Petition gegen hohe Fahrpreise: bislang 2.700 Unterschriften

12. Februar 2015 | Umwelt + Verkehr | Keine Kommentare

Pünktlich zum 1. August steigen in Halle (Saale) jedes Jahr die Preise für Bus und Straßenbahn. In diesem Jahr klettern die Preise um durchschnittlich 4,89 Prozent.
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Der Landesverband Elbe-Saale des Verkehrsclub Deutschland (VCD) hatte deshalb Anfang Dezember 2014 gemeinsam mit anderen Umwelt- und Mobilitätsverbänden eine Petition gegen die ständigen Fahrpreiserhöhungen im Gebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes angestoßen. Die Petition „Schluss mit den Fahrpreiserhöhungen im MDV!“ läuft bis zum 7. März 2015 und soll mindestens 5.000 Unterzeichner finden, bevor sie an die Petitionsausschüsse der Stadträte und Kreistage im MDV-Gebiet übergeben wird. Bisher wurden online bereits über 2.700 Unterschriften gesammelt – damit haben nach heutigem Stand 55 Prozent der erforderlichen Unterzeichner die Petition unterschrieben. Gleichzeitig läuft eine Postkarten-Kampagne im gesamten MDV-Gebiet, die von der Leipziger Firma culturtraeger unterstützt wird.

Hier geht es zur Petition!

Gründe für eine Unterschrift gibt es mehrere, den Kommentaren auf der Petitionsseite folgend, zeichnet sich bislang folgendes Bild ab. Kritik des schlechten Preis-Leistungs-Verhältnisses in Halle. Etliche Hallenser erinnern sich noch an die Ausdünnung der HAVAG-Fahrpläne vor einigen Jahren und sehen nicht ein, dafür weiterhin Preissteigerungen deutlich über der Inflationsrate hinzunehmen.

Die HAVAG rechnet durch die Tariferhöhung mit Mehreinnahmen von einer Million Euro, geht aus Unterlagen hervor, die HalleSpektrum.de vorliegen. Die Preise für Kurzstrecken bleiben gleich, der Stundenfahrschein klettert dagegen um 10 Cent auf 2.20 Euro. Für einen Kinderfahrschein sind künftig 1.30 Euro (+10 Cent), die Vier-Fahrten-Karten 8.20 Euro (+40 Cent), die Tageskarte 5 Euro (+20 Cent), die Monatskarte 58.70 Euro (+3 Euro), die Azubi-Monatskarte 47 Euro (+2.40 Euro) fällig.

Allerdings können die erwarteten Mehrausgaben die Kostensteigerungen nicht decken. So braucht die HAVAG zwei Millionen Euro mehr. So klettern die Stromkosten um 241.000 Euro, die Lohnkosten klettern um 1,777 Millionen Euro. Die HAVAG will aber auch mehr in den Service investieren. Es gibt neue Automaten in den Fahrzeugen, die mit Geld funktionieren. Zudem soll ein serviceorientiertes Händlernetz in der Stadt aufgebaut werden. Die Verkehrsbetriebe wollen ihre Fahrscheine wieder verstärkt auch in kleinen Läden und Kiosken verkaufen.

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