Neue HAVAG-Design-Busse: Wohlfühlaroma statt sprödem Charme

6. November 2013 | Umwelt + Verkehr | 1 Kommentar

Ehemalige Studenten der Kunsthochschule Burg Giebichenstein sollen Ideen für die Gestaltung von Bussen einbringen. Vor wenigen Tagen hat HalleSpektrum.de bereits über das Projekt „Ein Bus für Halle“ berichtet.

Am Mittwoch nun fiel der offizielle Startschuss. Bis zum 27. November haben die vier Teams – darunter drei aus dem Burg-Absolventen Designhaus und die Freiraumgalerie – Zeit, ihre Entwürfe zu erstellen und einzureichen. Eine Jury wird anschließend einen Tag später den Siegerentwurf küren und mit 1.000 Euro prämieren. Für alle Teilnehmer gibt es ein Bearbeitungshonorar von 500 Euro. Neben Vertretern der HAVAG und der Kunsthochschule sitzen auch zwei Designagenturen und der Fahrgastbeirat in der Jury.
HAVAG-Vorstand Vincenz Schwarz wünscht sich „eine völlig neue Wohlfühlatmosphäre“ statt „sprödem Charme“. Allerdings können die vier teilnehmenden Teams nicht alles, was sie wollen. „Es geht nicht darum, die Busse zu verkitschen und mit Plüschsesseln auszustatten“, so Schwarz. Sicherheitsaspekte und auch technische Gegebenheiten müssen beachtet werden. Schließlich muss der Bus auch den Alltagstest bestehen. 600.000 bis eine Million Kilometer laufe so ein Fahrzeug, täglich werde es gereinigt. Und natürlich wird die HAVAG auch auf die Wirtschaftlichkeit achten.

Die besten Ideen werden anschließend Bestandteil der europaweiten Ausschreibung. Mit den Herstellern soll dann geredet werden, was umgesetzt werden kann. Insgesamt 30 neue Busse sollen kontinuierlich bis 2018 geliefert werden. Zudem werden die neuen Busse auch mit Monitoren zur Fahrgastinformation ausgestattet, versprach Vincenz Schwarz. „Wir wollen den kreativen Geist lebendig und den ÖPNV attraktiver machen“, sagte der HAVAG-Vorstand. Er kann sich auch ähnliche Wettbewerbe für die Gestaltung von Straßenbahnen vorstellen.

Gern hätte die HAVAG auch einen Ideenwettbewerb mit den aktuellen Studenten durchgeführt. Doch dafür brauche man mindestens ein Jahr Vorlaufzeit, sagte der Hochschulkanzler Wolfgang Stockert. „Das Anliegen ist in so kurzer Zeit nicht realisierbar.“ Stockert begrüßte die Idee grundsätzlich, bedauerte aber, dass das Verkehrsunternehmen nicht doch schon eher gekommen ist. „Wir hoffen künftig auf mehr Vorlauf.“

Interview mit HAVAG-Vorstand Vincenz Schwarz:

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