Wegen untersagtem Künstlerhaus-Abriss: Halle fürchtet Scheitern des gesamten Stadtbahn-Programms

17. Juni 2014 | Umwelt + Verkehr | Keine Kommentare

Die Stadt Halle (Saale) befürchtet ein Scheitern des kompletten Stadtbahnprogramms mit Ausbau des Steintors, Rannischen Platzes und Böllberger Wegs. Das sagte Wirtschaftsdezernent Wolfram Neumann am Dienstag auf der Beigeordnetenkonferenz. Die Stadt will 300 Millionen Euro investieren, 80 Prozent werden davon gefördert.

Anlass ist der untersagte Abriss des Künstlerhauses 188. Die Stadt wollte das Gebäude beseitigen, um den Böllberger Weg auszubauen. Das Programm funktioniere aber nur, wenn jedes Puzzlestück ineinander greife. „Nimmt man ein Teilstück heraus, funktioniert Gesamtkonstrukt nicht“, so Neumann. Möglicherweise entfalle die Gesamtförderung. Die Bundesregierung halte sich schon mit Zusagen zur Steintor-Kreuzung zurück. Große Befürchtung sei, dass das Gesamtprogramm kippt. „Damit wäre auch die Ertüchtigung des Steintors gefährdet“, sagte Neumann.

Wie Oberbürgermeister Bernd Wiegand sagte, liegt noch kein rechtliches Gutachten über Erfolgsaussichten einer Klage gegen den untersagten Abriss vor. Dieses werde im Laufe der Woche erwartet. „Eine Klage ist die einzige Möglichkeit“, ergänzte Neumann. Er hält einen Künstlerhaus-Abriss für alternativlos. Daneben wollen seinen Worten zufolge auch die Künstler den neuen Standort. Im Künstlerhaus seien die Betriebskosten sehr hoch, seit Jahren schreibe es Verluste von 100.000 Euro. Mit dem neuen Standort im Stadtmuseum wären die Künstler auch näher dran am Markt, so Neumann.

Stadtplaner Lars Loebner erklärte, der besondere Bahnkörper im Böllberger Weg ermögliche einen störungsfreien Straßenbahnverkehr und eine schnellere Fahrzeit. Laut Loebner gebe es mittlerweile Sanierungsbestrebungen für die Eigentümer der Gebäude 5, 8, 9 und 10 au der Ostseite des Böllberger Wegs.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar schreiben