Halle abgekoppelt – 78 Stunden geht nichts auf den Gleisen am Hauptbahnhof

25. Juli 2015 | Umwelt + Verkehr | Keine Kommentare

Während der ersten großen Baumaßnahme seit 2004 kann der Hauptbahnhof Halle (Saale) vom 31. Juli (22 Uhr) bis 4. August (4 Uhr) nicht von Zügen befahren werden. In dieser Zeit finden umfangreiche Bauarbeiten an den Gleisen und an der Oberleitung statt, um einen Teil der bereits erneuerten Infrastruktur und ein neues Baufeld in Betrieb zu nehmen. Während der 78-stündigen Sperrung kommt es zu umfassenden Fahrplanänderungen im Fern- und Nahverkehr im Eisenbahnknoten Halle (Saale). Die Deutsche Bahn AG und alle weiteren, betroffenen Bahnen haben ein umfassendes Schienenersatzverkehrskonzept vorbereitet. Bereits im Vorfeld sind alle Fahrplanänderungen im elektronischen Fahrplan eingearbeitet worden und damit bei Reiseauskünften im Internet, im Reisezentrum oder an den Fahrkartenautomaten abrufbar. Die Reisenden können sich zudem mit Hilfe einer Fahrplanbroschüre orientieren, die an den DB Informationen, in den DB Reisezentren und Nahverkehrszügen im Großraum Halle (Saale) verteilt werden.

Thomas Herr, Projektleiter der DB Netz AG für den Umbau des Knoten Halle, beschrieb die in den kommenden Jahren anstehenden Arbeiten als „die erste grundlegende Sanierung seit knapp 100 Jahren.“ So sei auch diese Vollsperrung nur die erste einer Reihe von Sperrungen, die für die vollständige Umsetzung der Planungen nötig seien. Nach bisherigem Stand soll vom 25. bis 28. November 2015 eine weitere Vollsperrung erfolgen. Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 soll der Ostteil des Hauptbahnhofes (Ostseite Kuppelhalle, Gleise 7-12) gesperrt werden, um ein Jahr später saniert wieder in Betrieb zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt, am 13. Dezember 2016, soll dann im Westteil des Hauptbahnhofes (Westseite Kuppelhalle, Gleise 1a, 1-6) mit den Arbeiten begonnen werden, welche wiederum ein Jahr in Anspruch nehmen.

Bei den nun anstehenden Aufgaben werden mehr als 400 Mitarbeiter verschiedenster Fachrichtungen im Einsatz sein. Unter anderem werden alte Stellwerke entkernt, abgerissen oder deren späterer Abriss vorbereitet. So sollen bis 2017 aus bisher 21 elektromechanischen Stellwerken nur noch zwei elektronische Stellwerke werden. Die Steuerung übernimmt dann die Betriebszentrale in Leipzig.  Ein großer Posten steckt in den Oberleitungsanlagen in Halle. Zwischen 1953 und 1985 errichtet, müssen diese Anlagen auf Grund des technischen Verschleißes komplett neu errichtet werden. Im Rahmen des Gesamtprojektes werden weiter die noch aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammenden Gleisanlagen an die Bedürfnisse des Zugverkehrs im 21. Jahrhundert angepasst. 50 Kilometer Schienen und rund 200 Weichen werden erneuert.

„Wir sind auf diese Premiere sehr gut vorbereitet.“, sagte Cornelia Kadatz, Leiterin Bahnhofsmanagement Halle von der DB Station & Service AG. Vor allem verwies sie auf die umfangreiche Informationspolitik, die schon jetzt ihre Wirkung entfalte. Man nutze alle möglichen Kommunikationswege wie Aushänge, Durchsagen, digitale Anzeigen. Zusätzlich zum normalen Personal sind am Hauptbahnhof an den Tagen der Sperrung zwischen 08:00 Uhr und 22:00 Uhr zwei sogenannte Reisendenlenker vor Ort, welche mit Rat und Tat zur Seite stehen werden. Auch die Öffnungszeiten des Informationsschalters wurden auf die Zeit von 08:00 Uhr bis 24:00 Uhr erweitert. Frau Kadatz wies ebenfalls darauf hin, dass die Geschäfte im Bahnhof während der Sperrung geöffnet haben. Durchschnittlich besuchen ca. 30.000 Menschen pro Tag den Hauptbahnhof Halle (Saale). Diese sollten trotz der Sperrung weiter die Möglichkeit haben während der Reise die Angebote der Geschäfte zu nutzen, oder wie gewohnt am Sonntag ihre Frühstücksbrötchen zu kaufen. Auch die Bahnsteige sind nicht gesperrt, wer also mal einen menschenleeren Bahnsteig sehen will, ist herzlich eingeladen. Der Pressesprecher für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Jörg Bönisch, gibt sich ebenfalls optimistisch: „Halle profitiert davon, dass wir in Leipzig und Erfurt schon einige Jahre mit Vollsperrungen üben durften.“

Skizze SEV

Skizze SEV

Folgende Fahrplanänderungen der Deutschen Bahn sind im Nahverkehr zu beachten:

– Züge des S-Bahn- und Regionalverkehrs beginnen und enden während der Zeit der Vollsperrung in Angersdorf, Halle Südstadt, Halle-Trotha, Leipzig/Halle Flughafen, Landsberg, Merseburg, Niemberg, Schkeuditz und Wallwitz. Dort werden von und nach Halle (Saale) Hauptbahnhof Busse pendeln.

