HAVAG will Linie 5 nach Bad Dürrenberg zusammenstreichen

24. September 2015 | Umwelt + Verkehr | 2 Kommentare

Zwischen Halle (Saale) und dem benachbarten Saalekreis ist erneut ein Streit um die Finanzierung der Überlandstraßenbahn über Merseburg nach Bad Dürrenberg entbrannt. Die Hallesche Verkehrs AG fordert eine stärkere finanzielle Beteiligung des Kreises. Andernfalls wird das Angebot bereits ab Dezember zusammengestrichen. Das berichtet die Mitteldeutsche Zeitung mit Blick auf eine Diskussion im Vergabeausschuss des Saalekreises.
Techniklinie
Demnach fehlen der HAVAG 900.000 Euro für den Betrieb der Strecke, die der Saalekreis zahlen soll. Der beteiligt sich momentan mit 1,3 Millionen Euro. So sollen künftig wochentags nur noch 20 statt bislang 34 Verbindungen von Halle nach Bad Dürrenberg stattfinden. Damit würde die Linie 5 nur noch, bis auf den Berufsverkehr, stündlich in den Saalekreis fahren. Bisher rollen die Trams alle 30 Minuten. Obendrauf soll der Bahnverkehr im Saalekreis bereits um 18 Uhr statt bisher 22.30 Uhr eingestellt werden. Samstag soll die Bahn erst ab 7.30 Uhr statt bisher 4.30 Uhr fahren, an Sonntagen erst ab 9.30 Uhr.

Um zumindest im Berufsverkehr das Angebot einigermaßen halten zu können, soll der Kreistag den Zuschuss auf 1,5 Millionen Euro im laufenden und 1,7 Millionen Euro im kommenden Jahr erhöhen. Doch auch das wird für den Betrieb in der jetzigen Form nicht reichen.

Erst in den vergangenen drei Jahren hatte die HAVAG in Merseburg mehrere Millionen Euro in ein neues Gleisnetz investiert. Bereits in den vergangenen Jahren stand die Zukunft der Überlandbahn immer wieder auf der Kippe.

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