Martinsgans bringt 95 Euro

17. November 2012 | Veranstaltungen | Keine Kommentare

Auch wenn der Anteil der Christen in Halle (Saale) immer mehr zurückgeht, so gibt es doch beliebte Fest, zu denen die Hallenser pilgern. Ein Beispiel ist der Martinstag. Am vergangenen Wochenende zog der heilige St. Martin wieder durch die Saalestadt.

Die wohl größte Aktion haben die Stiftung Moritzburg und die Domgemeinde Halle veranstaltet. Dompfarrer Martin Filitz erklärte in einem prall gefüllten Dom die Legende des Heiligen erzählt, musikalisch untermalt von Schülern der Latina und der GS Albrecht Dürer. Im Anschluss zogen hunderte Kinder mit Laternen, begleitet von St. Martin zu Pferde, vom Dom zur Moritzburg. Am Martinsfeuer auf dem Burghof wurde eine Martinsgans versteigert. Keine aus Fleisch, sondern gebacken vom halleschen Bäckermeister Kolb. 95 Euro erbrachte die Versteigerung. Der Erlös ist für Unicef bestimmt. Dazu musizierten Mitglieder des Akademischen Orchesters der Martin-Luther-Universität.

Jede Menge Martinsbrötchen verteilten junge Pfadfinder auf dem Marktplatz. Dort hatten Marktgemeinde und Moritzkirche gemeinsam zu einer ökumenischen Martinsfeier eingeladen. Nach der Andacht in der Moritzkirche zogen St. Martin auf dem Pferd und viele Kinder mit Laternen zum Platz zwischen Rotem Turm und Marktkirche, wo schon das Martinsfeuer loderte. Die Kollekte geht an die ‘Schnitte’, ein hallenser Projekt zu Gunsten sozial benachteiligter Kinder.

Das Fest wird alljährlich am 11. November gefeiert und geht auf den heiligen St. Martin von Tours zurück, der an diesem Tag im Jahr 397 beigesetzt wurde. Martin von Tours wurde 316 als Sohn eines römischen Militärtribuns im heutigen Ungarn geboren. Mit 15 Jahren trat er in die Armee ein. In diese Zeit fällt die bekannte Begegnung mit dem frierenden Bettler am Stadttor von Amiens, dem Martin eine Hälfte seines Mantels gab. Martin bewegte dieses Erlebnis so sehr, dass er bald darauf den Militärdienst quittierte und sich taufen ließ. Später zog sich Martin als Einsiedler auf eine Insel nahe Genua zurück. Schon da galt Martin als ein Heiliger Gottes. Im Jahr 371 wurde Martin vom Volk zum Bischof von Tours in Frankreich gewählt. Martins Kampf gegen die Missstände innerhalb der Kirche brachte ihm allerdings auch Feinde ein, was ihn aber nicht beirrte. Er starb auf einer seiner vielen Seelsorge-Reisen durch sein Bistum am 8. November 397 in Candes bei Tours.

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