– Die Züge der Linie RE 4 Goslar–Halberstadt–Halle werden zwischen Wallwitz und Halle (S) Hbf. durch Busse ersetzt.

– Die Züge der Linien RE 9 Halle–Nordhausen–Kassel, RE 19 Halle– Nordhausen und RB 75 Halle–Nodhausen werden zwischen Angersdorf und Halle (S) Hbf. durch Busse ersetzt.

– Die Züge der Linie RE 20 Halle–Magdeburg–Stendal–Salzwedel–Uelzen werden zwischen Niemberg und Halle (S) Hbf. durch Busse ersetzt.

– Die Züge der Linien RB 20 Halle–Erfurt–Eisenach und RB 82 Halle– Merseburg–Naumburg werden zwischen Merseburg und Halle (S) Hbf. durch Busse ersetzt.

– Die Züge der Linien RB 80 Halle–Lutherstadt Wittenberg und RB 86 Halle– Dessau werden zwischen Landsberg (b. Halle/Saale) und Halle (S) Hbf. durch Busse ersetzt.

– Die Züge der Linie RB 118 Halle–Eilenburg werden zwischen Eilenburg und Halle (S) Hbf. durch Busse ersetzt.

– Die S-Bahnen der Linie S 3 Halle Hbf.–Schkeuditz–Leipzig Hbf.–LeipzigStötteritz werden zwischen Schkeuditz und Halle (S) Hbf. durch Busse ersetzt.

– Die S-Bahnen der Linie S 5x Halle–Leipzig Hbf.–Altenburg–Werdau– Zwickau werden zwischen Leipzig/Halle Flughafen und Halle (S) Hbf. durch Busse ersetzt.

– Die S-Bahnen der Linie S 7 Halle-Nietleben–Halle (Saale) Hbf.–Halle-Trotha fallen zwischen Halle Südstadt und Halle-Trotha aus. Als Ersatz nutzen Reisende die innerstädtischen Verkehrsmittel der Stadt Halle (Saale).

Folgende Fahrplanänderungen im Fernverkehr sind zu beachten:

– Die Züge der ICE Linie 28 Hamburg–Berlin–Halle–München werden umgeleitet und halten nicht in Halle (Saale) Hbf. Anschlüsse von und nach Halle (Saale) werden in Bitterfeld und Naumburg (Saale) hergestellt: Es fahren Busse zwischen Bitterfeld–Halle (Saale) Hbf.–Naumburg (Saale) und Gegenrichtung.

– Die Züge der IC-Linien 55 Köln–Hannover–Halle–Leipzig–Dresden und 56 Oldenburg–Hannover–Halle–Leipzig werden umgeleitet und halten in Dessau und Bitterfeld. Die Halte in Köthen, Halle (Saale) Hbf. und Leipzig/Halle Flughafen entfallen. Anschlüsse von und nach Halle (Saale) werden in Bitterfeld hergestellt: Es fahren Busse zwischen Bitterfeld–Halle (Saale) Hbf. und Gegenrichtung.

Folgende Fahrplanänderungen der Mitteldeutschen Regiobahn und des HarzElbeExpress sind zu beachten:

– Die Züge der Mitteldeutschen Regiobahn Linie MRB 118 Halle–Delitzsch– Eilenburg werden zwischen Eilenburg und Halle (S) Hbf. durch Busse ersetzt.

– Die Züge des HarzElbeExpress Linie HEX 44 Halle–Halberstadt werden zwischen Halle-Trotha und Halle (S) Hbf. durch Busse ersetzt.

– Die Züge des HarzElbeExpress Linie HEX 47 Halle–Könnern–Bernburg werden zwischen Halle-Trotha und Halle (S) Hbf. durch Busse ersetzt.

Hinweise der Deutschen Bahn:

Reisende werden gebeten bei ihrer Reiseplanung die umfassenden Änderungen sowie geänderte Abfahrtsorte der Busse zu berücksichtigen und ggf. frühere Verbindungen zu nutzen, um Anschlusszüge zu erreichen. Die Mitnahme von Fahrrädern und Kinderwagen sowie die Beförderung mobilitätseingeschränkter Personen ist im Schienenersatzverkehr nur eingeschränkt möglich. An den Bahnhöfen Angersdorf, Bitterfeld, Halle (Saale) Hbf. und Naumburg (Saale) werden zusätzliche Servicemitarbeiter eingesetzt, die den Reisenden behilflich sind. Die Öffnungszeiten der DB Information im halleschen Hauptbahnhof werden bis 24 Uhr verlängert. An anderen Umsteigebahnhöfen wird das Zugpersonal beim Umstieg behilflich sein.

Informationen zu den Abfahrts- und Ankunftszeiten gibt es an den Aushängen auf den Bahnhöfen, in einer Fahrplanbroschüre, bei der Service-Nummer der Deutschen Bahn: 0180 6 99 66 33 (20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarife bei Mobilfunk max. 60 ct/Anruf), sowie im MDR auf Texttafel 737 und im Internet unter www.bahn.de/reiseauskunft, www.bahn.de/bauarbeiten.

 

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