Halles Schätze entdecken: Tag des offenen Denkmals am Sonntag

11. September 2014 | Veranstaltungen | Keine Kommentare

Unter dem Motto „Farben“ findet am Sonntag, den 14. September 2014, auch in Halle (Saale) der Tag des offenen Denkmals statt. Zahlreiche sonst verschlossene Gebäude können besichtigt werden. Hier gibt es ein paar Tipps:
Grafik_Nina
Von 10 bis 18 Uhr beteiligt sich auch das Stadtbad. Führungen gibt es zu jeder vollen Stunde. 11 Uhr findet eine Präsentation Monoflosse durch Leistungsschwimmer des USV statt, 12 bis 15 Uhr Präsentation und Schnuppertraining Duoflossen mit der Nachwuchswettkampfgruppe des USV. Auch Kaffee und Kuchen werden angeboten. Die Künstlerin Nina Hannah Kornatz verkauft die in streng limitierter Auflage hergestellte Grafik Springen. 50 % des Erlöses gehen an den Förderverein, der damit die denkmalgerechte Sanierung des historischen Duschbereichs der Frauenhalle unterstützen wird.

Gemeinsam mit der Stiftung Händel-Haus öffnet die HWG das Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus. Das Wohnhaus desältesten Bach-Sohnes stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde zwischen 2010 und 2012 von der HWG aufwendig saniert. Interessierte sind eingeladen, die Dauerausstellung „Musikstadt Halle“ zu besuchen. Diese versteht sich als eine chronologische Zeitreise durch die Musikgeschichte der Stadt Halle. Der Eintritt ist frei. Das Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus, Große Klausstraße 12 (Eingang Hallorenring), ist am Sonntag, 14. September 2014, zwischen 10 Uhr und 18 Uhr geöffnet.

Zwischen 12 Uhr und 14 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit einen Blick in das denkmalgeschützte Objekt Leipziger Turm 3 zu werfen. Das derzeit leerstehende Fachwerkhaus wurde in den 1870er Jahren erbaut. Anfang 2014 führte die HWG unterschiedliche Sicherungsmaßnahmen durch, um die Standsicherheit aufrecht zu erhalten. Dazu zählte unter anderem die Ertüchtigung der Dachentwässerung des Hauses. Auch musste in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sowie dem Bauordnungsamt der Stadt Halle (Saale) ein Teilrückbau des Gebäudes im Innenhofbereich vorgenommen werden.

Um 13 Uhr und noch einmal um 14 Uhr lädt die HWG zu kurzen Führung durch die zwischen 1955 und 1957 erbauten Gebäude im Kreuzungsbereich Delitzscher Straße/Freiimfelder Straße. Treffpunkt ist jeweils vor der Physiotherapie (Delitzscher Straße 35). Die HWG sanierte die Gebäude 2013 unter Einhaltung der denkmalschutzrechtlichen Auflagen. Die aktuell voll vermieteten Häuser werden im Denkmalverzeichnis der Stadt Halle (Saale) wie folgt beschrieben: „fünf- bis sechsgeschossige Putzbauten mit Mezzanin und vortragenden Flachdächern, zurückhaltende neoklassizistische Fassadengliederung, als eine Art Dreiflügelanlage um den Eingang zur Freiimfelder Straße gruppiert, in seiner Monumentalität typisches Beispiel für den Massenwohnungsbau der Nachkriegszeit in der DDR“.
Backhaus
Zwischen 10 und 17 Uhr sind auch die Franckeschen Stiftungen dabei. Die Bewerbung der Franckeschen Stiftungen um Aufnahme als UNESCO-Welterbe hat eine Vielzahl neuer Erkenntnisse über die Architektur der Stiftungen erbracht. Einen Einblick wird die kulturgeschichtliche Architekturführung von Holger Zaunstöck, UNESCO-Beauftragter, und Thomas Zaglmaier, Architekt, am Tage des offenen Denkmals geben. Am Beispiel der Fassade des Historischen Waisenhauses und desHauses 2-7 wird das Besondere der Stiftungsbauten, die Kombination von Stein, Massivbau und Fachwerkbau, erläutert. Beide Bauweisen wurden aus ökonomischen, ästhetischen und repräsentativen Gründen angewandt. Die Spezialführung wird umrahmt von Führungen über das gesamte historische Gelände und die kulturgeschichtlichen Sammlungen. In Aktion zu erleben ist auch wieder der Steinbackofen im ehemaligen Brau- und Backhaus. Hier lädt ein Café mit Verkauf von frischem Francke-Brot und Zuckerkuchen zum Verweilen ein. Unter dem Motto „Erst kneten, dann backen“ bietet das Krokoseum Kindern die Möglichkeit, selbst Brot zu backen und gemeinsam Rezeptbüchlein anzufertigen.

