Hallescher Winterdienst ist auf die kalte Jahreszeit eingestellt

26. Oktober 2012 | Umwelt + Verkehr | Keine Kommentare

Erste Schneeflocken rieselten am Samstagmorgen über Halle (Saale) nieder. Liegen bliebt er zwar nicht, aber: die kalte Jahreszeit steht unmittelbar bevor. „Natürlich haben wir den Winter voll im Blick“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Corinne Richert. Für rund 300 der 650 Straßenkilometer in der Saalestadt ist das städtische Unternehmen zuständig. 1,3 Millionen Euro gibt’s dafür pro Jahr – egal ob es Schnee gibt oder nicht. Und jedes Jahr zum Wintereinbruch gibt es in Halle (Saale) das gleiche Bild: Autos schleichen über die Straße, in den Zeitungen wird über den Winterdienst gemeckert.

„Unsere Lager sind randvoll mit Salz aus Bernburg gefüllt, insgesamt wurden vorsorglich 800 Tonnen Salz eingelagert, was für einen durchschnittlichen Winter ausreichen sollte“, erläutert Corinne Richert. „Wir sind von der Stadt für etwa ein Drittel des halleschen Straßennetzes mit dem Winterdienst beauftragt. 40 Mitarbeiter werden im Bedarfsfall mit sieben Winterdienstfahrzeugen im Einsatz sein und natürlich ihr Bestes tun.“ Kritik auch von Seiten des Stadtrates gab es an der Situation, dass größere Nebenstraßen nicht zum Winterdienst-Einsatzplan gehören. Das wurde bereits im vergangenen Jahr geändert, etliche Pisten kamen dazu. In diesem Jahr wurde außerdem die Carl-von-Ossietzky-Straße zusätzlich aufgenommen.

Ein weiterer Kritikpunkt war der Zustand der Radwege im Winter. Denn Schnee geräumt wurde hier nicht. Stattdessen dienten die Radwege oftmals als Lagerstätte für den von den Straßen weggeräumten Schnee. Mit Fahrraddemos hatte sich ein Aktionsbündnis für eine Verbesserung eingesetzt. Ohne Erfolg. „Eine Beräumung der Radwege ist wie in den letzten Jahren nicht vorgesehen“, meint Stadtsprecherin Ria Steppan. „Dieses ist keine Pflichtaufgabe der Kommune und hätte erhebliche Mehrkosten für die Stadt zur Folge.“ Außerdem wäre vielfach wegen der engen Straßenräume kein Platz mehr „für die Ablagerung des Schnees“ mehr vorhanden. „Oftmals müssen die Radwege selbst für die Ablagerung des Schnees von den Gehwegen genutzt werden“, so Steppan. Sprich: die Stadt hat schon fest eingeplant, die Radwege für die Schneehaufen zu nutzen.

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