Showdown um die vierspurige Merseburger Straße

25. Februar 2015 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Im Laufe des Mittwochs fällt voraussichtlich eine Entscheidung zur Vierspurigkeit der Merseburger Straße. Der Stadtrat hat die Wahl zwischen einer breiteren Brücke oder einer Aufhebung der Vierspurigkeit. Eine Anwohnerinitiative und die IHK hatten sich schon für eine vierspurige Straße ausgesprochen. Nun melden sich weitere Organisationen zu Wort.

„Die Merseburger Straße ist eine weitere Chance im Stadtumbau, die Lebensqualität der Hallenser zu erhöhen. Mit dem Rückbau von einer Fahrspur wie es vor einigen Jahrzehnten im Verkehrsentwicklungsplan vorgesehen war, ist das Verkehrsaufkommen zu bewältigen“, so Matthias Albrecht von der VCD Regionalgruppe Halle-Saalekreis. Es gebe keinen Grund die Merseburger Straße vierspurig zu belassen, da eine Stadt keine Schnellfahrstraßen brauche. Die Politik und deren Verkehrsexperten hätten mit dem Bau der Autobahnen rund um Halle eine Verkehrsentlastung versprochen, die zum Teil auch eingetreten sei. Die Fahrspuren im Bereich der Rosengarten-Brücke auf zwei zu reduzieren habe keine nennenswerten Auswirkungen auf den Straßenverkehr.

Der Rückbau von Fahrspuren auf der Magistrale in Halle-Neustadt beweise, dass es sich nur um einen psychologischen Effekt von Autofahrer handele, beim Gedanken an Reduzierung von Fahrspuren zu protestieren. Bundesweite Studien würden zeigen, dass sich der PKW Verkehr zurück entwickele und mehr Menschen auf Bus, Bahn und Fahrrad umsteigen. „Schon allein durch Verbesserungen im Fahrplanwechsel im Dezember 2015, mit schnelleren Zügen und häufigeren Zugfahrten, werden mehr Pendler die mit dem Auto nach Halle kommen, auf den Zug umsteigen“, meint der VCD. Abellio werde schnelle komfortable Züge von und nach Halle über Erfurt und Merseburg anbieten, die Bahn nehme ihre ICE-Strecke in Betrieb mit kürzesten Fahrzeiten zwischen Halle und Erfurt. Auch dies führe zur Verkehrsreduzierung auf der Straße. Bedenken, dass der Umbau zum Stau führen könnte, hat der VCD nicht. Selbst zu Spitzenzeiten im Berufsverkehr sieht der VCD Experte keine Gefahr von Staus. Besonders in Bezug auf Feinstaubwerte und Luftverschmutzung biete der Rückbau Vorteile. Im VCD spricht man sich für den Rückbau der gesamten Merseburger Straße von Ammendorf bis Damaschkestraße aus.

Auch die Piraten bringen sich in die Diskussion ein. „Sollte es nicht möglich sein, die Straßenführung für den begrenzten Raum so zu lassen wir sie ist?“, fragt Markus Hünniger. Das Stadtbahnprogramm, welches genutzt werden soll, werde ähnlich der Lösung an der Weingartenschule im Böllberger Weg die Möglichkeit erlauben, diesen Bereich auszunehmen und trotzdem den restlichen Bereich förderwürdig zu belassen und gefördert zu bekommen. “Vielleicht die alle zufriedenstellende pragmatischste Variante mit dem Effekt, die Stadt könnte das eingesparte Geld nützlicher verwenden.“

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