Leopoldina-Weihnachtsvorlesung widmet sich dem Thema psychische Gesundheit von Flüchtlingen

10. Dezember 2016 | Veranstaltungen | Keine Kommentare

Gewalterfahrungen durch Krieg, Folter und Flucht hinterlassen nicht nur im Gedächtnis Spuren, sondern verändern auch das Denken, das Fühlen, das Verhalten und sogar die Physiologie eines Menschen. Diese Veränderungen sollen den Organismus für künftige Gefahren fit machen. Wenn die gesamte Belastung zu hoch wird, ist eine positive Anpassung aber nicht mehr möglich, es kommt zu seelischem Leid und Funktionsverlust, so dass Betroffene ihr Dasein in Zivilgesellschaften nicht mehr meistern können. Wege, diesen Menschen zu helfen, zeigen die Psychologen Dr. Maggie Schauer und Prof. Dr. Thomas Elbert in der diesjährigen Weihnachtsvorlesung der Leopoldina am Dienstag, 13. Dezember 2016 an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle (Saale) auf.

Leopoldina-Weihnachtsvorlesung von Dr. Maggie Schauer und Prof. Dr. Thomas Elbert

„Im Jahrhundert der Migration: Psychische Funktionstüchtigkeit als Schlüssel für gelingende Gesellschaften“

Dienstag, 13. Dezember 2016, 17.00 bis 18.30 Uhr

Hauptgebäude der Leopoldina, Festsaal
Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale)

Die beiden Konstanzer Klinischen Psychologen und Neuropsychologen Maggie Schauer und Thomas Elbert haben gemeinsam mit dem Bielefelder Wissenschaftler Prof. Dr. Frank Neuner die „Narrative Expositionstherapie“ entwickelt und ihre Anwendung untersucht. Die Behandlung kann Überlebende von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen zurück ins Leben führen und zu einer friedlichen Gesellschaft beitragen. Sie kommt insbesondere in Konflikt- und Krisenregionen zum Einsatz und wurde vor allem für die Therapie von Opfern organisierter Gewalt und zur Behandlung von Kriegsflüchtlingen entwickelt. In Feldstudien in Afrika und Asien konnte das Behandlungsverfahren erfolgreich angewendet werden.

Träger des Carl-Friedrich-von Weizsäcker-Preis

Für ihre Arbeit werden Maggie Schauer und Thomas Elbert in diesem Jahr mit dem Carl-Friedrich-von Weizsäcker-Preis ausgezeichnet, den der Stifterverband und die Leopoldina alle zwei Jahre gemeinsam vergeben. Der mit 50.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis des Stifterverbandes würdigt Beiträge zur wissenschaftlichen Bearbeitung gesellschaftlich wichtiger Herausforderungen. Er ist damit die deutsche Auszeichnung für Wissenschaftler auf dem Gebiet der wissenschaftsbasierten Politikberatung. Der Preis wird im Rahmen der Weihnachtsvorlesung durch Prof. Dr. Jörg Hacker, Präsident der Leopoldina, und den Präsidenten des Stifterverbandes, Prof. Dr. Andreas Barner, verliehen.

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