wieder viele interessante Gebäude in Halle (Saale) anlässlich des Tags des offenen Denkmals zu einem Blick hinter die Kulissen ein. Unter anderem wartet auf Besucher in den Franckeschen Stiftungen, dem Landesverwaltungsamt, am Gesundbrunnenhaus sowie im Straßenbahndepot ein buntes Programm.

Zum diesjährigen Tag des Offenen Denkmals würdigen die Franckeschen Stiftungen ihren Architekten Wilfried Ziegemeier. Spannende Themenführungen laden die Besucher ein, hinter die Kulissen zu schauen. Die frisch sanierte Latina August Hermann Francke steht dabei auf dem Programm, aber auch das Ziegemeier-Archiv, das umfangeiche Einblicke in die Sanierungsgeschichte gibt. Im historische Backofen wird das Francke-Brot gebacken, Gedenkmünzen zum Francke-Jubiläum können geprägt und gemeinsam mit dem Krokoseum 350 Fundstücke auf dem Gelände entdeckt werden. Um 13 Uhr laden Matthias Brenner (Chronist), Hilmar Eichhorn (Friedrich Wilhelm I.) und David Kramer (August Hermann Francke) wieder zu dem begehrten Rundgang nach einer historischen Mitschrift „Der Besuch des Köngis“ ein. Bei diesem abwechslungsreichen Programm im fast vollständig sanierten historischen Gesamtensemble der Schulstadt wird der eindrucksvolle Beitrag Wilfried Ziegemeiers zur Wiederbelebung der Franckeschen Stiftungen seit 1990 deutlich. Wilfried Ziegemeier war selbst Lehrersohn. In seinem erfolgreichen Berufsleben baute er über 70 Schulen und Kindereinrichtungen in der alten Bundesrepublik. Die Schulstadt August Hermann Franckes hat ihn fasziniert und so widmete er sich über 20 Jahre lang der Aufgabe, das denkmalgeschützte Ensemble der Franckeschen Stiftungen als zeitgemäßen Bildungskosmos architektonisch fortzuschreiben. Für ihn war die Historizität der Gebäude untrennbar verbunden mit ihrer Funktionalität im Dienste der zeitlos gültigen Bildungskonzepte Franckes sowie deren zeitgemäßer Weiterentwicklung. Die fast abgeschlossene Instandsetzung des Gebäudeensembles, das auf der Tentativliste für das UNESCO-Welterbe steht, trägt seine Handschrift.

Auch der Verein ¨Hallesche Straßenbahnfreunde.V.“ beteiligt sich als fester Programmpunkt mit dem Straßenbahnmuseum wieder an dieser Veranstaltung. Das historische Straßenbahndepot öffnet an diesem Tag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr seine Pforten. Während des gesamten Tages haben alle Besucher die Möglichkeit, von den fachkundigen Vereinsmitgliedern durch das Straßenbahnmuseum geführt zu werden. Die ehrenamtlichen Mitstreiter beantworten gern Fragen zu der Fahrzeugsammlung, der Geschichte der Halleschen Straßenbahn und der Entwicklung der Region in Zeiten der Industrialisierung. Das Thema des diesjährigen Tag des offenen Denkmals lautet „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“ Die Fahrzeugsammlung demonstriert, wie alte, abgewirtschaftete Fahrzeuge zu neuen, schönen technischen Denkmalen hergerichtet werden.Darüber hinaus besteht Gelegenheit, selbst zu beurteilen, wie schön und bequem die Fahrzeuge sind: Während der Öffnungszeiten bietet der Verein Rundfahrten mit dem historischen Omnibus H6B an. Der symbolische Preis für eine Fahrt beträgt 2,00 € für Erwachsene, für Kinder die Hälfte. Auch für das leibliche Wohl wird wie gewohnt gesorgt. Mit Bratwürsten vom Grill, Getränken und Kuchen kann in unserem über 100 Jahre alten Straßenbahndepot Hunger und Durst gestillt werden.

