Stadtverwaltung: Merseburger Straße nur noch einspurig nötig

25. März 2014 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

In Zukunft könnte auch die Merseburger Straße in Halle (Saale) einspurig ausgeführt werden. Nach Angaben von Rainer Möbius, Verkehrsplaner der Stadtverwaltung, zeige die Verkehrsprognose, dass in Zukunft die Zweispurigkeit je Richtung nicht mehr nötig ist.

Merseburger StrIm Rahmen des Stadtbahnprogramms steht in den Jahren 2016 bis 2019 der Umbau der Merseburger Straße an. Mitte Februar habe die Hallesche Verkehrs AG (HAVAG) zwei Büros beauftragt. Diese befassen sich laut Möbius derzeit mit der Prüfung von verkehrsplanerischen Grundsatzthemen sowie der Vorplanung. Dabei gelte es Fragen zur zukünftigen Bedeutung des Straßenzugs zu klären. Insbesondere gehe es dabei um die Wechselwirkung mit der Osttangente. Diese soll nach kompletter Fertigstellung die Merseburger Straße spürbar entlasten. Im Bereich Riebeckplatz finden derzeit Untersuchungen statt, künftig das Linksabbiegen aus Richtung Norden kommend in die Rudolf-Ernst-Weise-Straße zu ermöglichen. Damit würde die umständliche Umfahrung entfallen. Auch zur Lage der Haltestellen gibt es Untersuchungen. Diese würden sich im nördlichen Bereich gut aneinander anreihen, sind jedoch oft noch nicht barrierefrei. Ein Defizit gibt es im Bereich der Rosengartensiedlung, hier liegen die Haltestellen sehr weiter auseinander.

Einer der Knackpunkte ist aber derzeit die Engstelle im Bereich Rosengarten. Drei Brücken nacheinander überspannen hier die Fahrbahn. Die mittlere Brücke – die der Kasseler Bahn – ist dabei die engste. Dadurch verengt sich hier die Straße, unter der Brücke teilen sich Straßenbahn und Autos je Richtung eine der beiden Fahrspuren. Ab August 2016 will die Deutsche Bahn die Brücke erneuern. Das böte die Chance, hier eine breitere Brücke zu errichten. In dem Falle müsste die Stadt jedoch einen Teil der Kosten übernehmen. Bleibt die neue Brücke von den Maßen so wie die alte, dann trägt die Bahn allein die Kosten. Und genau auf diese letzte Variante setzt die Stadt. Sprich: an dieser Stelle bleibt die Merseburger Straße ein Engpass. Mehr noch, die Straßenbahn soll ein abgetrenntes Gleisbett bekommen – eine Forderung im Rahmen des Bundes-Förderprogramms „Stadtbahn“. Die Straße würde bei dieser Variante in diesem Bereich definitiv nur noch einspurig.

Dagegen regt sich Widerstand. So hat sich eine Bürgerinitiative mit zunächst rund 50 Mitgliedern gegründet, die unter anderem für den Erhalt der Vierspurigkeit kämpft. Sie will zudem eine bessere Anbindung der Kasseler Straße. Von dieser aus soll das Linksabbiegen in die Merseburger Straße künftig möglich sein. Laut Verkehrsplaner Rainer Möbius würde dies eine völlig neue Situation bedeuten. Denn der Kreuzungsbereich müsste umgebaut werden, die jetzigen engen Querschnitte der alten Brücke würden dafür nicht ausreichen.

Doch darauf hat die Stadt keine Lust, auch mit Blick auf die Kosten. „Wir bleiben dabei, dass wir kein Verlangen zu einer größeren Brücke äußern“, so Rainer Möbius. „Wir müssen mit den vorhandenen Brückenlösungen leben.“ Ein Fahrstreifen je Richtung sei völlig ausreichend. Doch das letzte Wort darüber ist noch nicht gesprochen. Die Stadtratsfraktionen von CDU und SPD haben Anträge zu breiteren Brücken beziehungsweise zu einem Erhalt der verkehrlichen Leistungsfähigkeit gestellt. Oberbürgermeister Bernd Wiegand will zudem, dass sich die Verkehrsplaner noch einmal intensiv mit den Argumenten der neugegründeten Bürgerinitiative am Rosengarten auseinandersetzen.

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