Um- und Ausbau der Dessauer Straße: Tram in Mittellage, Wendeschleife kommt weg

14. Oktober 2014 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Der Um- und Ausbau der Dessauer Straße steht an. Aus diesem Grund informierten die Stadt Halle und die Hallesche Verkehrs-AG in einer Bürgerversammlung über ihre Pläne zum Ausbau zwischen Landrain und Frohe Zukunft einschließlich des Verknüpfungspunktes Frohe Zukunft und der Haltestelle S-Bahnhof Dessauer Brücke.

Baudezernent Uwe Stäglin berichtete eingangs darüber, dass zukünftig bei der Vorbereitung von Großvorhaben der Stadt Halle zuerst eine Bürgerversammlung durchgeführt werde und danach erst die Behandlung im Planungsausschuss erfolge, um die Einwände der Bürger gleich in die Vorlagen bis hin zum Stadtrat einarbeiten zu können.

Aus den Erläuterungen des Vorhabens durch den Verkehrsplaner Jens Otto ging hervor, dass das Gesamtvorhaben eine Straßenlänge einschließlich der Haltestelle Dessauer Brücke von 1170 Metern umfasst , die Verkehrsbelegung der Dessauer Straße bei 14 000 Kfz/24 Stunden liegt und insgesamt 14 Mio Euro kosten wird. Als Teilvorhaben 8.1/8.2 des Stadtbahnprogramms beträgt die Förderrate bei 90%, sodass keine Eigenmittel der Stadt aufgebracht werden müssen. Straßenausbaubeiträge durch die Anlieger müssen nicht aufgebracht werden.

Gemäß §8, Abs.3 des Personenbeförderungsgesetzes werden alle Haltestellen barrierefrei für eine Breite von 3,50 m und eine Bahnsteighöhe von 24 cm ausgelegt.

Im Ergebnis einer umfangreichen Variantenuntersuchung soll die Gleislage vom Landrain bis zur Endstelle Frohe Zukunft in Mittellage erfolgen und als Rasengleis ausgeführt werden. Die Haltestelle Kornblumenweg wird mit angehobener Fahrbahn und Zeitinselsicherung ausgeführt. Das Linksabbiegen in die Klopstockstraße wird durch Halten auf den Gleisen ermöglich. An der Kreuzung Landrain wird die Haltestelle in einen östlichen Abschnitt stadtauswärts und einen westlich Abschnitt stadteinwärts geteilt. Zudem erhält diese Kreuzung neuerdings auch eine Linksabbiegemöglichkeit von der Dessauer Straße in den Landrain.
Auf der Ostseite wird auf der überbreiten Fahrbahn (5,50 m) ein Radfahrstreifen aufgemalt und eine neue Baumreihe mit dazwischenliegenden Parkständen angelegt .Die Vorgärten sollen schmaler werden.
Die Straba-Endstelle Frohe Zukunft wird als Kopfendstelle und 17 Parkplätzen sowie Heranführung von Bussen an die Straßenbahn ausgelegt. Die Einbindung der Straße „An der Frohen Zukunft“ an die Dessauer Straße erfolgt neu mit einer Verschwenkung ab dem Marguerittenweg, mit Signalisierung, mit einem Fußgängerüberweg vor der Schule unter Erhaltung des Denkmals der Opfer des KZ-Außenlagers Buchenwald. Im Zuge der neuen Endstelle werden 15 neue Bäume gepflanzt, während nur 1 Baum gefällt werden braucht.
Die Haltestelle Dessauer Brücke erhält breite Bahnsteige und wird auseinander gezogen. In diesem Zusammenhang soll zur Gewährleistung des Abbiegens von LKW von der Berliner Chaussee auf die Dessauer Straße entsprechend der Schleppkurve der Verkehrsraum um 1 m weiter bis fast an das der WG Frohe Zukunft gehörende Wohngebäude (Dessauer Str. 205) herangeführt werden.

Die weitere Zeitschiene für das Vorhaben sieht noch bis Ende 2014 die Fällung des Gestaltungsbeschlusses durch den Stadtrat, im Jahre 2015 den Planfeststellungsbeschluss, den Baubeginn 2016 und die Fertigstellung im Jahre 2017 vor.

In der anschließenden Diskussion ging unter anderem darum, warum die Straßenbahn nicht eingleisig verkehrt. Das ist laut Stadt nicht förderfähig. Die Verlängerung der Straßenbahnstrecke bis zum Landesverwaltungsamt ist außerdem vom Tisch. Ein P+R-Platz ist nicht vorgesehen, weil man sonst in den Schulbereich eingreifen müsste. Eine Radwegsanierung könne nur im Baubereich vorgesehen werden und nicht in der gesamten Dessauer Straße. Künftig wird es kein offenes Gleis, sondern ein Rasengleis zur Feinstaubbindung und zur Gleisgeräusche-Lärmdämpfung um 3 dB verlegt wird.

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