Letzter Zug ist abgefahren: Bahnstrecke nach Schafstädt stillgelegt

14. Dezember 2014 | Umwelt + Verkehr | Keine Kommentare

Stille herrscht seit Sonntag auf den Bahnsteigen in Buna, Milzau, Bad Lauchstädt, Großgräfendorf und Schafstädt im Saalekreis. Mit Fahrplanwechsel wurde die Strecke eingestellt.

Die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) hatte Ende August die Schließung der Strecke wegen zu geringer Fahrgastzahlen beschlossen. Nur noch 150 Fahrgäste am Tag hätten die alle zwei Stunden verkehrenden Züge genutzt. Schon 2007 stand wegen nur noch 250 Fahrgästen am Tag die Schließung zur Debatte. 1,6 Millionen Euro könnten nun jährlich an Betriebskosten eingespart werden.

Nachdem die Deutsche Bahn mit Lok-Wagen-Zügen nach der Wende den Betrieb an die KEG Karsdorfer Eisenbahn abgegeben hatte, fuhren gebrauchte MAN Triebwagen. Noch vor der Insolvenz der KEG, wurden bei DWA Bautzen LVTS Schienenbusse gekauft, die als Nachfolger der sogenannten DR „Blutblasen“, beziehungsweise „Ferkeltaxen“ angesehen werden dürfen. Die Deutsche Bahn hatte die KEG Burgenlandbahn übernommen und fuhr bis Samstagabend auf der Strecke nach Schafstädt.

In den vergangenen Jahren war noch kräftig in die Strecke investiert worden. So entstand ein Brückenbauwerk über die ICE-Strecke. Zudem wurde in Schafstädt ein neuer Haltepunkt gebaut, die Strecke um einige Meter eingekürzt, um einen Bahnübergang einsparen zu können. Allerdings gibt es nach Angaben der NASA inzwischen neuen Investitionsbedarf für Oberbau, Bahnübergänge und Ingenieurbauwerke in Höhe von mehr als 3 Mio. Euro. Weitere 1,2 Millionen Euro seien für den Ausbau der Stationen nötig. „Die Investitionen und die jährlich hohen Kosten für die SPNV-Bestellung sind angesichts der dauerhaft niedrigen Nachfrage nicht zu rechtfertigen“, so die Nasa.

Zum Niedergang der 1896 errichteten Strecke trug zum einen der große Arbeitsplatzabbau nach der Wende am Chemiestandort Schkopau bei. Zudem hatte der Landkreis Saalekreis in den vergangenen Jahren bereits Buslinien im Parallelverkehr fahren lassen, die fast zeitgleich mit dem Zug in Merseburg abgefahren sind. Bus und Bahn haben konkurriert, da das Land Sachsen-Anhalt auf den Zug gesetzt hat und der Saalekreis den kreiseigenen Busbetrieb parallel fahren lies.


(Fotos: Jan Krehl)

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