Grüne protestieren gegen A143, Verkehrsminister hofft auf schnelle Planfeststellung

25. Mai 2013 | Umwelt + Verkehr | 28 Kommentare

Mit einer Protestwanderung durch die Porphyrlandschaft im unteren Saaletal, die sogenannten Brachwitzer Alpen, haben Umweltschützer am Samstag gegen die A143 durch das Naturschutzgebiet demonstriert.

„Kleines Knabenkraut und eine Graslilie: Zwei wichtige Gründe, dieses wunderschöne Stückchen Erde vor der A143 zu schützen“, so der Landtagsabgeordnete Sebastian Striegel von Bündnis 90 / Die Grünen, der zu der Veranstaltung eingeladen hatte. „Der Saalekreis versteckt viele Naturhighlights. Als grüner Landtagsabgeordneter möchte ich diese selbst erleben und fachkundig erkunden sowie vor allem auch die Einwohner aus dem Region sowie alle Interessierten zu diesen Naturschauspielen locken. Diesmal möchte ich ein Bewusstsein schaffen, welcher natürlicher Schatz nächstes Oper unserer modernen und schnellen Welt werden soll.“ Begleitet wurde der kleine Protestzug von fachkundiger Leitung durch Sebastian Voigt vom Naturschutzverband Deutschland (NABU).

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) hält den Autobahnbahn dagegen für wichtig. Kürzlich war das Vorhaben für den Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet worden. Halle brauche die Autobahn, sagte er zur Eröffnung des Hansefestes in Halle. Jetzt gelte es, der europäischen Kommission darzustellen, dass alle Anforderungen erfüllt werden und sich das Naturschutzgebiet nicht verschlechtert. Er hoffe auf einen Planfeststellungsbeschluss und damit Baurecht noch in diesem Jahr, sagte der Minister und kritisierte die Umweltverbände, die neue Klagen angekündigt haben.

Webel berichtete von seiner Reise nach China vor wenigen Wochen. Dort habe man sich verwundert gezeigt, dass es in Deutschland überhaupt möglich ist gegen Projekte zu klagen, die der Allgemeinheit dienen. „Wenn gewisse Gruppierungen damals auch die Eisenbahn so bekämpft hätten wir heute Straßen und Wasserstraßen, dann hätten wir in Sachsen-Anhalt heute noch keine Eisenbahn“, schimpfte Webel. Auch die Menschen vor tausenden Jahren hätten die Pässe durch die Hochgebirge nicht geschlagen „um die Bergziegen zu ärgern, sondern um Handel zu treiben.“ Und für eine florierende Wirtschaft seien Verkehrswege nötig. Webel hatte sich in diesem Zusammenhang auch für die Elbvertiefung und den Bau des Saalekanal sowie den Weiterbau der A14 durch die Altmark ausgesprochen.

Von der insgesamt rund 22 Kilometer langen Trasse der A143 sind bereits neun Kilometer zwischen dem Autobahndreieck Halle Süd (A38) und der Anschlussstelle Halle-Neustadt (B80) unter Verkehr. Der Bau der knapp 13 Kilometer langen fehlenden Strecke soll dann etwa drei Jahre dauern. Derzeit sind Baukosten von 250 Millionen Euro im Gespräch.

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