„Freiheit für meine Akte“ – Besetzung und Auflösung der Stasi in Halle

2. Dezember 2019 | Veranstaltungen | 42 Kommentare

Am 5. Dezember 1989 besetzten mutige Bürgerinnen und Bürger die Stasi-Bezirksverwaltung in Halle. Sie stoppten die Aktenvernichtung und versiegelten die Archiv- und Diensträume.

30 Jahre später erinnert das Stasi-Unterlagen-Archiv an diesen Tag. Die Zeitzeugen Ulrich Schlademann, Dr. Frank Eigenfeld, Matthias Waschitschka, Wolfgang Kupke und die Zeitzeugin Martina Schmitt sprechen über das Geschehen vor und nach der Besetzung.

Bereits um 17:00 Uhr haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, an einer Führung durch das Stasi-Unterlagen-Archiv teilzunehmen.

Moderation: Anja Falgowski (freie Journalistin)

Donnerstag, 5. Dezember 2019, 18:00 – 19:30 Uhr

Stasi-Unterlagen-Archiv Halle, Blücherstraße 2, 06122 Halle (Saale)
Eintritt frei

Eine Veranstaltung des Stasi-Unterlagen-Archivs Halle.
Mitveranstalter: Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale), Beauftragte des
Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Zeit-Geschichte(n)
– Verein für erlebte Geschichte, Halle (Saale)

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  • #362129

    Am 5. Dezember 1989 besetzten mutige Bürgerinnen und Bürger die Stasi-Bezirksverwaltung in Halle. Sie stoppten die Aktenvernichtung und versiegelten d
    [Der komplette Artikel: „Freiheit für meine Akte“ – Besetzung und Auflösung der Stasi in Halle]

    #362130

    teu

    Zitat: „Am 5. Dezember 1989 besetzten mutige Bürgerinnen und Bürger die Stasi-Bezirksverwaltung in Halle. Sie stoppten die Aktenvernichtung und versiegelten die Archiv- und Diensträume.“
    Kurze Zeit später wurde IM „Larve“ am 21. Juni 1990 zum Vorsitzenden des Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des ehemaligen MfS/AfNS gewählt.
    Und 1991 begann IM „Erika“ ihre Karriere als Bundesministerin für Frauen und Jugend.

    #362131

    Ja, so ist das Leben, teu.

    #362132

    Diese gebetsmühlenartigen verleumderischen Behauptungen werden durch trotzige Wiederholung nicht wahr. Mich nerven sie richtig.

    #362133

    Ob dich das nervt oder nicht, ist vollkommen unerheblich. Was soll ich genau die verleumderische Hetze sein? Das IM Larve wie auch IM Erika existiert haben? Oder die damit in Zusammenhang gestellten Persönlichkeiten stehen? Oder dass diese IM tatsächlich aktiv wären?

    #362134

    teu
    #362135

    Das Wort „Hetze“ habe ich nicht benutzt. Es bleibt der AfD vorbehalten. Zu deinen Fragen: Such dir selbst raus, was zutreffend sein könnte. Die dazu erforderliche Intelligenz (sonderlich hoch muss sie auch nicht sein) traue ich dir schon zu.

    #362136

    Welche Belege gibt es eigentlich für IM Erika? Der von Teu verlinkte Text enthält allenfalls Suggestionen, und der in rot und schlechtem 8.-Klasse-Deutsch verfasste, anonyme Textauszug dürfte wohl kaum von einem „Professionellen“ erstellt worden sein.

    #362138

    teu

    Ich gehe mal davon aus, dass IM Larve nach 1991 eine Funktion hatte.
    Dazu gehörte mit Sicherheit auch, bestimmte Informationen zu canceln.
    Ob ihm das gelungen ist, werden wir erst erleben, wenn IM Erika nicht mehr Kanzlerin ist.

    #362139

    Es ist erschreckend, wie sich die Denkmuster angeblicher Linker und AfD-Anhänger hier im Osten gleichen. Das erklärt den AfD-Zulauf.

