HAVAG-Streik in Halle: Alternativen für Fahrgäste

24. Februar 2013 | Umwelt + Verkehr | 4 Kommentare

24 Stunden lang dreht sich bei der Halleschen Verkehrs AG (HAVAG) kein Rad: ab Montagmorgen, den 25. Februar, 3 Uhr wird das Verkehrsunternehmen bestreikt. Aus diesem Grund werden bis zum Dienstagmorgen keine Straßenbahnen und Busse fahren.

Doch für Teile des Stadtgebiets gibt es Alternativen. So sind zumindest die großen Stadtteile Neustadt, Trotha, Südstadt und Silberhöhe durch die S-Bahn miteinander verbunden. Alle 30 Minuten verkehren die Züge zum Hauptbahnhof. Zudem verkehrt von Trotha aus der HEX-Zug zum Hauptbahnhof. Auch der Stadtteil Ammendorf ist durch die Regionalbahn mit dem Hauptbahnhof verbunden. Daneben können Reisende auf die Busse von OBS umsteigen, hier gibt es unter anderem Haltestellen am Franckeplatz, Reideburg, Büschdorf, Neustadt und Berliner Brücke. Schlecht dagegen sieht es mit einer Anbindung von Heide-Nord, Kröllwitz, Giebichenstein, Seeben, Froher Zukunft und dem Lutherviertel aus. Andere Fahrkarten brauchen Fahrgäste nicht. Denn überall gelten die Tickets des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) der Tarifzone 210.

„Wenn die Gewerkschaft 3 Uhr morgens vor unseren Betriebshöfen steht, wird keine Straßenbahn und kein Bus das Gelände verlassen können“, so René Walther, Arbeitsdirektor der Stadtwerke Halle. „Sobald der Streik beendet sein wird, beginnen wir den regulären Verkehr wieder aufzubauen. Das kann 2 bis 3 Stunden dauern. Betroffen sind auch die Linien 5 und 15, im Saalekreis.“ Einen Notfahrplan werde es nicht geben. Die HAVAG hat derzeit 768 Mitarbeiter inklusive Azubis, davon 305 Fahrer.

Trotz Streik müssen Kinder und Jugendliche in die Schule, informieren das Kulusministerium des Landes Sachsen-Anhalt und die Stadtverwaltung. Die Schulpflicht sei nicht aufgehoben. “Die Stadt bittet um Verständnis – sie kann auf die Ereignisse keinen Einfluss nehmen”, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung. Eltern schulpflichtiger Kinder sollten nach Möglichkeit den Transport zu den Schulen individuell organisieren oder beispielsweise Fahrgemeinschaften bilden. Ähnlich sieht es das Land. Die Eltern müssten auch ein Stück weit Eigeninitiative ergreifen, heißt es von Ministeriumssprecher Martin Hanusch.

Sollte es zu einer Lohnerhöhung kommen, drohen weitere Preissteigerungen. Michael Neumann, Pressesprecher des MDV, sagte gegenüber HalleSpektrum.de: „Mögliche neue Tarifabschlüsse für die Beschäftigten der HAVAG (und evtl. auch anderer Unternehmen) sind in der für den 01.08.2013 geplanten Tarifanpassung im MDV noch nicht berücksichtigt. Diese würden die wirtschaftliche Situation der Unternehmen weiter verschärfen und müssten dann später Berücksichtigung finden.“ Zum 1. August sollen die Fahrpreise in Halle (Saale) nach bisherigen Planungen um 3,8 Prozent klettern (Infos hier).

Fahrplan-Alternativen
(Hinweis: bei den Buslinien fahren nur jene mit dreistelligen Liniennummern! Busse mit zweistelligen Nummern bei den Links sind nicht unterwegs und werden bestreikt! Ein Klick auf die Haltestellennamen öffnet die Fahrpläne.)
Ammendorf

An der Feuerwache

Berliner Brücke

Bruckdorf

Büschdorf / Spargelweg

Dautzsch

Dölau / Alfred-Ölßner-Straße

Franckeplatz

Freiimfelder Straße

Hauptbahnhof / ZOB

Kastanienallee Neustadt

Mark-Twain-Straße

Nietleben

Reideburg

Rosengarten

S-Bahnhof Neustadt

S-Bahnhof Zscherbener Straße

Schwimmhalle Neustadt

Silberhöhe

Steintor

Steintorbrücke

Südstadt

Trotha

Trotha Bahnhof

Zoo

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