IHK kritisiert Stadtrat und will vierspurige Merseburger Straße

18. Dezember 2014 | Umwelt + Verkehr | Ein Kommentar

Am Mittwoch entschied sich der hallesche Stadtrat mehrheitlich dagegen, eine längere Eisenbahnbrücke in der Merseburger Straße Höhe Rosengarten zu bauen. Das stößt auf Unverständnis bei der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) und fordert auch für die Zukunft vier Fahrspuren für die Merseburger Straße.

Entwurf der größeren Brücke. Nun wird doch die kleinere gebaut.

Entwurf der größeren Brücke. Nun wird doch die kleinere gebaut.


„Die Merseburger Straße ist als Bundesstraße eine zentrale Verkehrsachse für die Stadt, auch in der Zukunft. Anstatt hier mit einer neuen breiteren Eisenbahnbrücke einen Engpass zu beseitigen, scheint eine Mehrheit im Stadtrat diesen Engpass dauerhaft zementieren zu wollen“, so der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schröter. Der gestrige Beschluss des Stadtrates, auf eine Aufweitung der Eisenbahnbrücke am Rosengarten zu verzichten, bedeute, dass die Merseburger Straße wegen des Baus eines eigenen Gleiskörpers für die Straßenbahn im Zuge des Stadtbahnprogramms zumindest im Bereich Rosengarten auf von jetzt zwei auf dann nur noch eine Fahrspur je Richtung zurück gebaut werde.

„Die Stadt Halle braucht auch in Zukunft ein leistungsfähiges Straßennetz und aus Sicht der Wirtschaft gehört dazu unbedingt auch die Merseburger Straße als vierspurige B 91“, so Schröter weiter. Nicht zuletzt werde die vierspurige B 91 ab der A 38, im Stadtgebiet Merseburg und bis zur Stadtgrenze von Halle umfassend saniert. Ab der Stadtgrenze müssten sich diese Verkehrsströme dann offensichtlich aus Kostengründen andere Wege als den über die B 91/Merseburger Straße suchen. Aus Sicht der IHK brauche Halle als bedeutender Wirtschaftsstandort ein deutliches Mehr an Finanzmitteln für die umfassende Instandhaltung und den weiteren Ausbau eines leistungsfähigen Straßennetzes, da seien Beschlüsse wie der gestrige das falsche Signal.

Die Deutsche Bahn will die Brücke am Rosengarten durch einen Neubau ersetzen. Während die Bahn bei einer kleineren Brücke die Kosten allein tragen muss, wird bei der größeren Brücke die Stadt mit zur Kasse gebeten. So müsste Halle in diesem Fall 420.000 Euro Eigenanteil selbst tragen. Hinzu kommen noch 3,5 Millionen Euro aus dem Entflechtungsgesetz, diese Gelder waren ursprünglich für den Ausbau der Salzmünder Straße vorgesehen.

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