Auch im Hof des Schleiermacherhauses sowie im Haus selbst finden vielfältige Aktionen statt. Neben einem Mitmachprogramm, bei dem Groß und Klein historische Farbmaterialien herstellen und erproben können, werden kleine kulinarische Köstlichkeiten angeboten, die erneut das Thema Farbe aufgreifen. Weiterhin werden nach Bedarf Führungen durch das Schleiermacherhaus angeboten, das eine vielfältige Farbenpracht aufweist, die es zu entdecken gilt. Außerdem können die Besucher sich durch Diashows informieren und an einem Bücherstand der Freunde der Stadtbibliothek Halle e.V. mit Literatur eindecken.

Passend zum Thema „Farbe“ haben viele der Kirchgemeinden ihr Angebot daraufhin ausgerichtet. So wird zum Beispiel in der Evangelischen Kirche Gollma (OT Landsberg) um 11 Uhr die Ausstellung der Fotografin Susanne Kohl eröffnet. Im Beisein der Landsberger Künstlerin werden auf der Vernissage ihre Fotos zum Thema „Farbe“ zu sehen sein. Neben den zahlreichen Möglichkeiten zur Besichtigung der Kirchen sei besonders auf den Vortrag „Mit Farbe durch das Kirchenjahr“ in der Paulusgemeinde, der um 16 Uhr stattfindet, und auf die Orgelführung der Rühlmann-Orgel um 17 Uhr in der Luthergemeinde hingewiesen. Wer sich eine Orgel nicht nur ansehen, sondern auch im Zusammenspiel mit einer Oboe erleben möchte, der sei um 15:30 Uhr zum Benefizkonzert in die Wörmlitzer St. Petruskirche eingeladen. Einen musikalischen Ausklang des Denkmaltags wird den Besuchern mit dem Konzert des Groovy Chamber Orchestra in der Kirche in Gollma um 19 Uhr geboten.
Leopoldina
Zum Tag des offenen Denkmals sind Besucher eingeladen, an kostenlosen Führungen teilzunehmen und bei einem Rundgang die Geschichte des Leopoldina-Hauptsitzes am Jägerberg kennenzulernen. Entlang des Rundgangs werden Bilder des Gebäudes im Zustand vor seiner Sanierung aus dem Jahr 2010 gezeigt. Anhand der großformatigen Fotografien, die in den Räumen der Nationalakademie ausgestellt werden, können die Besucher die Räume vor und nach der Restaurierung direkt miteinander vergleichen. Passend zum Thema des diesjährigen Denkmaltags „Farbe“ werden auch Aufnahmen verborgener Farbgestaltungen im Hauptgebäude der Nationalakademie gezeigt. Zum Beispiel die Deckenmalereien mit Tierkreiszeichen, die unter der Kassettendecke des Präsidiumszimmers verborgen sind. Die kostenlosen Führungen durch das Haus werden von 10.00 Uhr bis einschließlich 15.00 Uhr immer zur vollen Stunde angeboten. Die Besucher erfahren dabei Wissenswertes über die Geschichte der Leopoldina, über ihre heutige Arbeit als Nationale Akademie der Wissenschaften sowie über die Baugeschichte ihres Hauptgebäudes. Die Rundgänge führen unter anderem in den Vortragssaal, das Präsidiumszimmer, die Präsidentengalerie im Vorraum des Festsaals und den Festsaal. Seit Anfang 2012 hat die Leopoldina ihren Hauptsitz am Jägerberg 