Nach verheerendem Waldbrand: „Schierke muss besser geschützt werden“

13. September 2022 | Umwelt + Verkehr | 4 Kommentare

Nach den verheerenden Waldbränden im Nationalpark Harz fordert die Landtagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen nun Maßnahmen, um insbesondere den Ort Schierke und dessen Einwohnerinnen und Einwohner in Zukunft besser zu schützen.

„Der Nationalpark Harz ist eine Erfolgsgeschichte. Dank seiner Entstehung im März 1990 wurde die wertvolle Fauna und Flora des ehemaligen Grenzgebiets geschützt. Der Nationalpark ist Hort der Erneuerung des Waldes in Zeiten der Klimakrise. Anstatt ihn gänzlich in Frage zu stellen, müssen gezielte, konkrete Maßnahmen getroffen werden, um vor allem den Ort Schierke zu schützen!“, forderte etwa Cornelia Lüddemann, die Vorsitzende der grünen Landtagsfraktion.

Vereinbarte Feuerwehrwege für Rettung und Brandlöschung seien bereits erste lösungsorientierte Schritte. Dennoch müssten sich nun auch die vier betroffenen Landesministerien gemeinsam mit dem Nationalpark sowie Vertreterinnen und Vertretern der betroffenen Orte besprechen und nach weiteren konkreten Lösungen suchen.

„Wichtig ist zum Beispiel die Erkenntnis, dass Schierke einen zweiten Fluchtweg braucht, der im Evakuierungsfall zur Verfügung steht. Außerdem muss sich die Landesregierung bei der Bundesregierung dafür einsetzen, dass im Rahmen der europäischen Brandbekämpfung und der von der EU-Kommission angekündigten Aufstockung der europäischen Flotte, Deutschland eine Basis für ein Löschflugzeug erhält.“, so die grüne Politikerin weiter.

Da öffentlich gewordene Brandkarten zeigen, dass rund 85 Prozent der Waldbrände im Nationalpark Harz in direkter Nähe zur Harzer Schmalspurbahn stattfinden, schlug sie ferner vor, Fahrzeuge mit kohlebetriebenen Antrieben ab Waldbrandstufe 3 nicht mehr fahren zu lassen. „Wir erwarten, dass die Landesregierung Unterstützung anbietet, um Dampfloks auf Wasserstoff einschließlich künstlichen Dampfes umzurüsten!“, lautet die grüne Konsequenz.

Wolfgang Aldag, umweltpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion ergänzte: „Die aufgrund von Dürre geschwächten Bäume sind empfindlich, extrem leicht entflammbar. Es muss aber auch klargestellt werden, es sterben Bäume, aber nicht der Wald. Nach einem Brand keimen in der voller Nährstoffe steckenden Asche neue Bäume. Dafür ist insbesondere die Kernzone des Nationalparks ein wichtiges Reallabor. Das schließt Totholz mit ein.“

Der letzte große Brand war Anfang September am Goetheweg nahe dem Aussichtspunkt Goethebahnhof ausgebrochen und hatte sich im Verlauf der folgenden Woche auf mehr als 160 Hektar Fläche ausgebreitet. Zur Brandbekämpfung waren Hunderte Einsatzkräfte, Löschhubschrauber und sogar zwei Flugzeuge vor Ort gewesen.

Inzwischen gilt der Brand als gelöscht. Auch die historische Schmalspurbahn hat daher ihren Betrieb wieder aufgenommen.

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