Jongleure, Konzerte, Lichterfest: das Reformationswochenende in Halle

30. Oktober 2014 | Veranstaltungen | Keine Kommentare

Dank Reformationstag gibt es in Halle drei freie Tage am Stück. Und die sind prall gefüllt mit einem bunten Programm. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt.

So steigt an allen drei Tagen das Lichterfest mit Feuershows am Freitag, einem Laternenumzug am Samstag sowie einem verkaufsoffenen Sonntag und einem Weltrekordversuch.

In der Händelhalle steigen an allein drei Tagen die Deutschen Meisterschaften im Showdance. 600 Tänzer und Tänzerinnen aus ganz Deutschland tanzen um die Deutschen Meisterschaftstitel und gleichzeitig um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft.

Ebenfalls an allen drei Tagen wird der hallesche Volkspark (Schleifweg 8a) zum Treffpunkt und Austausch für Jongleure, Balance-Künstler und Akrobaten aus ganz Deutschland. Zuschauen und teilnehmen können explizit alle Interessierten, Anfänger, Hobby-Akteure und Berufsartisten. Vorkenntnisse sind nicht unbedingt erforderlich, Neugierde und Spaß aber schon! Eine Convention, wie “Tohuwabohu” hat es bisher so in halle noch nicht gegeben! Drei Tage lang, und zwar ununterbrochen, wird der hallesche Volkspark zum Treff-und Austauschpunkt für Jongleure, Akrobaten, Balanceure, Diabolo-, Devilstick- und Poi-Spieler von überallher. Die Jonglier-Halle ist rund um die Uhr geöffnet. Somit kann also 49 Stunden lang jongliert, geturnt und gespielt oder …?;) werden.

2. November
Von 9 bis 15 Uhr gibt es einen Antik-Flohmarkt in der Halle-Messe, von 9 bis 13 Uhr mit einer Kindersachen-Börse.

Der Peißnitzexpress fährt in dieser Saison zum letzten Mal. Um 17 Uhr startet der Zug zum letzten Mal über die Peißnitzinsel.

Am Sonntag, den 2. November um 11.00 Uhr lädt die Staatskapelle Halle zur „Kammermusik extra“ unter dem Titel »Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir« in den Historischen Hörsaal des Anatomischen Instituts der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ein. Festtage sind besondere Tage – sie geben uns die Möglichkeit, innezuhalten. Am kirchlichen Feiertag Allerseelen wird wie jedes Jahr am 2. November der verstorbenen Verwandten, Freunde und Bekannten gedacht. Innehalten, verbunden mit besonderer Musik, zumal an außergewöhnlichem Ort, kann uns eine besondere Sensibilität eröffnen. Ein Konzert mit Kirchenkantaten Johann Sebastian Bachs im Historischen Hörsaal des Anatomischen Instituts – diese Kombination scheint auf den ersten Blick keinen Sinn zu ergeben. Aber sind nicht gerade diese Musik Bachs und dieser besondere Aufführungsort »Räume«, welche zum Nachdenken über die Endlichkeit des Lebens einladen? KS Romelia Lichtenstein, weitere Sänger der Oper Halle sowie Musiker des Händelfestspielorchesters musizieren unter der Leitung von Bernhard Prokein.

Bevor am 16. November der Ausstellungsteil der Moritz Götze-Schau „Götzes Pop“ im Kunstforum Halle endet, haben Besucher am 2. November um 15 Uhr noch einmal die Gelegenheit, an einer Führung durch die Exposition teilzunehmen. Moritz Götze führt dann persönlich durch den im Kunstforum befindlichen Ausstellungsteil „Hallesche Hängung“. Im Kunstforum Halle sind Werke aus der gesamten Schaffensperiode des 1964 in Halle Geborenen zu sehen. Die große Retrospektive zeigt Arbeiten der vergangenen Jahrzehnte und gewährt einen abwechslungsreichen Einblick in das malerische und grafische Werk des Künstlers. Angelehnt an den Begriff „St. Petersburger Hängung“, welche eine enge Reihung von Kunstwerken bezeichnet, präsentiert die Ausstellung mit rund 150 ausgestellten Arbeiten auf über 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche eine umfangreiche, opulente und undogmatische Werkschau. Überbordend, üppig, dicht an dicht angeordnete Kunstwerke auf zwei Ausstellungsetagen verteilt, zeugen so von der ganzen Bandbreite des künstlerischen Werks Moritz Götzes.