Auch das Landesverwaltungsamt lädt ein, zum Tag des offenen Denkmals einen Blick hinter die „Verwaltungsfassaden“ seines 2008 restaurierten Hauptsitzes zu werfen und nun bereits zum 6. Mal die Türen seines unter Denkmalschutz stehenden Dienstgebäudes in der Ernst-Kamieth-Straße 2. Neben Führungen in der ehemaligen Reichsbahndirektion um 10 und um 14 Uhr und einem bunten Programm für die ganze Familie mit Modelleisenbahn, Quiz und Kindertanzgruppe, wird der Start der Initiative „In liebevolle Hände abzugeben“ ein besonderer Höhepunkt sein. Hier werden aus jedem Landkreis zwei bis drei Denkmäler, die mitunter schon seit Jahren zum Verkauf stehen, ausgewählt und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt, um so schnell wie möglich einen neuen Besitzer zu finden und sie damit vor dem endgültigen Verfall zu retten. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, auf eigene Faust zwischen 10:00 Uhr und 18:00 Uhr das Haus zu erkunden. Hier wird schon im Foyer auf die ursprüngliche Aufgabe des Gebäudes als Königliche Eisenbahndirektion hingewiesen. „Am Tag des offenen Denkmal“ können alle großen und kleinen Gäste selbst zum Lokführer werden und (zumindest bei der aufgebauten Modelleisenbahn) am Schalter drehen. Der absolute Hit erwartet jedoch die Kinder außerhalb des Gebäudes. Auf dem Parkplatz steht eine überdimensionale Modelleisenbahn, mit der Kinder eine Runde drehen können. Der wunderschöne große Saal hat in diesem Jahr zwischen den Führungen ganz junge Gäste. Die kleinen Tänzerinnen und Tänzer aus Kindergarten und Hort des BUK e.V. (Verein für Bewegung und Kreativität) Halle zeigen um 12 Uhr ihr Können. Dass sie nicht nur tanzen, sondern auch sonst kreativ sind, ist im Foyer in der 2. Etage zu besichtigen. Dort stellen die Kinder aus den verschiedenen BUK-Einrichtungen in Halle in einer Wanderausstellung ein neues Projekt des Vereins vor, das Unternehmen der Region dazu einlädt, enger mit den Einrichtungen zusammenzuarbeiten. Auch in den anderen Etagen und Fluren des Hauses gibt es interessante Ausstellungen zu besichtigen. So präsentiert der Verein „Gobi“ die Fotoserie „Ein Tag im Leben des braunen Jungen“ einer jungen mongolischen Fotografin und der Fotoclub „Inspiration“ Halle zeigt beeindruckende Bilder zum Thema „Wasser“. Spannend wird es im Foyer der 3. Etage. Hier ist die interessante Ausstellung des „Römisch-Germanischen Zentralmuseums“ Mainz zu Archäologiekriminalität zu sehen. Wer sich neben der geschichtlichen Tradition des Gebäudes auch mit den aktuellen Aufgaben des Landesverwaltungsamtes vertraut machen möchte, für den haben die Auszubildenden der Behörde ein spannendes Quiz vorbereitet, bei dem es am Ende neben dem Wissenszuwachs besonders für die jüngsten Gäste eine kleine Überraschung gibt. Für alle, die beim Besichtigen hungrig und durstig werde, stehen Getränke und kulinarische Kostproben unserer Schülerköche aus Köthen und Eisleben bereit.

Anlässlich des Tages des offenen Denkmals wird das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt ein Programm im Schleiermacherhaus veranstalten. Los geht es bereits am 7. September von 18 bis 21 Uhr mit einem „Markttreiben“ auf dem Hof unter dem Motto „Naschereien aus der Vergangenheit“. Geboten wird dabei auch das Kinderprogramm „Ein Licht für den Heimweg“ (Laternen basteln und Kerzen ziehen) sowie die Filmvorführung „Editha – Begräbnis einer Königin. Protokoll einer Identifizierung“ zu jeder vollen Stunde . Am 8. September gibt es zwischen 10 und 18 Uhr zu jeder vollen Stunde Führungen. Im Hof geht das Markttreiben weiter. Auf die Besucher wartet ein Kinderprogramm zum Thema Stuck und Ritter, Büchertisch mit Publikationen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie, Bücherverkauf der Freunde der Stadtbibliothek Halle e.V. mit historischen Romanen u.a., Informationen zum Thema Denkmalpflege in Sachsen-Anhalt.

