Salzfest in Halle wirft Schatten voraus

12. September 2012 | Veranstaltungen | Keine Kommentare

Bornknechtrennen, ein Märchen mit Lasershow, Schlagerstars und ein riesiger Salzstein sind die Höhepunkte beim diesjährigen Salzfest vom 21. bis 23. September 2012 in Halle (Saale). Und nach der Kritik um die Qualität des Festes will Veranstalter Lubomir Danailow diesmal etwas mehr Qualität und Tradition auf den Marktplatz bringen.

Blickfang soll in diesem Jahr ein zwei Meter hoher Salzstein aus der Bern-burger Salzwerkstatt werden. Mehrere Künstler bearbeiten den Stein während es Festes direkt auf dem Marktplatz. Die Besucher der Veranstaltung können so live miterleben, wie aus dem Stein nach und nach ein salziges Kunstwerk geschaffen wird. Ebenfalls ganz neu in diesem Jahr: Als Dankeschön für den Kauf eines Produkts auf dem Salzfest erhält jeder Besucher eine kleine Salztüte mit Aufdruck als Erinnerung an das Spektakel. Zudem informieren die Stände auf einem Schild über das von ihnen verwendete Salz. Es geht also erstmals beim Fest so richtig um das „weiße Gold“.

Aufgebaut werden vier Bühnen. Neben Künstlern wie Kristina Bach, Bianca Graf, Martin Jones und Band, Ulli Schwinge, Schlagermafia und der Swingband „Da Capo“ gibt es auf der Mittelalterbühne neben Jonglieraufführungen und Spielmannstänzen auch Zauber- und Feuershows zu sehen. Am Sonnabend startet um 22.00 Uhr das „Märchen von der Salzprinzessin“ mit einer großen Laser-Multimedia-Show.

Beim Internationale Bornknechtrennen am Sonntag versuchen die Teilnehmer, einen der ersten Plätze zu ergattern, indem sie Bottichen und Tragestangen so viel Wasser wie möglich von einem Punkt zum anderen tragen. Die Kanu-Tigers, dreimaliger Sieger, werden sicher wieder ihren Titel verteidigen wollen. Das vor zehn Jahren im Rahmen des Salzfestes ins Leben gerufene Bornknechtrennen erinnert an die Geschichte der Stadt. Denn einst mussten die Bornknechte in Schwerstarbeit das Salzwasser von der Quelle (Born) zu den Siedekoten auf den halleschen Hallmarkt schleppen. Insgesamt acht Teams waren an den Start gegangen.

Auf der Saline erinnert die Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle beim Halleschen Salinefest an die Geschichte des Salzes in Halle. Von Sonnabend, 22., bis Sonntag, 23. September, gibt es hier Aktionen rund dem das Salz. Neben dem Schausieden an beiden Tagen starten auf dem Museumshof Schmiedekunstvorführungen und weitere Präsentation wie die traditionelle Salzgewinnung im Siedekoth, die Salzkörbchen-Herstellung und natürlich der Salzverkauf.

An der Hallorenbrücke messen sich Kinder- und Jugendliche im Kajak-/Canadier-Wettbwerb. Die sieben bis 14-jährigen Kanuten ermitteln in einem Stangenparcours, der extra für den Wettkampf errichtet wird, den Gewinner des Halloren-Pokals. Organisator des Wettkampfs ist der Böllberger Sportverein Halle e.V.

Diskussion um die Qualität:
Aufmerksam werden auch die Stadträte das Fest beobachten. Ein FDP-Antrag sieht vor, dass in die beiden von Danailow durchgeführten Veranstaltungen Salzfest und Händels Open mehr Qualität bekommen. Im Juni hatte sich schon der Kulturausschuss mit dem Thema befasst. Einen Beschluss fasste der Ausschuss noch nicht, das diesjährige Fest soll noch abgewartet werden. Die Stadt habe eine Verpflichtung, weil Flächen kostenlos zur Verfügung gestellt werden, sagte Hans-Dieter Wöllenweber (FDP) in der Ausschusssitzung. Marktkirchenpfarrer Harald Bartl (CDU) forderte eine Nachjustierung der Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt und Veranstalter. „Die Stadt sollte den Veranstalter in die Pflicht nehmen“, sagte Erwin Bartsch (Linke). Er sprach sich für mehr Tradition, beispielsweise durch die Halloren, beim Salzfest aus. Angesichts des Namens würden dies auswärtige Besucher schließlich erwarten. Grünen-Rätin Inés Brock ging daneben auf die Gleichbehandlung ein. Andere Veranstalter müssten schließlich zahlen, was deshalb auch schon Thema im Beirat des Stadtmarketings gewesen sei. Brock verwies daneben darauf, dass der Namensbestandteil Open einst gegolten habe, als die Veranstaltungen noch kostenfrei waren. Auch Rudenz Schramm, selbst Veranstalter, ging auf die Kostenfrage ein. Er bemängelte die unterschiedlichen Verpflichtungen für Veranstalter als problematisch. Ulrike Wünscher (CDU) war hingegen gegen den FDP-Antrag. Schließlich handele es sich um einen privaten Veranstalter. Und die stünden nicht gerade Schlange in der Stadt, um solche Events durchzuführen. Hier handele es sich um rein marktwirtschaftliches Handeln. Ihre Fraktionskollegin Annegret Bergner konnte dem Antrag zwar Sympathien abgewinnen, jedoch reglementiere er zu stark. Die Stadt zählt zwar keine Fördermittel für beide Veranstaltungen. Die Stadträte sehen trotzdem Einflussmöglichkeiten, weil Festevent keine Gebühren für die Nutzung von Markt und Hallmarkt Zahlen muss. Beide Feste waren einst auf Initiative der Stadt entstanden. Aus gründen der Haushaltskonsolidierung hatte sich die Stadt aber zurückgezogen. Laut Detlev Stallbaum vom städtischen Kulturbüro habe man einst 30.000 Euro im Jahr Funde Händels Open beigesteuert. Damit sei die Veranstaltung so gedacht gewesen, dass der Barockmusiker und Namensgeber in der gesamten Stadt präsent ist.

Das komplette Programm zum Salzfest 2012 finden Sie hier.

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