1 in Halle. Das Gebäude gegenüber der Moritzburg wurde zuvor denkmalgerecht saniert. Seine Geschichte reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert: 1792 erwarb die Freimaurerloge „Zu den drei Degen“ das Gelände am Jägerberg und errichteten an dieser Stelle ihr Logenhaus. Das Bauwerk hat im Laufe seiner Geschichte mehrere Umbauten erfahren. Noch immer kann man die verschiedenen Baustile erkennen, die vom Zeitgeist der jeweiligen Epochen erzählen. Das Gebäude ist damit ein traditionsreiches Beispiel hallescher Baukultur. Die Leopoldina nimmt als Nationale Akademie der Wissenschaften Deutschlands mit ihren rund 1500 Mitgliedern zu den wissenschaftlichen Grundlagen politischer und gesellschaftlicher Fragen unabhängig und öffentlich Stellung. Sie vertritt die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien und handelt zum Wohle der Menschen und der Gestaltung ihrer Zukunft.
Peißnitzhaus1
Von 10-19 Uhr zeigt das Peißnitzhaus der Öffentlichkeit das Haus eine Ausstellung zur Hausgeschichte und Bildern der Künstlerin Manuela Simmich-Lovan. Passend zum Motto „Farben“ gibt es im Peißnitzhaus eine Verkaufsausstellung mit Bildern von Manuela Simmich-Lovan. Die geborene Hallenserin stellt ihre Arbeiten in Aquarell, Acryl, Gouache und Tempera aus. Landschaften, fiktive und realistische, Stillleben und Abstraktes finden sich in Farbkompositionen mit frischen Farben wieder, die von Lebensbejahung und Lebensfreude zeugen. Sie ist Mitglied der Künstlergemeinschaft Kontrapost Strausberg und desMal- und Zeichenzirkels Caputh. In diesem Rahmen nahm sie schon an zahlreichen Gemeinschaftsausstellungen in Potsdam, Jena und Strausberg teil, und hatte Einzelausstellungen in Halle und Zappendorf. Die Hälfte des Verkaufserlöses geht als Spende an das Peißnitzhaus. Stündlich gibt es Führungen und erstmals sind die Räume im Obergeschoss begehbar.
Landesverwaltungsamt
Zudem beteiligt sich das Landesverwaltungsamt in der alten Reichsbahndirektion in der Ernst-Kamieth-Straße 2. Um 10 Uhr führen Mitarbeiter des Referates Denkmalschutz durch das Gebäude und haben neben den fachlichen Details auch viel Interessantes und Kurioses zu berichten. Außerdem gibt es ein buntes Programm für die ganze Familie mit Modelleisenbahn, Quiz und Kindertanzgruppe. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, auf eigene Faust zwischen 10:00 Uhr und 18:00 Uhr das Haus zu erkunden. Und in unmittelbarer Nähe des Gebäudes ist nicht nur der oben genannte Cache zu finden, sondern auf dem Parkplatz steht auch eine überdimensionale Modelleisenbahn bereit, mit der Kinder ein paar Runden drehen können. Der wunderschöne große Saal hat in diesem Jahr wieder ganz junge Gäste. Die kleinen Tänzerinnen und Tänzer aus Kindergarten „Dorothea Erxleben“ des BUK e.V. (Verein für Bewegung und Kreativität) Halle zeigen um 12 Uhr ihr Können.