Von 11 bis 18 Uhr ist zudem das Stadtbad für interessierte Besucher geöffnet. In der Saalesparkasse in der Rathausstraße 5 findet eine Lesung über den Stadtbauarchitekten Wilhelm Jost aus dem Buch „gebaut habe ich genug“ von Mathias Homagk (Hasenverlag, 2013) statt. Jost hatte auch das Stadtbad entworfen.

Zum Tag des offenen Denkmals sind Besucher von 10 bis 16 Uhr in den Leopoldina-Hauptsitzes am Jägerberg eingeladen. Entlang des Rundgangs werden Bilder des Gebäudes im Zustand vor seiner Sanierung aus dem Jahr 2010 gezeigt. Anhand der großformatigen Fotografien, die in den Räumen der Nationalakademie ausgestellt werden, können die Besucher die Räume vor und nach der Restaurierung direkt miteinander vergleichen. Die kostenlosen Führungen durch das Haus werden um 10.30 Uhr, 12 Uhr und 14 Uhr angeboten. Die Besucher erfahren dabei Wissenswertes über die Geschichte der Leopoldina, über ihre heutige Arbeit als Nationale Akademie der Wissenschaften sowie über die Baugeschichte ihres Hauptgebäudes. Die Rundgänge führen unter anderem in den Vortragssaal, das Präsidiumszimmer, die Präsidentengalerie im Vorraum des Festsaals und in den Festsaal. Seit Anfang 2012 hat die Leopoldina ihren Hauptsitz am Jägerberg 1 in Halle. Das Gebäude gegenüber der Moritzburg wurde zuvor denkmalgerecht saniert. Seine Geschichte reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert: 1792 erwarb die Freimaurerloge „Zu den drei Degen“ das Gelände am Jägerberg und errichteten an dieser Stelle ihr Logenhaus. Das Bauwerk hat im Laufe seiner Geschichte mehrere Umbauten erfahren. Noch immer kann man die verschiedenen Baustile erkennen, die vom Zeitgeist der jeweiligen Epochen erzählen. Das Gebäude ist damit ein traditionsreiches Beispiel hallescher Baukultur.

Das Gesundbrunnenhaus: ein ganzes Viertel ist nach der Quelle benannt

Bereits zum fünften Mal öffnet das historische Brunnenhaus in der Max-Lademann-Straße seine Tür und lädt alle Interessierte ein, Wissenswertes über die über 700jährige Gesundbrunenquelle “ zu informieren. Auch in diesem Jahr erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit kulinarischer Versorgung. Der Tag beginnt um 10.00 Uhr mit der Eröffnung durch den Vorsitzenden Herrn Dr.Thomas Zeisler und Frau Staatsministerin Cornelia Pieper. 10.15 Uhr findet eine kurze Andacht mit Pfr. Brien von der Gesundbrunnengemeinde statt. Das Figurentheater „Anna Sophia“ führt um 11.00 Uhr das Stück Der Frieder und das Katerlieschen auf. Ab 12.00 Uhr ist Rainer Schock mit Jazzmusik am Klavier zu hören. Für die kleinen Besucher bietet die Günter Papenburg Kinderbaustelle den ganzen Tag Abwechslung. Die Firma Kathi stellt freundlicherweise Kuchen zur Verfügung. An diesem Tag werden auch Spenden für die Errichtung einer Wassertretanlage nach Kneipp am Gesundbrunnen gesammelt. Neben vielen Besuchern erwartet der Verein Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Über eine Vorankündigung sowie eine Nachberichterstattung würden wir uns freuen. Der Bürgerverein „Brunnenhaus – Gesundbrunnen Halle e.V.“ begreift sich als regional wirkender, dem deutschen Denkmalschutz und der Heimatgeschichte der Stadt Halle verpflichteter und der Öffentlichkeit zugewandter Verein. Der Zweck des Vereins ist der Erhalt und die denkmalgerechte Restaurierung des Brunnenhauses „Gesundbrunnen“ Halle.

Der Tag des offenen Denkmals wird seit 1993 jedes Jahr bundesweit am zweiten Sonntag im September veranstaltet. Sein Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Initiator des Denkmalstages in Deutschland ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

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