Halle startet Resolution gegen Fluglärm

7. November 2012 | Umwelt + Verkehr | Keine Kommentare

Jahrelang schon gehen die Einwohner im halleschen Osten gegen nächtlichen Lärm von Flugzeugen auf die Barrikaden. Nun hat sich der Kampf ausbezahlt. Die Stadt startet eine Resolution gegen Fluglärm.

Zwar sei der Flughafen ein Alleinstellungsmerkmal und wichtiges Infrastrukturmerkmal für die gesamte Region sowie einer der größten Arbeitgeber der Region Halle/Leipzig, begründet Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados diesen Schritt. Doch der hallesche Osten sei insbesondere dadurch besonders belastet, dass ein Großteil der nächtlichen Starts von der Südbahn erfolgt und demgemäß schwerpunktmäßig die über das hallesche Stadtgebiet führenden Flugrouten nutzt. „Hier müssen intelligente Lösungen unter Abwägung von z.B. wirtschaftlichen Interessen gefunden werden und Verbesserungen für die hallesche Bevölkerung bringen, ohne zu unzumutbaren Belastungen der übrigen Region zu führen“, so das Stadtoberhaupt.

Zudem drängt die Stadt den Flughafen zu einer Änderung der Flugrouten. Insbesondere Reideburg und Büschdorf sollen so entlastet werden. In den neugebauten Vorortsiedlungen hätte es vor allem Widerstand gegen den Krach der Flugzeuge gegeben. Die Anwohner befürchteten einen Wertverlust ihrer Grundstücke. Die Deutsche Flugsicherung muss nun die Möglichkeiten prüfen, ob die Vorschläge Halleschen zu einer Verlagerung über unbewohntes Gebiet machbar sind, prüfen.

Voraussichtlich im Dezember soll der Stadtrat sein OK zur Resolution geben.

Resolutionstext:
Der Stadtrat der Stadt Halle (Saale) unterstützt das Engagement der Stadtverwaltung und der Vertreter der Stadt Halle in der Fluglärmkommission des Flughafens Leipzig/Halle zur Optimierung des Betriebsregimes des Flughafens zwecks Entlastung der halleschen Bürger von Fluglärm. Hier kommen insbesondere die verbesserte Führung von Flugrouten, die Einführung intelligenter Bahnnutzungssysteme und die Forcierung von Flottenerneuerungen in Betracht. Der Stadtrat der Stadt Halle (Saale) nimmt zur Kenntnis, dass derzeit insbesondere die Bürger im halleschen Ost durch den Fluglärm schwerer Frachtmaschinen in ihrem Nachtschlaf gestört werden und insoweit Handlungsbedarf besteht. Er verkennt dabei nicht, dass ein angemessener Ausgleich zwischen den wirtschaftlichen Interessen des Flughafens und seiner Kunden als auch der lärmbetroffenen Bürger außerhalb Halles gefunden werden muss.

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