Das zweite Konzert der Reihe „Klassisches Erbe“ am Sonntag, den 2. November 2014 um 16 Uhr im K & K Kultur und Kongresszentrum wird vom collegium instrumentale halle gestaltet, dem Kammerorchester der Staatskapelle Halle unter Leitung von Konzertmeister und Kammervirtuose Arkadi Marasch. Auf dem Programm stehen Werke von Mozart, Haydn und Tschaikowski. Im Jahre 1886 wurde Pjotr Tschaikowski von der St. Petersburger Gesellschaft für Kammermusik zum Ehrenmitglied gewählt. Darauf gab er der Gesellschaft das „entschiedene Versprechen“, ihr ein kammermusikalisches Werk – die späteren „Souvenir de Florence“ – zu widmen. Im Juni 1887 notierte er erste Skizzen zu einem Sextett, die Arbeit daran ruhte aber bis zu seinem Aufenthalt in Florenz, wo er in kurzer Zeit seine Oper Pique Dame komponierte. Dort fiel ihm eine Melodie ein, die er für das Sextett verwenden wollte. Italienisches enthält das Werk allerdings nur wenig, im Ganzen ist es sehr russisch. Näher kommt man dem Stück, wenn man den russischen Titel „wospominanie“, also „Erinnerung“, verwendet – Erinnerung an die fruchtbare und erfolgreiche Arbeit an Pique Dame. Das collegium instrumentale wird die die „Souvenir de Florence“ in der Fassung für Streichorchester aufführen. Im ersten Programmteil werden Mozarts Divertimento KV 137 und Haydns Violinkonzert C-Dur zu hören sein. Der gebürtige Leningrader Arkadi Marasch studierte am Konservatorium seiner Heimatstadt bei Viktor Libermann und Boris Gutnikow und wurde dort 1983 zum Lehrbeauftragten berufen. Arkadi Marasch gehörte dem berühmten Orchester des Mariinski Theaters an und wurde anschließend in die Leningrader Philharmonie aufgenommen wo er unter so namhaften Dirigenten wie Valery Gergiev und Juri Temirkanow spielte. Ab 1987 war er Konzertmeister des Kammerorchesters Leningrader Solisten und erspielte sich 1988 beim internationalen Alberto-Curzi-Violinwettbewerb in Neapel ein Ehrendiplom. Seit seiner Auswanderung aus Russland 1991 ist Arkadi Marasch Erster Konzertmeister des Orchesters des Opernhauses Halle, heute Staatskapelle Halle und zugleich Leiter des collegium instrumentale halle. In jeder Saison spielt er in Halle eines der großen Violinkonzerte. Auftritte als Solist mit Dirigenten wie Roger Epple, Georg Fritzsch, Andrey Boreyko und Klaus Weise führten ihn durch Deutschland und Europa.

Zur Finissage der Kabinettausstellung „Mit Gott für Kaiser und Vaterland“ in den Franckeschen Stiftungen bringt die von Michael Zachcial gegründete Gruppe „Die Grenzgänger“ um 19 Uhr vergessen geglaubte Reime und Melodien aus der Zeit zwischen 1914 und 1918 zu Gehör. Die Kulturbotschafter der Goethe-Institute haben zusammen mit 50 freiwilligen Helfern fast 3000 Lieder des Deutschen Volksliedarchivs in Freiburg ausgewertet und vom Staub der letzten hundert Jahre befreit. In zeitgemäßer Form präsentieren „Die Grenzgänger“ das Volkslied als Spiegel der Ereignisse: Überwiegend von Amateurdichtern geschrieben, verdeutlichen die Texte den Verlauf des Krieges und die sich wandelnde Wahrnehmung durch die Bevölkerung auf den Alltag des Krieges aus einem bisher kaum beachteten Blickwinkel. Bis zum Konzertbeginn ist die Ausstellung in der Kulissenbibliothek geöffnet. Bereits am Nachmittag sind Kinder und Familien eingeladen. Ab 15 Uhr präsentieren Zaches & Die Grenzgänger fast vergessene Kinderlieder wie „Die Affen rasen durch den Wald“ oder „Dunkel war’s, der Mond schien helle“. Sie laden ein zum Zuhören und Mitsingen. Im Anschluss an das Konzert besteht die Möglichkeit, selbst auf einem Akkordeon zu spielen. Kindgerechte Akkordeons werden bereitgestellt. Wer selbst lernen möchte, Akkordeon zu spielen, dem bietet sich ab 11 Uhr die Möglichkeit, am Workshop „Akkordeon lernen für Einsteiger“ im Russlandzimmer teilzunehmen. Der Workshop ist ideal für Neugierige, die ein Akkordeon auf einfache Weise und unter Anleitung einmal ausprobieren wollen. Instrumente werden bereitgestellt, eine Anmeldung ist erforderlich.

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