Die singende Revolution: Film-Abend zum Hitler-Stalin-Pakt in Halle

19. August 2015 | Veranstaltungen | Keine Kommentare

Das Puschkino in Halle (Saale) zeigt den Dokumentarfilm „Die singene Revolution“. Organisiert wird die Veranstaltung am 20. August um 16.30 UHR vom Verein Zeit-Geschichte(n) anlässlich des Jahrestages des Hitler-Stalin-Paktes vom 23.8.1939. Die estnische Botschafterin Kaja Tael wird anwesend sein.

Am 23. August 1989 reichten sich zwei Millionen Menschen die Hände und sangen Volkslieder – die größte Menschenkette der Geschichte auf 600 Kilometern von Estland über Lettland bis Litauen.

Es war der 50. Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes, in dessen geheimem Zusatzprotokoll Deutschland und die Sowjetunion Osteuropa unter sich aufgeteilt hatten. Damals wurden die drei baltischen Länder gegen ihren Willen von Stalin annektiert und der Sowjetunion als „Volksrepubliken“ einverleibt, nur zeitweise unterbrochen von der Terrorherrschaft Nazi-Deutschlands, das auch hier die planmäßige Ermordung baltischer und deportierter Juden realisierte. Danach kamen wieder Stalins Schergen und deportierten zwischen 1944 und 1955 etwa 500.000 Esten, Letten und Litauer nach Sibirien.

Als 1989 die DDR ihre friedliche Revolution erlebte, waren Lettland, Estland und Litauen noch immer Teil der Sowjetunion und während die Deutschen begeistert „Gorbi, Gorbi“ riefen, zeigte Gorbatschow den Balten ein ganz anderes Gesicht: Bei dreitägigen Zusammenstößen mit sowjetischen Soldaten starben Mitte Januar 1991 dreizehn Menschen in Vilnius, 700 wurden verletzt. Eine Woche danach gab es auch in Riga sechs Tote. Die Führung in Moskau und lokale Hardliner versuchten mit allen Mitteln, den Zerfall der Sowjetunion zu verhindern.

Der Dokumentarfilm beschreibt den langen Weg zur Wiedererlangung der Unabhängigkeit am Beispiel Estlands und macht verstehbar, weshalb die baltischen Länder bei den aktuellen Herausforderungen dringend unsere solidarische Unterstützung brauchen.

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