Letzte Schweißnaht an Saale-Elster-Talbrücke gezogen

21. Juni 2013 | Umwelt + Verkehr | 2 Kommentare

Die Saale-Elster-Talbrücke zwischen Halle und Merseburg steht. Am Freitagmittag wurde die letzte Schweißnaht der Stabbogenbrücke gezogen, nachdem bereits im Februar die letzten beiden vorgefertigten Stahlteile in die insgesamt über 8,5 Kilometer lange Brücke integriert worden waren.

Die 110 Meter lange Stabbogenbrücke aus Stahl, welche den in Richtung Halle abzweigenden Brückenstrang in Richtung Leipzig überquert, ist Bestandteil der ansonsten aus Beton bestehenden Konstruktion. Sie ist im Zuge des Projektes Nürnberg-Berlin (VDE8) ist die längste derartige Spezialkonstruktion auf der mit 300 km/h gefahren werden kann.

Die Stabbogenbrücke wurde in Endlage auf einer Hilfskonstruktion montiert. Nach deren Demontage ruht sie auf den Pfeilern 64 und 63. Die Saale-Elster-Talbrücke hat 216 Pfeiler. 40 in Zwickau vorgefertigte und per Schwertlaster antransportierte Teile wurden zur Brücke mit ihrer charakteristischen Form zusammengefügt. Das schwerste Teil wog über 70 Tonnen, das größte Teil war über 35 Meter lang. Die Nachweisführung dafür, dass die Brücke die längste und erste Stabbogenbrücke ist, die mit 300 km/h befahren werden kann,war nicht einfach. Der Brückenhersteller ist ein Stahlbaubetrieb aus Zwickau (ZSB).

20 Monteure und Schweißer verarbeiteten 30 Tonnen Schweißdraht und 300 Flaschen Gas. Die Gesamttonnage der Brücke beträgt 1420 Tonnen. Mit der letzten Schweißnaht ist die Stabbogenbrücke noch nicht rohbaufertig.Dies wird erst in 1,5 Monaten der Fall sein und erst in 12 Monaten wird daraus eine richtige Eisenbahnbrücke. Vorgesehen ist ein 1-jähriger Testbetrieb , dem dann Ende 2015/16 der Regelfahrbetrieb folgen wird.

Die Saale-Elster-Talbrücke im Süden von Halle (Saale) ist Teil des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8. Es umfasst die 500 Kilometer lange Aus- und Neubaustrecke zwischen Nürnberg–Erfurt–Leipzig/Halle und Berlin. Finanziert wird es vom Bund, der Europäischen Union und der Bahn. Die Investition beträgt etwa 10 Milliarden Euro. Die neue Bahn-Verbindung mit 230 Kilometern Neubauanteil ermöglicht nach Fertigstellung eine Reisezeit von München nach Berlin in etwa 4 Stunden und bietet eine umweltfreundliche Trasse für den Güterverkehr. Die neuen Strecke von Franken durch den Thüringer Wald nach Mitteldeutschland soll 2017 betriebsbereit sein, der Abschnitt zwischen Erfurt und Halle bzw. Leipzig bereits 2015. Fahrzeit Halle–Erfurt: 30 Minuten.

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