Umweltzone: Rote Karte für Halle von der Umwelthilfe

6. Mai 2014 | Umwelt + Verkehr | 3 Kommentare

Die Deutsche Umwelthilfe stellt der Stadt Halle (Saale) die Rote Karte aus. Grund sind die mangelhaften Kontrollen bei Verstößen gegen die Umweltzone.
Umweltzone
So wurden im vergangenen Jahr in der Saalestadt gerade einmal 46 Anzeigen erstattet. Es finde keine effektive Kontrolle statt, so die DUH. „Plakettensünder werden hier nur geahndet, wenn die Polizei bei Verkehrskontrollen auch einen Blick auf die Windschutzscheibe wirft“, heißt es in einer Mitteilung. Bei einem Verstoß gegen die Plakettenpflicht in der Umweltzone müssen Autofahrer seit dem 1. Mai 2014 mit einem Bußgeld von 80 Euro rechnen. Diese Bußgelder darf nur die Polizei austeilen, das Ordnungsamt ist nur bis 35 Euro zuständig. Der Strafpunkt in Flensburg entfällt seit der Neuregelung des Bußgeldkatalogs.

Insgesamt hat die DUH 69 Städte untersucht. 20 von ihnen erhielten die rote Karte. 23 Städte erhielten gelb, 17 grün. „Es ist unverständlich, dass sechs Jahre nach Einführung der ersten Umweltzonen in Deutschland immer noch viele Bürgermeister ein Herz für Dieselstinker haben“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. „Dass ein Drittel der befragten Kommunen ihre Umweltzonen gar nicht oder nur kaum kontrollieren, ist ein Skandal. Besonders alarmierend ist das Ergebnis in Nordrhein-Westfalen, wo 21 von 25 Kommunen nur unzureichende oder gar keine Kontrollen durchführen.“

In Halle gilt die Umweltzone seit September 2011. Weite Teile der Altstadt sowie von Giebichenstein und Paulusviertel gehören dazu. Begrenzt wird die Umweltzone von Hochstraße, Saale, Trothaer Straße, Paracelsusstraße, Berliner Straße, Freiimfelder Straße und Delitzscher Straße. In das Gebiet dazwischen dürfen nur Autos mit grüner Plakette einfahren. Zum September 2014 soll auch die Paracelsusstraße mit in die Umweltzone aufgenommen werden.

Durch die Umweltzone soll die Feinstaubbelastung der Luft verringert werden. Neben Autoabgasen sorgen aber auch natürliche Luftbelastungen wie kürzlich der Sahara-Sand oder auch Abgase von Kohlekraftwerken in Polen durch ungünstige Windverhältnisse für erhöhte Belastungen in Halle. So wurden in der Paracelsusstraße die Grenzwerte von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft bereits an 33 Tagen in diesem Jahr überschritten. Erlaubt sind 35 Tage im ganzen Jahr.

Die Grünen fordern deshalb bereits die im Luftreinhalteplan für Halle vorgesehene Ausweitung der Umweltzone. Der LKW-Durchgangsverkehr müsse reduziert werden. Um die Immissionen nachhaltig und dauerhaft zu senken müsse der ÖPNV gestärkt und ausgebaut werden, so der Stadtvorsitzende Sebastian Kranich. Außerdem soll zur Verringerung der Staubbelastung das Stadtgrün besser gepflegt werden.

Print Friendly, PDF & Email
3 Kommentare

Kommentar schreiben