Halle feiert Hanse-Fest – Saale macht nicht mit

25. Mai 2013 | Veranstaltungen | 1 Kommentar

An diesem Wochenende wird in Halle das mittlerweile fünfte Hansefest gefeiert. Doch ein Hauptelement des Städtebundes, der Fluss, macht nicht mit. Wegen des hohen Wasserpegels und der zunehmenden Strömung hatte die Wasserschutzpolizei am Samstag alle Sportveranstaltungen auf der Saale abgesagt, so unter anderem den Skipper-Wettbewerb, bei dem sich Bootsleute aus ganz Deutschland messen wollten. Auch das Saaleschwimmen für Sonntag musste abgeblasen werden, ebenso wie die Drachenbootvorführung.

Doch langweilig wurde es den Besuchern nicht. Musik gab es vom Chor „Hallesaaler“, dem Seemannschor aus Plauen und dem Chor der Marinekameradschaft Kehlheim. Die Organisatoren hatten ein kleines Theaterstück in drei Akten erarbeitet. Dabei ging es natürlich um Salz und Geld, um eine Jungfrau die den Sole-Brunnen des Salzgrafen verwunschen haben soll und dafür sterben sollte, um Fremdgehen und Macht. Wer die Aufführungen verpasst hat, der hat am Sonntag – sofern das Wetter mitspielt – die Chance dazu, die „Quinta-X-Essentia Der Fluch“ noch einmal zu erleben: 13 Uhr: Der verdammte Brunnen; 15 Uhr: Die Verurteilung der Hexe; 17 Uhr: Die Hexenprobe. Gezeigt wurde am Samstag auch „Die Verspottung des Fischhändlers“. Die Aufführung soll ebenfalls am Sonntag um 16 Uhr noch einmal zu sehen sein. Zudem zeigten die Bornstedter Ritter ihre Kampfkünste.

Und es ging mit Erzbischof Ruprecht von Querfurt ins Jahr 1263. Ruprecht besiegelte nach einem kleinen Umzug symbolisch die Zukunft, verlieh das Stadtrecht und die Gerichtsbarkeit in der Magna Charta Hallensis. Bier gebraut werden durfte fortan nur noch von den Patriziern, ebenso das Getreide gemahlen. Ein feierlicher Höhepunkt, der natürlich standesgemäß begangen werden musste. Und so rief Ruprecht denn auch den Hallensern zu, die zuvor zum Jubeln aufgerufen waren: “nun saufet und fresset” – sagte es und verschwand am nächsten Bierstand.

Je nach Wetterlage, die Wetterdienst hat Dauerregen angekündigt, sind am Sonntag ein Angelwettbewerb, ein Bouleturnier, Kinderfußball mit dem HFC, ein Schießturnier und Tauchvorführungen geplant. Zu sehen gibt es zudem eine Ausstellung von Schiffsmodellen auf der MS Peißnitz.

Eröffnet wurde das Hansefest bereits am Freitagabend mit dem traditionellen Salzhandel zwischen Hanse-Kaufleuten und Halloren-Salzwirkern. Auch Verkehrsminister Thomas Webel war gekommen und sprach sich zur Eröffnung erneut für den Ausbau der Saale aus. Diese dürfe nicht zur Restwasserstraße verkommen. Dann nämlich würden irgendwann die Schleusen geschlossen, eine Schifffahrt wäre dann überhaupt nicht mehr möglich. Angesichts der Proteste von Umweltschützern gegen den Kanal sagte Webel, diese wollen offenbar, das nur Wildschweine in der Saale schwimmen und keine Schiffe. Eine Verlagerung von Transportkapazitäten auf die Saale würde auch zur Entlastung der Straßen führen.

Halle hatte dem Hanse-Städtebund von etwa 1265 bis 1479 angehörte. Seit 1980 wird wieder jährlich international ein Hansetag durchgeführt. Für 2019 wollen die Stadtratsfraktionen CDU, SPD und FDP, dass sich Halle um dessen Ausrichtung bewirbt und die Verwaltung eine halbe Million Euro bis dahin anspart. Darüber soll der Stadtrat kommenden Mittwoch entscheiden. Auch Magdeburg will sich um den Hansetag bewerben.


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