Steintor-Umbau ab März, Straßenbahn ab Juni betroffen

26. September 2014 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Der Umbau der Steintor-Kreuzung in Halle beginnt im März 2015. Das erklärte eine Stadtwerke-Sprecherin. Der Straßenbahnverkehr wird voraussichtlich ab Juni von Sperrungen betroffen sein.

Der Stadtrat hatte am Mittwoch Gelder für den 1,7 Millionen Euro per Verpflichtungsermächtigung für die Umgestaltung der Grünflächen freigegeben. Weitere 20 Millionen Euro sollen aus Fördermitteln für die Gestaltung der verkehrlichen Anlagen, Also Straßen, Fuß- und Radwege sowie das Gleisnetz fließen. Möglich macht es das Stadtbahnprogramm des Bundes. Weitere knapp 250.000 Euro für die nötige Umgestaltung werden über die Ausbaubeiträge auf die Anlieger umgelegt. Bis 2017 sollen die Arbeiten dauern.

umbau steintorDirekt vor dem Varieté soll ein Spitzahorn gepflanzt werden. Zudem soll hier Außengastronomie möglich sein, denn die bisher hier entlang führende Straße entfällt. Bevor gebaut wird, sollen 53 Bäume gefällt werden, davon zahlreiche als erhaltenswert eingestufte. Allerdings ist auch eine Neupflanzung von 57 Bäumen vorgesehen, neben der schon erwähnten Platanen und dem Spitzahorn auch Zierkirschen, Feldahorn, Robinie und Lederhülsenbaum. Am östlichen Fahrbahnrand sollen zwischen Ernst-Kromayer-Straße und Krausenstraßenstraße ist die Pflanzung von 8 Spitzahorn-Bäumen vorgesehen. Der Gehbereich vor den jetzigen Geschäften wird mit einer Mischung aus Mosaikpflaster und Großplatten an, so wie die meisten Gehwege in der Altstadt gestaltet sind. Für den Rest des Platzes sind verschiedene Gestaltungsformen aus klein- bis mittelformatigen Betonstein-Platten vorgesehen. Wegen der Bedeutung des Platzes will man dabei auf Betonstein mit hochwertigem, sandgestrahlten Naturstein-Vorsatz in drei unterschiedlichen Graunuancen setzen. Der neue Radweg, der über den Platz führen wird, wird asphaltiert.

umbau steintor lampe

Beleuchtet wird der westliche Platzbereich durch sogenannte Pendelleuchten, die zwischen dem Fahrdraht der Straßenbahn angebracht werden. In der Grünfläche werden Lichstelen aufgestellt (siehe Foto). An den Straßen werden normale Laternen, sogenannte Kofferleuchten stehen. Daneben ist auch eine Anstrahlung des Steintor-Varietés vorgesehen, dessen Fassade derzeit saniert wird. Umgesetzt werden muss das Denkmal für die Timberwölfe, es wird neben der neuen Haltestelle aufgestellt. Auf dem Platz wird es in Zukunft 38 Fahrradständer geben, davon 20 in den Randlagen des Steintorplatzes, am Parkplatz Große Steinstraße, am Übergang zur Ernst-Kromayer-Straße und in der Ludwig-Wucherer-Straße. Die anderen befinden sich an den Fahrgastunterständen und im Baumblock auf der westlichen Platzfläche. Zum Ausruhen werden auch Bänke aufgestellt, vorgesehen sind einfache Ausführungen mit Betonsockel mit Holzauflage, partiell sind laut Stadt Rücken- und Armlehnen vorgesehen. Die beiden Kioske wird es in Zukunft nicht mehr geben. Auch nach der Umgestaltungen wird es am Steintor-Platz Frühjahrs- und Sommerbepflanzungen geben, jedoch nicht mehr in dem großen Umfang wie bislang. Stattdessen sollen mehr Stauden und Gräser in der Platzgestaltung eingesetzt werden. Dadurch lässt sich der Pflegeaufwand minimieren. Obendrauf hat es noch den Vorteil, dass der Platz auch im Winter nicht kahl ist, sondern ebenfalls von Pflanzen gesäumt wird.

Die Kreuzung Berliner Straße / Paracelsusstraße soll künftig mit einer Ampel ausgerüstet werden. Daneben kommt eine weitere Zufahrt hinzu – die „neue“ Ludwig-Wucherer-Straße. Weil die bisherige „LuWu“ abgekoppelt wird, soll eine neue Straße aber der Emil-Abderhalden-Straße abzweigend nördlich hinter einem geplanten Parkhaus (jetzt Bauernclub) und dem Diesterweghaus entlang geführt werden. Um die Straße aber auch bauen zu können, muss aber noch zwei Uni-Gebäude gegenüber der Einmündung Emil-Abderhalden-Straße leergezogen und abgerissen werden. Dies soll im Herbst kommenden Jahres passieren. Die Uni-Mitarbeiter ziehen dann in den Steintor Campus um. Die Ausschreibung dafür läuft bereits. Die Universität will zwischen alter und neuer „LuWu“ ein Parkhaus mit Ladenzeilen im Erdgeschoss errichten, einen möglichen Bauherren gibt es aber noch nicht.

Der Bereich soll bis auf den Lieferverkehr komplett autofrei werden. Autos werden über Magdeburger Straße und Krausenstraße in die Große Steinstraße geleitet. Vom Steintor-Platz zur Kromayerstraße und an der Ecke Große Steinstraße / Krausenstraße soll es Fußgängerüberwege mit Mittelinseln geben. Der Radverkehr erhält eigene Wege über den Platz, zumeist geführt neben den Straßenbahngleisen. Eine Zentralhaltestelle für alle Linien wird es nicht geben, die Linie 12 hat auch weiterhin eine eigene Haltestelle.
Steintor Architekt Graul
Im Rahmen des Umbaus wird westlich neben dem Steintor-Varieté eine neue Passage als Anbindung an den neuen Steintor-Campus der Universität geschaffen, unter anderem mit Cafeteria und Passage sowie in den oberen Etagen Platz für Wohn- oder Büronutzung. Zuvor muss dort noch der Altbau abgerissen werden. Über die neue Passage aus kommt man über eine große Freitreppe von der Straßenbahn-Haltestelle aus direkt zum Campus. Geplant ist im hinteren Bereich außerdem ein Ergänzungsfoyer. Die Fassade des Varietés wurde bereits erneuert. In einem weiteren Bauabschnitt sollen in einem Anbau im hinteren Bereich des Varietés Fahrstühle eingebaut werden, um eine behindertengerechte Erschließung des Varietés zu ermöglichen. Daneben könnte es im hinteren Bereich eine 300 Quadratmeter große Terrasse geben.

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