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Zu besichtigen sind rund um den Lutherplatz von 10 bis 18 Uhr das Historische Technikzentrum und der Wasserturm Süd. Im Stadtzentrum locken Führungen und Schnuppertauchen im historischen Stadtbad, außerdem können Interessierte einen Blick in den Wasserturm Nord werfen. Für Fans restaurierter Straßenbahnen und Busse öffnet das Historische Straßenbahndepot in der Seebener Straße seine Pforten. Zudem findet eine Lesung in der Techniklinie 5 statt, die 13.08 Uhr am Marktplatz startet. Zwischen den zahlreichen bedeutsamen Bauten kann dabei gemütlich mit Straßenbahn und Bus gependelt werden: Nach dem Motto „2 auf 1 Ticket“ gilt eine Fahrkarte der Halleschen Verkehrs-AG (HAVAG) am 14. September 2014 für zwei Personen – sozusagen als Auftakt für die europaweite „Woche der Mobilität“ vom 16. bis 22. September 2014.
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Im Historischen Technikzentrum in der Lauchstädter Straße 14 c/d können Besucher zwischen 10 und 18 Uhr eine interaktive Ausstellung zur bewegten Geschichte der städtischen Versorgung besuchen. Alle großen und kleinen Forscher können außerdem in der neu eingerichteten „Wasserwerkstatt“ das lebensspendende Elixier Wasser in unterschiedlichen Experimenten erkunden.

Die Besichtigung des Wasserturms Süd am Lutherplatz hat es in sich: 199 Stufen gilt es über eine Wendeltreppe zu erklimmen. Oben angekommen erwartet die Besucher eine beeindruckende Aussicht über die Saalestadt.

Im Stadtzentrum sind ebenfalls von 10 bis 18 Uhr der Wasserturm Nord in der Paracelsusstraße und das Stadtbad in der Schimmelstraße 1 zu besichtigen. Letzteres lockt mit stündlichen Führungen durch das geschichtsträchtige Bad und Schnuppertauchen ab 11 Uhr.
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Straßenbahnfans können im Historischen Straßenbahndepot in der Seebener Straße restaurierte Straßenbahnen und Busse bewundern. Von 10 bis 18 Uhr führen Mitglieder des Vereins „Hallesche Straßenbahnfreunde“ durch das Depot und Kinder können sich als Straßenbahnführer versuchen.

Wer an Literatur interessiert ist, kann in der Techniklinie 5 einer Lesung lauschen. Die Themenbahn nach Bad Dürrenberg startet 13.08 Uhr an der Haltestelle Marktplatz. Es werden die Autoren Bernhard Spring und Margarete Wein aus ihren brandneuen Büchern lesen. Moderiert wird das Ganze von Anne-Cathrin Joroch vom Mitteldeutschen Verlag GmbH (mdv). Es ist ein 2-Zonen-Ticket nötig, das an diesem Tag für zwei Personen gilt.

Der Tag des offenen Denkmals wird seit 1993 jedes Jahr bundesweit am zweiten Sonntag im September veranstaltet. Sein Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Initiator des Denkmalstages in Deutschland ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Die Verkehrsunternehmen im Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) und darüber hinaus in ganz Sachsen-Anhalt starten zum Tag des offenen Denkmals (Sonntag, 14. September) eine lukrative Sonderaktion: Von Sonntagmorgen 6 Uhr bis Montagfrüh 3 Uhr fahren 2 Personen auf 1 Ticket. Egal ob mit Einzel- oder 4-Fahrtenkarte, Tagesticket, Wochen-, Monats- oder ABO-Karte, im genannten Zeitraum verdoppelt sich immer die Anzahl der Personen, die mit der jeweiligen Fahrkarte fahren können. Die Aktion „2 auf 1“ gilt übergreifend für den gesamten öffentlichen Nahverkehr in Sachsen-Anhalt und im MDV und damit für alle S-Bahnen, sonstige Nahverkehrszüge, Busse und Straßenbahnen. An der räumlichen Gültigkeit der Fahrkarten ändert sich mit dem „2 auf 1“-Angebot nichts. Das heißt, sie gelten nur in den Tarifzonen, für die sie erworben werden. Auf ermäßigte Tickets für bestimmte Nutzergruppen, wie zum Beispiel Schüler oder Auszubildende, kann ebenfalls eine 2. Person mitgenommen werden, allerdings muss diese Person die gleiche Ermäßigungsberechtigung haben wie der eigentliche Ticketinhaber.

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