    #362142

    Es gibt keine Beweise für IM „Erika“

    #362144

    Das überrascht dich?
    Auf den Verschwörungsseiten ist ja Stasi auch gleich SS.
    Was bei dem Beispiel eher auf mangelndes Wissen über historische Institutionen am rechten Ende hinweist. Was mich zu der Schlussfolgerung bringt, dass da nichtmal aus Wissen eine Verschwörungstheorie geschaffen wird, sondern zuerst irgendeine gewollte Theorie getitelt und dann mit Bruchstücken aus der Realität zu einem bunten Potpourri zusammengeklebt wird.
    Die anhaltende Nummer mit dem Totschlagargument „Stasi-Vergangenheit“ ist aber durchaus beachtlich. Rein und makellos muss der Mensch sein! Klappt dann aber leider nicht mehr so mit den Lehren der Vernunft, daher auch nicht mit der Fabel des den ersten Stein werfens.

    #362146

    Mein Reden, @Wolli. Das sag ich als Nicht-Freund der CDU, deren Nicht-Aufarbeitung der Blockpartei-Vergangenheit ich für hoch problematisch halte. Aber dieses „IM-Erika“- Geraune aus der AfD-Ecke wird nicht dadurch überzeugender, wenn es ohne Belege ständig wiederholt wird.

    #362149

    Und IM „Sauerkraut“ bekam seine Akte, bevor sie jemand anderes zu lesen, sortierte sie fein säuberlich und gab sie sauber zurück.

    Wenn man endlich eine Opferrente bekommt, wenn das Vorhandensein einer Akte nachgewiesen ist, frage ich mal nach, solange werde ich mit meiner Straf- Ossirente wohl klarkommen.

    #362163

    „Straf-Ossi-Rente“ finde ich keinen guten Ausdruck. Die von der Gesetzlichen Rentenversicherung an Ostdeutsche pro Person ausgezahlten Renten sind höher als im Westen, was auf die im Schnitt längeren Beitragszeiten in der DDR zurückzuführen ist. Das führt zu ganz erheblichen Zahlungsströmen über die Rentenversicherung von West nach Ost. Ich sage nicht, dass das ungerecht ist, aber das Gegenteil sollte man auch nicht leichtfertig behaupten.

    #362164

    Ungerecht ist nur, dass dieser Transfer vorwiegend aus den Arbeitnehmerkassen finanziert wird.

    #362181

    Richtig Clemens, die statistisch höheren Renten sind nur auf die längeren Beitragszeiten zurückzuführen, vor allem durch die arbeitenden Frauen. Richtig ist aber auch, dass die Rentenpunkte aus staatlichen Ost-Biographien weniger wert sind.

    https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2013/43290430_kw11_pa_petition_nva_soldaten-211256

    Da wären wir dann wieder beim Thema „Unsere Leistungen werden als weniger wert angesehen“, was in dem Fall durch Zahlen belegt ist und dennoch für manch einen völlig überraschend ist.

    #362187

    Ok, jetzt haben wir die vielleicht wichtigsten Fakten beisammen:

    – Die Gesetzliche Rentenversicherung zahlt höhere Renten an Ostdeutsche als an Westdeutsche.

    – Das liegt daran, dass Ostdeutsche mehr Beitragsjahre angesammelt haben.

    – Um den Effekt abzumildern, hat man in Ostdeutschland erworbenen Rentenpunkten weniger Wert gegeben als westdeutschen Rentenpunkten.

    – Insgesamt fließen wegen der höheren Ostrenten und der niedrigeren Verdienste in Ostdeutschland über die Gesetzliche Rentenversicherung ganz erhebliche Summen von West nach Ost.

    Ich denke, wenn man ein bisschen in der Lage ist, von den eigenen Interessen zu abstrahieren, kann man nach all dem nicht zum Schluss kommen, dass die rentenpolitischen Regelungen eine schreiende Ungerechtigkeit gegenüber den Westdeutschen oder gegenüber den Ostdeutschen sind.

    (hei-wus Einwand ist da schon berechtigter.)

    #362203

    Da wären wir dann wieder beim Thema „Unsere Leistungen werden als weniger wert angesehen“, was in dem Fall durch Zahlen belegt ist und dennoch für manch einen als schreiende Undankbarkeit abgetan wird.
    Ist übrigens eine abstrahierte Ansicht meinerseits, da ich noch keine Rente bekomme und auch keine Ost-Beitragsjahre aufweisen kann.
    „Abfedern“ ist übrigens ein herrliches Wort.
    Natürlich wurden die Rentenpunkte reduziert, da das Osteingezahlte nicht existierte. Nur warum hat man es auch nicht im offiziellen Umrechnungskurs getan? Weil erkannt wurde, dass die Rentner ja in der blühenden BRD leben würden. Die Kommunikation darüber mag nicht einfach sein, aber dennoch ist sie ordentlich schief gegangen.

