Zuschlag für Abellio: DB-Betriebsrat protestiert

14. März 2013 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Ab Dezember 2015 ist der Bahnkonzern Abellio für weite Teile des Schienennahverkehrs im Osten und Süden Sachsen-Anhalts zuständig. Das Unternehmen hatte zwei Ausschreibungen gewonnen. Am Donnerstag unterzeichnete Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel den Verkehrsvertrag für das Eisenbahnnetz Saale-Thüringen-Südharz.

„Gemeinsam mit allen beteiligten Partnern haben wir die Weichen gestellt für eine gute Zukunft der Eisenbahn zwischen Saale, Thüringen und dem Südharz. Für unsere Fahrgäste kommen moderne Fahrzeuge zum Einsatz, die mehr Komfort bieten und Spielraum für neue Angebote im Fahrplan eröffnen“, erklärte Webel. „Außerdem war uns wichtig, dass alle Züge im Netz mit Kundenbetreuern für die Fahrgäste besetzt werden.“ Alle Leistungen waren in der Ausschreibung gefordert und auch von der Deutsche Bahn geboten worden – nach dem diese in den letzten Jahren diverse Leistungen diesbezüglich zurückgefahren hatte – weil es vom Land zunächst nicht mehr finanziert wurde. Nun der Paradigmenwechsel des Landes – und der geht auch mit einem Unternehmenswechsel einher.

Mit einem offenen Brief wendet sich nun der Betriebsrat der DB Regio an Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff. „Danke Herr Ministerpräsident, dass Sie geäußert haben, dass die Abellio GmbH, Tochter der Niederländischen Staatsbahn, 350 neue Arbeitsplätze in Sachsen-Anhalt schaffen wird. Sie haben aber vergessen zu sagen, dass dabei 450 Arbeitsplätze der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, die im Alter von 50 – 60 Jahren sind sowie 30 – 40 und mehr Dienstjahre haben einfach gestrichen werden“, so der Betriebsratsvorsitzende Manfred Ohme. Auch die Gewerkschaft der Lokführer, GdL, übt Kritik. Denn Abellio zahl nach Gewerkschaftsangaben geringere Löhne als die Deutsche Bahn.

Mit der Entscheidung gegen die Deutsche Bahn und für Abellio dürfte aber auch die Zukunft der DB-Werkstatt in Halle (Saale) zumindest auf der Kippe stehen. Abellio selbst will in Sangerhausen eine Werkstatt bauen. Finanziert von Steuergeldern.

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