Halloren zeigen ihre Salzkronleuchter

1. Dezember 2012 | Veranstaltungen | Keine Kommentare

Es ist ein seltenes Schauspiel und passiert nur einmal im Jahr: die Halloren holen ihre Salzkronleuchter raus. Pünktlich zum ersten Advent am Sonntag, den 2. Dezember, ist es wieder soweit. Von 10 bis 17 Uhr laden die Salzwirker zum letzten Schausieden ins Technische Halloren- und Salinemuseum ein und zeigen dabei auch ihre aus Fischreusen hergestellten Kronleuchter. Sie sind eine lange Tradition der Halloren, die erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieser Brauch vom Weihnachtsbaum verdrängt wurde. Nach alten Grafiken und Beschreibungen baute Hallore Volker Voigt ca. anderthalb Jahre an diesen Prunkstücken, deren Herstellung sehr viel Geduld und Fingerfertigkeit erfordert.

„Ohne einen Salzkronleuchter ist bei uns kein Weihnachten“, bekundete schon der aus einer Hallorenfamilie stammende Schriftsteller und Lithograf Robert Moritz (1873 – 1963). Bis heute hat sich dieser alte Brauch gehalten. Während andernorts ein geschmückter Tannenbaum die Stuben erhellt, war und ist es bei den Halloren Sitte, die Geburt Christi unter einem an der Decke aufgehängten Salzkronleuchter zu feiern.

Hinter diesem Kunstwerk aus Weidenruten und Salz verbirgt sich jedoch mühevolle Handarbeit. Schon vor Wochen wurde damit begonnen, aus getrockneten Weidenzweigen die verschiedenen Teile der Kronleuchter zu schnitzen und zusammenzufügen. Die entstandenen Rohlinge wurden anschließend wieder und wieder mit heißer Sole begossen, getrocknet und wieder begossen, bis sie von einer dicken Salzkruste umhüllt waren. Eine Auswahl der schönsten Salzkronleuchter ist nun während des Schausiedens im Museum ausgestellt. Dort hängen sie dann, von Kerzen angestrahlt, und funkeln einem Diamanten gleich von der Decke herab.

In der Siedehalle wird den ganzen Tag an die jahrhundertealte Geschichte und Tradition der Salzwirker-Brüderschaft erinnert sowie die Technologie der Siedesalzgewinnung an der Siedepfanne erläutert. Von der Siedung bis zur Verpackung des Salzes kann der Besucher jeden Produktionsschritt anschaulich nachvollziehen.

Wie traditionell zu solchen Anlässen zeigen die Halloren auch eine Auswahl ihres legendären Silberschatzes. Der aus zwei silbernen Gürtelketten, der Amtskette des regierenden Vorstehers und eben jenen 91 silbernen Trinkgefäßen und Pokalen, welche die Halloren im Laufe der Jahrhunderte als Geschenke erhalten haben, bestehende Silberschatz repräsentiert mitteldeutsche Silberschmiedekunst aus fünf Jahrhunderten.

Als touristisches Zusatzangebot des Schausiedens werden die Halloren eine thematische Stadtführung „Auf den salzigen Spuren der Halloren“ anbieten. Die Führung beginnt 10.00 Uhr am Eselsbrunnen/Alter Markt und endet mit dem Besuch des Schausiedens im Salinemuseum. Eine telefonische Voranmeldung unter 0345 / 4788833 ist erwünscht.

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