    Wer mit der Phrase der „Zahlungsströme“ von West nach Ost kommt, sollte vielleicht so ehrlich sein, wieviel Geld/Besitz/Ertrag aus dem Osten zurück in den Westen geflossen ist. Um das Jubiläum dieses Jahr war eigentlich, wenn man denn wollte, ganz gut zu erfahren, dass „der Beitritt“ für Westdeutschland im Allgemeinen ein recht gutes Geschäft war.

    #362204

    teu

    Mein Reden, @Wolli.
    Aber dieses „IM-Erika“- Geraune aus der AfD-Ecke wird nicht dadurch überzeugender, wenn es ohne Belege ständig wiederholt wird.

    Bitte mir nicht dumm kommen. Schon gar nicht mit AfD.

    Ansonsten:
    „Die Geschichte handelt fast nur von diesen schlechten Menschen, welche später gutgesprochen worden sind!“
    Friedrich Wilhelm Nietzsche

    #362206

    Nur zwei kleine Bemerkungen zu HansimGLück:

    „Natürlich wurden die Rentenpunkte reduziert, da das Osteingezahlte nicht existierte.“
    Das Westeingezahlte existierte 1990 eigentlich auch nicht, denn in unserem gesetzlichen Rentensystem wird das Beitragsgeld ja sofort wieder an die Rentner ausgezahlt und nicht irgendwo angelegt.

    „Wer mit der Phrase der „Zahlungsströme“ von West nach Ost kommt, sollte vielleicht so ehrlich sein, wieviel Geld/Besitz/Ertrag aus dem Osten zurück in den Westen geflossen ist.“

    Man kann sich ansehen, wie viel im Osten jedes Jahr ausgegeben (verbraucht) wird und wieviel an Einkommen entsteht. Da gibt es jedes Jahr eine Kluft, anfangs riesig, jetzt viel kleiner, und diese Kluft wird durch „Zahlungsströme“ aus dem Westen geschlossen, heutzutage vor allem über die Sozialversicherungssysteme. Wenn die Produktionserträge aus einem in westliche Hände übergegangenen Kapitalstock Ostdeutschlands so groß wären, und diese von Ost nach West flössen, müsste im Osten mehr produziert als verbraucht werden.

    Aber vielleicht ist es auch unglücklich, zu viel über diese Ost-West-Verteilungsfragen zu reden, die ja immer etwas Künstliches haben in einem Land, wo die Menschen ständig hin- und herziehen.

    #362207

    „Natürlich wurden die Rentenpunkte reduziert, da das Osteingezahlte nicht existierte.“

    Wie merkbefreit muss man sein, um immer wieder das Falsche zu wiederholen? Was vor 2 Monaten eingezahlt wurde ist schon weg:

    „Die Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung sind im Januar deutlich gestiegen: Mit 19,4 Milliarden Euro lag das Niveau 5,3 Prozent über dem des Vorjahres. Nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Rentenversicherung ist die Entwicklung vor allem auf gestiegene Löhne und hohe Beschäftigungszahlen zurückzuführen.

    Allerdings verringerte sich die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenkasse im Januar auf 38 Milliarden Euro – ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Januar 2018. Das entspricht 1,69 Monatsausgaben der Rentenversicherung. “ (Zeit)

    #362208

    Die von der Gesetzlichen Rentenversicherung an Ostdeutsche pro Person ausgezahlten Renten sind höher als im Westen, was auf die im Schnitt längeren Beitragszeiten in der DDR zurückzuführen ist. Das führt zu ganz erheblichen Zahlungsströmen über die Rentenversicherung von West nach Ost.

    Die Rentenversicherung kann heute nur das auszahlen, was heute eingezahlt wird. Die Rentenströme von West nach Ost haben etwas mit dem Verlust an Arbeitsplätzen seit 1990 und dem hohen Anteil an Niedriglöhnen heute im Osten zu tun Sie existieren, obwohl die Ost-Rente durch Manipulation der Punkte nach unten hin abgesenkt worden ist!

    #362211

    In Ostdeutschland wird halt weniger verdient als in Westdeutschland. Daran ist natürlich IM Erika schuld, IM Larve weniger.

    #362212

    Clemens, du vergisst all die Produkte (nicht nur die konsumierbaren), welche westdeutsche Wirtschaft in ihrer neuen Kolonie verkaufen können, welche Umsatz, Arbeitsplätze und Steuern erzeugen.

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