Alte Pfade, neue Wege: 15. Nacht der Kirchen in Halle fand statt

15. August 2015 | Veranstaltungen | Keine Kommentare

Auch die Kirchen in Halle (Saale) leiden unter zurückgehenden Mitgliederzahlen. Doch zweimal im Jahr erleben sie einen Ansturm: zu Weihnachten und zur Nacht der Kirchen. 50 Gotteshäuser hatten am Samstagabend ihre Pforten geöffnet und boten ein buntes Programm.

Musikalisch wurde es zum Beispiel bei der Evangelisch-methodistischen Kirche, die schon seit den 50ern in der Schulstraße in der halleschen Innenstadt hat. Unter dem Motto „Das beste von allem“ gab es ein Folk Rock-Konzert mit Matthias Zehrer und der Band BEGEGNUNG. Thematisiert wurden unter anderem die Abwürfe der Atombomben in Japan von 70 Jahren.

Musik für Saxophone und Orgel erklang in der Neuapostolischen Kirche in der Pfälzer Straße. Unter dem Motto „Im Land der Palmen“ gab es im Dom meditative Orgelmusik und Texte. Auch in der Kapelle St. Maria-Magdalena auf der Moritzburg wurde es musikalisch mit Gitarrenmusik von Tango über Barock bis Klassik.

So manche Kirche befindet sich aber auch dort, wo man sie gar nicht vermutet. Zum Beispiel im Kellergewölbe eines Fachwerkhauses der Franckeschen Stiftungen. Hier befindet sich die russisch-orthodoxe Kirche der Kreuzerhöhung mit ihren aufwändigen Wandverzierungen und St. Georgs-Kapelle.

„Neu für uns ist, dass viele Gäste von Beginn an hier bei uns sind und immer noch da sitzen und unser Programm verfolgen. In den Jahren zuvor war es eher ein ständiges Kommen und Gehen.“, erzählt Henry Marten von der, in der St. Georgen-Kirche befindlichen, freikirchlichen Evangeliumsgemeinde.
Abgesehen von einzelnen Beispielen wie diesen, versetzt die NACHT DER KIRCHEN aber immer noch die Menschen der Region eher in Bewegung. Der Besuch von vier bis fünf Sakralbauten im Rahmen des ökumenischen Sommerfestes ist dabei keine Seltenheit. Dabei wandelt sich die nächtliche Pilgerroute immer mehr von einer rein spontanen Kirchentour hin zur bewusst geplanten Reise durch die hallesche Kirchenvielfalt.

Gerade dort, wo kulturelle Veranstaltungen auf dem Programm standen, herrschte auch in diesem Jahr wieder besonders großer Andrang. In der halleschen Pauluskirche, wo neben dem Konzert der lyrischen Folk-Rocker „Viertelpoet“ auch in diesem Jahr wieder Michael Stabenow Eindrücke von „Halle, wie es einmal war…“ cineastisch präsentierte, war es kaum noch möglich einen freien Platz zu ergattern. Besondere Anziehungskraft hatte auch die zweimalige Vorführung des weitgehend in und um Mötzlich gedrehten Spielfilms „Das Paradies – irgendwo in Brandenburg“ in der dortigen St. Pankratius-Kirche in Anwesenheit zweier Filmemacher. Auch in Holleben, wo mit der Band „an botthar“ Irish Folk Musik im Kirchraum Einzug hielt, offenbarten die vielen halleschen Nummernschilder, dass das etwas außerhalb gelegene Gotteshaus mit seinem fantasiereichen Veranstaltungsangebot zu Recht seit Jahren ein echter Besuchermagnet der Kirchennacht ist. Trotzdem sollen und werden die ebenfalls vieler Orten angebotenen Orte der Ruhe und Besinnung auch in Zukunft weiter ihren Platz in der Kirchennacht finden.
Gerade dieser Mix macht nach Einschätzung vieler Gäste den besonderen Charme des Sommerfestes aus. „Der Reiz der Kirchennacht ist für mich, dass man in alte Kirchen kommt, die sonst verschlossen sind. Und jede dieser alten Kirchen hat irgendeine Besonderheit, wo man da mal inne hält. Dieses Inne halten ist unterschwellig immer dabei.“, beschreibt ein Besucher seine bereits über Jahre gesammelten Eindrücke.

Die Nacht der Kirchen fand bereits zum 15. Mal in Halle statt.

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